Lebensdaten
1861 – 1932
Geburtsort
Neuschönefeld bei Leipzig
Sterbeort
Schreiberhau (Schlesien)
Beruf/Funktion
Verlagsbuchhändler ; Verleger ; Buchhändler ; Kommerzienrat ; Hofrat
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117364541 | OGND | VIAF: 77091543
Namensvarianten
  • Siegismund Karl Hermann
  • Siegismund, Karl
  • Siegismund Karl Hermann
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Zitierweise

Siegismund, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117364541.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlob Julius (1799–1876), Markthelfer, Hausmeister d. Fa. Friedrich Volckmar in L.;
    M Wilhelmine Christiane Sperling;
    Steglitz b. Berlin 1903 Anna (1867–1947), aus Weilburg/Lahn, T d. Hugo v. Below (1824–1905), preuß. Gen.lt., Kdt. v. Posen, seit 1892 Chefredakteur d. „Dt. Soldatenhorts“ (s. BJ X, Tl.; Priesdorff X, S. 453–56, Nr. 3323) u. d. Alexandra v. Lupinski (1827–98);
    Gvm d. Ehefrau Vinzent Louis Kajetan v. Lupinski (1786–1862), preuß. Gen.major, Kdt. v. Kosel (s. Priesdorff V, S. 492–94, Nr. 1668); Schwager Otto v. Below (1857–1944), Gen. d. Inf., 1905–20 Chefredakteur d. „Dt. Soldatenhorts (s. NDB II), Hans v. Below (1862–1933), preuß. Gen.lt., Günther v. Below (1868–1933), Oberst, chilen. Oberstlt.

  • Biographie

    S. absolvierte 1875–79 eine Buchhandelslehre bei Karl Volckmar in Leipzig und besuchte gleichzeitig die Leipziger Buchhändlerlehranstalt. 1879–82 war er in Bonn, 1883–84 in Wien als Gehilfe und schließlich seit 1885 bei der „Stuhr’schen Buch- und Kunsthandlung“ in Berlin als Geschäftsführer angestellt. Hier erwarb er 1886 die 1868 von R. Lesser gegründete „Internationale Buchhandlung“ und gründete am 20. Aug. dieses Jahres eine Verlags- und Sortimentsbuchhandlung mit Antiquariat unter dem Namen „Karl Siegismund“. Das Sortiments- und Antiquariatsgeschäft verkaufte er 1898, um den Verlag in erweitertem Umfang fortzuführen. Den Schwerpunkt seines Angebots bildeten zunehmend historisch-militärische, „patriotische“ Themen auf dezidiert monarchistischer Grundlage. Besondere Bedeutung für die weitere Entwicklung des Verlags und das Ansehen von S. erlangte die 1890 gegründete illustrierte Zeitschrift „Deutscher Soldatenhort“ (bis 1920), mit der hohe Militärs Wehrpflichtige und Reservisten gegen sozialdemokratische „Einflüsterungen und Gefahren“ zu immunisieren suchten. Der bis 1905 von seinem Schwiegervater, danach von seinem Schwager geleitete „Soldatenhort“ wurde vom Kriegsministerium protegiert, gehörte seit 1893 zur Pflichtlektüre des Heeres und wurde von den Volksbüchereien angeschafft. Die Fürsprache von Generälen und das „teilnehmende Interesse“ Ks. Wilhelms II. sowie das Wohlwollen des sächs. Königshauses hatten erheblichen Anteil am wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg S.s. Bekannt wurde der Verlag auch mit Memoirenliteratur, v. a. den Briefen und Tagebuchblättern der Kgn. Viktoria von England (1907). Im 1. Weltkrieg verlegte S. die Reihe „Schützengraben-Bücher für das deutsche Volk“ mit 120 Bänden in rund 14,4 Mio. Exemplaren, wofür er das Eiserne Kreuz erhielt. Seine guten Beziehungen zur preuß. Ministerialbürokratie nutzte S. auch im Interesse des dt. Buchhandels und bei der Gründung der Deutschen Bücherei in Leipzig. 1897–1910 war S. Vorsitzender der Berliner Vereinigung des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, 1910–16 Erster und 1916–21 Zweiter Vorsteher des Börsenvereins. 1912 gehörte er zu den Mitbegründern der Deutschen Bücherei in Leipzig, in deren Geschäftsführendem Ausschuß er die Bibliothek wesentlich mitgestaltete. 1920 wurde er Geschäftsführer des Verlagsausschusses der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft. Darüber hinaus übernahm er auch öffentliche Ämter, war 1911–18 Schöffe in Berlin-Steglitz und Schatzmeister des Vaterländischen Frauenvereins.

  • Auszeichnungen

    u. a. sächs. Hofbuchhändler (1899);
    sächs. KR (1909);
    sächs. GHR (1913);
    Rr.kreuz d. sächs. Albrechts-Ordens;
    preuß. Roter Adlerorden 3. Kl.;
    sächs. Kriegsverdienstkreuz;
    Eisernes Kreuz am schwarz-weißen Band;
    Dr. phil. h. c. (Gießen 1922);
    Goldene Leibniz-Medaille d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1923).

  • Literatur

    A. Hess, in: Börsenbl. f. d. dt. Buchhandel 99, 1932, S. 605;
    Gedächtnisfeier f. Herrn GHR KR Dr. phil. h. c. K. S., ebd. 244, S. 758–62, auch als Seperatdr. u. d. T.: In memoriam K. S., 1932;
    A. Meiner, in: Adreßbuch d. dt. Buchhandels, 1936, S. 3–10 (P), auch als Seperatdr.;
    Wenzel;
    Rhdb. (P);
    LGB²;
    Qu
    Dt. Nat.bibl. Leipzig, Dt. Buch- u. Schriftmus., Slg. d. Geschäftsrundschreiben;
    Brandenburg. Landeshauptarchiv Potsdam Rep. 30 Berlin C Nr. 13365.

  • Autor/in

    Lothar Poethe
  • Zitierweise

    Poethe, Lothar, "Siegismund, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 354-355 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117364541.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA