Lebensdaten
1865 bis 1922
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
-
Normdaten
GND: 119394766 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Thieme, Conrad Ulrich
  • Thieme, Ulrich
  • Thieme, Conrad Ulrich
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Zitierweise

Thieme, Ulrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119394766.html [04.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    B Georg (s. 1);
    1) Sabine Charlotte, T d. Alfred Becker, Bankier, 2) Brigitte Renate (* 1880), Schw d. Sabine Charlotte Becker (s. o.);
    K u. a. T N. N. ( 1] N. N. Flinsch, Papierfabr. in Penig b. L., 2] Rudolf Petzoldt, Dir. e. Textilmaschinenfabrik in Chemnitz), seit 1930 in München, seit 1933 in Paris;
    E Peter Flinsch (1920–2010), Künstler in Kanada.

  • Leben

    Nach dem Abitur an der Nikolaischule in Leipzig studierte T. zunächst 1886–88 Chemie und Physik in Heidelberg, Berlin und Leipzig, dann 1888–91 Kunstgeschichte und Archäologie in Leipzig. Dieses Interesse ging sicher auf das wohlsituierte, kunstsinnige Elternhaus zurück: Sein Vater hatte seine Gemäldesammlung niederl. und fläm. Meister 1886 dem Leipziger Bildermuseum gestiftet; für die danach vom ihm begonnene, knapp 100 Werke umfassende zweite Sammlung gab T. 1900 einen Katalog heraus.

    1892 erschien seine von Anton Springer (1825–91) in Leipzig betreute Dissertation über den Maler und Graphiker Hans Leonhard Schäufelin. Danach war T. seit 1893 bei Wilhelm v. Bode an der Gemäldegalerie in Berlin als Volontär, wiss. Hilfsarbeiter und zuletzt kommissarischer Direktorialassistent tätig. Seit 1896 wirkte T. in Leipzig als Privatgelehrter und arbeitete als Redakteur der im Verlag E. A. Seemann erscheinenden „Zeitschrift für bildende Kunst“.

    1889 begann T. mit Hilfe von Felix Becker (1864–1928), der nach seinem Studium der Kunstgeschichte Assistent von August Schmarsow (1853–1936) in Leipzig wurde, die Planungen zum „Allgemeinen Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart“; in diese flossen Vorarbeiten der im Vorjahr endgültig gescheiterten Neuauflage des Künstlerlexikons von Georg Kaspar Nagler (1801–66) durch Julius Meyer (1830–93) ein. Seit dem Spätherbst 1906 arbeitete auch der Kunsthistoriker Hans Vollmer (1878– 1969) mit.

    Im Jahr darauf erschien der erste Band des „Thieme-Becker“ im Leipziger Verlag Wilhelm Engelmann, seit 1911 verlegte E. A. Seemann das Lexikon (Bde. 5–37). Becker schied nach dem Erscheinen des 4. Bandes 1910 als Mitherausgeber aus. Die finanziellen Schwierigkeiten – zusätzlich verschärft durch die Folgen des 1. Weltkriegs und die Inflation – konnte T. durch Spendenaufrufe an in- und ausländische Kunstfreunde sowie durch sein Privatvermögen ausgleichen. Bis zu seinem Tod nach längerer schwerer Krankheit lagen 14 Bände im Druck vor, der 15. war inhaltlich fertiggestellt. Für den 16. Band übernahm der Verlag die Finanzierung, mit der Fortführung des Lexikons wurde Vollmer betraut.

    1947 war das Lexikon, bis heute das bedeutendste abgeschlossene biographische Fachlexikon zur Kunstgeschichte und eines der grundlegenden Hilfsmittel für die internationale Kunstwissenschaft, bei „Z“ angelangt; der letzte Band ist den Meistern mit Notnamen und den Monogrammisten gewidmet (1949/50). Insgesamt bieten die 37 Bände 158 102 Biographien, zu den etwa 400 Beiträgern gehörten u. a. Wilhelm v. Bode, Max Friedländer, Max Dvořák und Aby Warburg.

    1953–62 erschienen unter der Leitung von Vollmer als Fortsetzung des „Thieme-Becker“ sechs Bände mit 50 040 Künstlerartikeln des „Allgemeinen Lexikons der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts“, ebenfalls bei E. A. Seemann.

    1969 begann die Vorbereitung für das „Allgemeine Künstler-Lexikon der bildenden Künstler aller Zeiten und Völker“ (AKL), einer auf den Daten des Thieme-Becker und Vollmer beruhenden Neubearbeitung unter der Leitung von Günter Meißner. 1983 erschien der erste Band; bis zur dt. Wiedervereinigung lagen drei Bände vor. Das AKL wurde seit 1991 – mit Redaktion in Leipzig – vom K. G. Saur Verlag fortgesetzt, seit 2006 vom Verlag De Gruyter.

  • Auszeichnungen

    A Prof.titel (1909).

  • Werke

    W Hans Leonhard Schaeufeleins maler. Thätigkeit, 1892;
    Hg.: Gal. Alfred Thieme in Leipzig, 1900;
    Slg. Jul. Otto Gottschald in Leipzig, 1901.

  • Literatur

    L Hans Vollmer, in: Repert. f. Kunstwiss. 44, 1924, S. 108–10; H. Ladendorf, Das Allg. Lex. d. bildenden Künstler Thieme-Becker-Vollmer, in: FS Hans Vollmer, hg. v. M. George, 1957, S. 1–16;
    H. Wichmann, Erinnerungen an d. Anfänge d. ThiemeBecker-Lex., ebd., S. 17–22;
    Sachsens Gelehrte, Künstler u. Schriftst. in Wort u. Bild, I, 1907, S. 184 (P);
    DBJ IV, Tl.;
    Dict. of Art (unter Thieme-Becker);
    Metzler Kunsthist. Lex.;
    LGB2 2; Stadtlex. Leipzig.

  • Autor/in

    Lothar Poethe
  • Empfohlene Zitierweise

    Poethe, Lothar, "Thieme, Ulrich" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 123-124 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119394766.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA