Lebensdaten
1868 bis 1932
Geburtsort
Landshut (Niederbayern)
Sterbeort
Neukastel bei Leinsweiler (Pfalz)
Beruf/Funktion
Maler ; Graphiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 118614940 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Slevogt, Franz Theodor Max
  • Slevogt, Max
  • Slevogt, Franz Theodor Max
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Zitierweise

Slevogt, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118614940.html [23.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Rr. v. S. (1832–70 ⚔, bayer. Personaladel 1866), aus Zeyern b. Kronach, bayer. Hptm. (s. Biographieen d. in d. Kriege gegen Frankreich gefallenen Offz. d. Bayer. Armee, 1871), S e. bayer. Revierförsters;
    M Caroline Lucas (1840–1913), aus Brebach b. Saarbrücken;
    B Marquard (1859–1940), Soldat;
    1898 (?) Antonie (Nini) (1864–1932), T d. Peter Finkler ( 1896), Dr. med., Gutsbes. in Godramstein (Pfalz), u. d. Henriette Osthoff-Hartmuth (1838–1917), aus Steinweiler b. Landau (Pfalz);
    1 S Wolfgang (1908–46), 1 T Nina (Chiquita) Edith (1907–87).

  • Leben

    S. kam, nachdem sich seine Eltern 1869 getrennt hatten, 1875 mit seiner Mutter nach Würzburg, wo er Unterricht im Zeichnen erhielt. 1884 nahm er das Studium an der Münchner Akademie der Bildenden Künste auf und arbeitete u. a. bei Wilhelm v. Diez (1839–1907), der ihn an die Landschaftsmalerei heranführte. Im April 1889 ging S. für ein Studiensemester an die Académie Julian nach Paris und reiste danach in Begleitung seines Studien- und Malerfreundes Robert Breyer (1866–1941) von März bis Juli 1890 nach Italien. Hier begegnete er dem auf niederl. Malerei spezialisierten Kunsthistoriker Karl Voll (1867–1917), der ihm zum wichtigen Gesprächspartner wurde. Gemeinsam besuchten sie 1898 in Amsterdam die Rembrandt-Ausstellung, die S. nachhaltig beeindruckte. Seit Sommer 1890 arbeitete S. als freischaffender Künstler in München. Hier wurde er Mitglied der Sezession und gründete 1894 mit Wilhelm Trübner (1851–1917), Lovis Corinth (1858–1925) und Peter Behrens (1868–1940) die „Freie Vereinigung“. In Anlehnung an symbolistische Tendenzen entstanden erste Bildkompositionen, darunter „Ecce Homo“ (1894, Städt. Gal. Würzburg) und „Scheherezade“ (1897, München, Neue Pinakothek), die in München überwiegend auf Ablehnung stießen. Als er im Juni 1899 die „Danaë“ (München, Lenbachhaus) auf der Münchner Sezessionsausstellung zeigte und schon nach wenigen Tagen wieder zurückziehen mußte, kam die Einladung des Galeristen und Verlegers Bruno Cassirer (1872–1941), sein jüngstes Gemälde „Der verlorene Sohn“ (Stuttgart, Staatsgal.) in Berlin zu präsentieren, einer Befreiung gleich. Vor der Übersiedlung nach Berlin Anfang Nov. 1901 weilte S. von April bis Mai in Frankfurt/M. und schuf im dortigen Zoo eine Serie von insgesamt 29 Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen der Raubtiergehege und der Papageien. Noch vor der unmittelbaren Auseinandersetzung mit den franz. Impressionisten in der Nationalgalerie und bei Cassirer und noch vor seiner zweiten Reise im Frühjahr 1900 nach Paris wurde hier erstmals eine stilistische Neuorientierung deutlich.

    In Berlin wandte sich S. anspruchsvolleren Themen zu, mit denen er sich einen Rang neben den führenden Künstlerpersönlichkeiten Liebermann und Corinth zu sichern hoffte. Sein Debüt gab er 1902 auf der fünften Ausstellung der Berliner Secession mit dem|Rollenporträt des Sängers Francisco d'Andrade als Don Giovanni in Mozarts gleichnamiger Oper (Champagnerlied, Stuttgart, Staatsgal.). Mit dem ambitionierten Gemälde gelang ihm der künstlerische Durchbruch. 1903 folgte in zweiter Version der „Schwarze d'Andrade“ (Hamburg, Kunsthalle) und ein Jahr später das Bildnis der Tänzerin Marietta di Rigardo (Dresden, Gem.gal. Neue Meister), die sein Renommée in der Hauptstadt endgültig festigten.

    In den Sommermonaten hielt sich S. seit 1909 regelmäßig in der schwiegerelterlichen Villa in Godramstein in der Pfalz auf. Dort entwickelte er eine ausdrucksstarke Landschaftsmalerei, die ihre wesentlichen Impulse durch die franz. Impressionisten, v. a. durch Édouard Manet (1832–83), erhielt. Auf einer Ägyptenreise im Frühjahr 1914 erreichte S. schließlich den Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung: Neben zahlreichen Aquarellen und Zeichnungen entstand eine 21teilige Serie von Landschaftsbildern, die zu den bedeutenden Beispielen des dt. Impressionismus gehört. Mit dem Erlös aus dem Verkauf dieser Werke an die Kgl. Gemäldegalerie Dresden erwarb S. 1914 das schwiegerelterliche Landgut Neukastel in der Pfalz, wo er bis zu seinem Tod – nur unterbrochen von Reisen – lebte und mit einer Vielzahl farbenprächtiger Landschaften ein umfangreiches Spätwerk schuf.

    S., nach Max Liebermann und Lovis Corinth der dritte wichtige Vertreter des dt. Impressionismus, hinterließ außer Bühnenbildern und dekorativen Wandmalereien auch wichtige graphische Zyklen, darunter Illustrationen zu „Lederstrumpf“ (1909), zu Mozarts „Zauberflöte“ (1918) und zu „Faust II“ (1924); sie gehören durch ihren abstrahierenden zeichnerischen Stil und die Zusammenführung von Radierung und Lithographie zu Meisterwerken der modernen Graphik.

  • Auszeichnungen

    Gr. Medaille d. Internat. Kunstausst., Amsterdam (1912); Rr.kreuz d. schwed. Nordsternordens (1914); Mitgl. d. Preuß. Ak. d. Bildenden Künste in Berlin (1914) u. d. Sächs. Ak. d. Bildenden Künste in Dresden (1915); Leiter d. Meisterateliers an d. Preuß. Ak. d. Bildenden Künste in Berlin (1917); Ehrenmitgl. d. Ak. d. Künste in München (1922) u. d. Ak. d. Künste in Wien (1928); Orden Pour le mérite f. Wiss. u. Künste (1924); bayer. Maximiliansorden (1925); Ehrenpräs. d. Dt. Künstlerbundes (1929).

  • Werke

    Weitere W u. a. Öl/Lwd.: Frau Aventiure, 1894 (Frankfurt, Städel Mus.);
    Blühende Kirschbäume auf Neukastel, 1898 (Saarbrücken, Saarland-Mus.);
    Sommermorgen – Frau mit Sonnenschirm, 1901 (Edenkoben, M.-S.-Gal.);
    Bal Paré, 1904 (ebd.);
    Porträts: Senator William Henry O'Swald, 1905 (Kunsthalle Hamburg);
    Eduard Fuchs, 1905, (Stuttgart, Staatsgal.);
    Prinzregent Luitpold v. Bayern, 1908 (Edenkoben, M.-S.-Gal.);
    Bernhard Dernburg, 1923 (Staatl. Mus. zu Berlin, Nat.gal.);
    – Landhaus in Godramstein, 1909 (Kunsthalle Bremen);
    Blumengarten I in Neu-Cladow, 1912 (Münster, Westfäl. Landesmus. f. Kunst u. Kulturgesch.);
    Unter den Linden, 1913 (Darmstadt, Hess. Landesmus.);
    Weinlaube in Neukastel, 1917 (Köln, Wallraf-Richartz-Mus.);
    Bildnisserie aus d. Frankfurter Zoo (Edenkoben, M.-S.-Gal.;
    Frankfurt, Städel Mus.;
    Hannover, Niedersächs. Landesmus.); – graph. Zyklen:
    Lederstrumpf, 1909;
    Zauberflöte, 1918;
    Passion, 1922;
    Faust II, 1924; – Nachlaß:
    Privatbes.

  • Literatur

    J. Sievers u. E. Waldmann, M. S., Das druckgraph. Werk, T. I, 1890–1914, hg. v. H.-J. Imiela, 1962;
    ders., M. S., Eine Monogr., 1968;
    M. S., Ägyptenreise 1914, Ausst.kat. Staatl. Kunstslgg. Dresden u. Landesmus. Mainz (Edenkoben, M.-S.-Gal. „Schloss Ludwigshöhe“), hg. v. B. Roland, 1989;
    ders., M. S., Pfälz. Landschaften, 1991;
    E.-G. Güse, H.-J. Imiela u. B. Roland, M. S., Gem., Aquarelle, Zeichnungen, Ausst.kat. 1992;
    M. S., Gem. 1889–1931, Niedersächs. Landesmus. Hannover, Gal.hdb. 4, bearb. v. S. Paas, 1999;
    M. S., Das druckgraph. Werk (T. II), 1914–1933, Mappen, Bücher, Zss., hg. v. G. Söhn, 2002;
    S. Paas u. R. Krischke, M. S. in d. Pfalz, Bestandskat. d. M.-S.-Gal. in d. Villa Ludwigshöhe b. Edenkoben, 2005;
    M. S., Die Berliner Jahre, Ausst.kat. Von der Heydt-Mus. Wuppertal u. Max Liebermann Haus Berlin, hg. v. S. Fehlemann, bearb. v. N. Hartje, 2005;
    Liebermann – Corinth – S., Die Landschaften, Ausst.kat. Wallraf-Richartz-Mus. & Fondation Corboud, Köln u. Mus. of Fine Arts, Houston (in Vorbereitung);
    ThB;
    Rhdb. (P);
    Frankfurter Biogr.

  • Portraits

    mehrere Selbstbildnisse, u. a. Selbstbildnis mit Strohhut, Öl/Pappe, 1906 (Edenkoben, Max Slevogt-Gal.);
    Selbstbildnis mit schwarzem Hut, Öl/Lwd., 1913 (München, Städt. Gal. Lenbachhaus);
    Selbstbildnis, Öl/Holz, 1915 (Kassel, Staatl. Mus.);
    Selbstbildnis auf d. Terrasse v. Neukastel, 1918/19 (Saarbrücken, Saarland Mus.), alle abgeb. in: M. S., Die Berliner Jahre (s. L).

  • Autor

    Nicole Hartje-Grave
  • Empfohlene Zitierweise

    Hartje-Grave, Nicole, "Slevogt, Max" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 501-502 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118614940.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA