Lebensdaten
1873 bis 1945
Geburtsort
Zofingen (Kanton Aargau)
Sterbeort
Zofingen (Kanton Aargau)
Beruf/Funktion
Apotheker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 1046336827 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Siegfried, Kurt

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Zitierweise

Siegfried, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1046336827.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Samuel Benoni (1848–1905), Apotheker, 1873 Gründer d. Siegfried & Dürselen, Fabrik Chemisch Pharmazeutischer Präparate in Z. (s. Biogr. Lex. Aargau; Apotheker-Biogr. II; Schweizer Apotheker-Biogr.), S d. Samuel Albrecht, ref. Pfarrer in Niederwyl b. Rothrist (Kt. Aargau), u. d. Sophie Ringier (1826–1907);
    M Gertrud Mathilde Schmitter (1848–1929);
    Ur-Gvm Viktor Abraham Ringier (1802–80), Dr. med. et chir., Oberarzt, Apotheker in Z. (s. NDB 21, Fam.art.);
    Tante-v N. N. (⚭ Wilhelm Johann Dürselen, 1840–92, gründete 1873 mit Samuel Benoni S. d. Siegfried & Dürselen, Fabrik Chemisch Pharmazeutischer Präparate in Z.);
    B Albrecht (1880–1953), kaufm. Leiter d. vorm. B. Siegfried AG, 1919–25 Präs. d. Handels- u. Ind.ver. in Z. (s. Biogr. Lex. Aargau);
    Zofingen 1905 Johanna Paulina (1882–1969), T d. Karl Otto Senn (1850–1920), Fabr. in Zofingen, u. d. Johanna Zäslin (1858–97);
    3 S, 1 T; Verwandte Samuel d. J. (1742–1805), Gold- u. Silberschmied in Z., Hermann (1819–79), Kartograph u. Topograph im Eidgenöss. Kartenbüro, Bern, 1867 Oberst d. Eidgenöss. Gen.stabs, Theodor S.-Schimpf (1847–1926), Generalinsp. d. Gotthardbahn.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Schulen in Zofingen und Aarau begann S. eine Apothekerlehre bei Joseph Anselmier (1856–1921) in La Sarraz (Kt. Waadt). 1895 bestand er in Lausanne das Examen als Commis-pharmacien und absolvierte das Assistentenjahr als Defectarius in der Pharmacie de Longemalle in Genf bei Charles Hahn. Das Studium der Pharmazie am Polytechnikum in Zürich wurde durch|Praktika in Lausanne und Lugano unterbrochen. Nach dem Staatsexamen (1898) war S. Assistent bei Carl Hartwich (1851–1917) in Zürich und wechselte dann zu Johannes Wislicenus (1835–1902) nach Leipzig, wo er 1901 mit der Arbeit „Beiträge zur Kenntnis des Benzoylacetons, Eine neue Synthese des Diphenylpyrons“ zum Dr. phil. promoviert wurde. Danach kehrte er nach Zofingen zurück und trat 1902 als wissenschaftlicher und technischer Leiter in die Fabrik seines Vaters ein. Dieser hatte 1873 zusammen mit seinem Schwager Wilhelm Johann Dürselen die „Fabrik Chemisch Pharmazeutischer Präparate“ gegründet und seit 1875 allein weitergeführt. Das Fabrikations- und Handelssortiment umfaßte Arzneipflanzen und deren Präparate sowie chemisch-technische Artikel. In den 1880er Jahren kamen die ersten synthetischen Arzneimittel auf, was für die weitere Entwicklung besonders bedeutsam war. 1904 wandelte Samuel Benoni Siegfried die Firma in eine Aktiengesellschaft um. S. und sein Bruder Albrecht übernahmen die Leitung der Firma, die sie durch systematischen Ausbau der Produktpalette erfolgreich weiterentwickelten.

    Viele Vorschriften zur Herstellung pharmazeutischer Präparate sowie zahlreiche neue Fabrikate und Analysemethoden stammen aus dem Laboratorium von S. Mehr als 40 Jahre gestaltete er das Schweizer. Arzneibuch 4 und 5 mit. Als wohl wichtigsten Forschungsbereich bearbeitete er mit seinem Freund Henri Golaz (1865–1935) mit neuen Verfahren die galenischen Extrakte und Tinkturen. Zu seinem wiss. Lebenswerk gehörten ferner der „Pharmakognostische Atlas zur Pharmacopoea Helvetica“ der offizinellen Drogen (51935, mit H. Flück u. E. Schlumpf) sowie seine Bestrebungen auf dem Gebiet des Arzneipflanzenanbaus. S. war Vorstandsmitglied der Schweizer. Gesellschaft für Chemische Industrie sowie des Syndikats für die Interessen der Schweizer. Pharmazie. Zudem wirkte S. um 1943 an der Ausarbeitung der „Liste der gewerblichen Gifte“ mit. Auch in der nächsten Generation blieb die Leitung der Firma in den Händen der Familie.

  • Auszeichnungen

    Dr. rer. nat. h. c. (ETH Zürich 1930).

  • Werke

    Zur Frage d. chem. Identität d. Arzneistoffe, in: Schweizer. Wschr. f. Chemie u. Pharmazie 44, 1906, S. 50 ff. (mit H. Golaz);
    Quelques propositions de la Commission des Galenica pour la préparation des produits galéniques de la Pharmacopée V, in: Schweizer. Apotheker-Ztg. 63, 1925, S. 593 ff.;
    Zur Einf. in d. Pharmacopoea Helvetica editio quinta, 1933 (mit H. Flück u. E. Schlumpf);
    Über einige Arzneipflanzenkulturen, in: Pharmaceutica Acta Helv. 18, 1943, S. 535–41.

  • Literatur

    J. A. Häfliger, in: A. Tschirch (Hg.), Hdb. d. Pharmakognosie, 21932, S. 1126;
    J. Thomann, in: Apotheker-Ztg. 83, 1945, S. 175;
    75 J. Siegfried, Jubiläumsschr. d. Siegfried AG, 1948;
    B. Siegfried, Das Apothekerwesen in Zofingen, in: Zofinger Neujahrsbl. 76, 1991, S. 35;
    ders., in: Schweizer Apotheker-Biogr.;
    Biogr. Lex. Aargau;
    Dt. Apotheker-Biogr. III;
    Schweizer Lex.;
    Pogg. IV, VI, VII a.

  • Autor/in

    Bert Siegfried
  • Empfohlene Zitierweise

    Siegfried, Bert, "Siegfried, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 351-352 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1046336827.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA