Lebensdaten
1865 bis 1943
Geburtsort
Rittergut Großhermsdorf bei Leipzig
Sterbeort
Schloß Miltach/Regen (Niederbayern)
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker ; Sammler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128791640 | OGND | VIAF: 77375622
Namensvarianten
  • Oertel, Richard Edwin
  • Oertel, Richard
  • Oertel, Richard Edwin

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Oertel, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128791640.html [13.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Ferdinand (1824–97), aus G., Gutsbes., S d. Johann Gottlieb (1792–1866), aus Mühltroff (Vogtland), Gutsbes., u. d. Johanna Rosina Frenzel (1792–1870);
    M Agnes Luise (1826–93), T d. Johann Heinrich Hucho (1781–1864) u. d. Marie Sophie Grosse (1798–1874);
    ⚭ Anna Maria (1872–1964), T d. Adolf Maas (1847–1911), Baumeister in Wiesbaden, u. d. Cäcilie House (1854–1901);
    1 S Edwin (1895–1978), Dr. iur. in Berlin, 2 T Hildegard Agnes (1894–1933, Heinrich Höhn, 1881–1942, Dr. phil., Kunsthist.), Kunsthist in Nürnberg, Elfride (1896–1993, Hans Dahn, 1888–1969, RA in München, E d. Felix Dahn, 1834–1912, s. NDB III), Kunsthist. in München.

  • Leben

    O. besuchte das Gymnasium in Altenburg und studierte danach Jura und Kunstgeschichte. Nach dem Abschluß beider Studien und der Promotion in Kunstgeschichte lebte er, finanziell unabhängig, als Privatgelehrter in Göttingen, seit 1907 in München Hier stand er in engem Kontakt mit Künstlern, Dichtern und Musikern, u. a. mit Wilhelm Leibl, Max Slevogt, Thomas Mann, Ludwig Thoma, Stefan George und Richard Strauss, aber auch mit Kunsthistorikern wie Wilhelm v. Bode, Heinrich Wölfflin und Wilhelm Worringer. Schon während seiner Schulzeit hatte O. Graphik gesammelt, später vornehmlich Gemälde, die er um 1892/93 verkaufte, um sich ganz der altdeutschen Holzplastik zuzuwenden. Mit Spürsinn und Kennerschaft baute er in den folgenden beiden Jahrzehnten eine einzigartige Sammlung mittelalterlicher Skulptur auf, deren Schwerpunkt spätgotische Skulpturen (etwa 1480-1530) aus Ober- und Niederbayern, Tirol, Schwaben und vom Oberrhein bildeten.

    Wohl aus wirtschaftlichen Gründen sah sich O. 1913 in Berlin zur Versteigerung seiner Sammlung von 213 Werken gezwungen. Eines der Glanzstücke war die Dangolsheimer Madonna, ein frühes Straßburger Werk des Nicolaus Gerhaert von Leiden um 1460. Sie kam neben anderen Objekten ins Berliner Kaiser-Friedrich-Museum. Andere Werke, z. B. Hans Leinbergers Magdalena aus Marklkofen, gingen nach München, Jakob Kaschauers Sigismund aus dem Freisinger Hochaltar von 1443 nach Stuttgart, Hans Thomans Christopherus aus Babenhausen sowie eine ulmische Madonna aus dem Umkreis von Daniel Mauch in das Kunstmuseum Düsseldorf. 1919 kaufte das Bayer. Nationalmuseum eine Reihe von Skulpturen direkt bei O., darunter die große Madonna Michel Erharts vom Kaufbeurer Altar um 1480. Bei einer Auktion in München 1979 wurde schließlich nochmals ein Viertel der ehemaligen Sammlung O. angeboten.

  • Werke

    Francisco de Goya, 1907, 21929.

  • Literatur

    Slg. Dr. O. – München, Auktionskat. R. Lepke 1913, mit e. Vorwort v. Th. Demmler;
    Münchner Jb. d. Bildenden Kunst, 1. Vj.h. 1913, S. 63-67;
    ebd., XI., H. 3/4, 1921, S. 99;
    ebd., 3. Folge Bd. XXXI, 1980, S. 283-90;
    Kataloge d. Bayer. Nat.mus. München, XIII: Die Bildwerke in Holz, Ton u. Stein v. d. Mitte d. XV. bis gegen Mitte d. XVI. Jh., bearb. v. Th. Müller, 1959, S. 111;
    Slg. Dr. R. O., Auktionskat. Neumeister 1979, mit e. Vorwort v. A. Schädler.

  • Autor/in

    Katja Brandt
  • Empfohlene Zitierweise

    Brandt, Katja, "Oertel, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 451 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128791640.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA