Lebensdaten
1861 bis 1919
Geburtsort
Auerbach (Vogtland)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Petrograph ; Geologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116190426 | OGND | VIAF: 8133070
Namensvarianten
  • Doss, Karl Bruno
  • Doss, Bruno
  • Doss, Karl Bruno
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Zitierweise

Doss, Bruno, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116190426.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Frdr., S des Joh. Gottlieb, beide Weißbäcker in Auerbach;
    M Christiana Friederike, T des Gutsbesitzers u. Handelsmanns Joh. Christian Piering in Eich.

  • Leben

    Nach einem hauptsächlich mineralogisch-petrographischen Studium 1882-84 in München bei P. H. von Groth, anschließend in Leipzig, wurde D. dort von Ferdinand Zirkel 1886 promoviert und habilitierte sich 1889 an der TH Dresden als Assistent von H. B. Geinitz mit einer petrographischen Arbeit. Im gleichen Jahr wurde er an das Polytechnikum nach Riga berufen. Seine vielseitigen Studien zur Geologie der baltischen Provinzen beziehen sich vor allem auf die Gebiete der Diluvialgeologie (Åsar, Drumlins, Gletscherschliffe, Moränen, Glazialgeschiebe) und der alluvialen geologischen Erscheinungen, wobei manchmal ein praktisches Ziel im Vordergrund steht (Hydrologie, flüssige und gasförmige Kohlenwasserstoffe, besonders der Kuckerssche Brandschiefer, Sapropele, Heilschlamme, Dolinen, Verlandung, Dünen, Erdwürfe, postglaziale Hebung, Erdbeben). Die Entdeckung des von ihm nach seinem Schüler Nikolai Melnikow benannten, rezenten kolloidalen Eisenbisulfids Melnikowit ist von großer sedimentgenetischer Bedeutung. Dazu kommen lagerstättenkundliche, petrographische und kristallographische Untersuchungen, Studien über einen kurländischen Meteoriten, Berichte über Bohrungen, Fossilfunde, Exkurse auch auf anderen Gebieten (Zoologie, Etymologie, Biographie, Prähistorie). Für das wissenschaftliche Leben Rigas war D. Tätigkeit von Gewicht. Im November 1914 wurde er als Deutscher nach Orel verbannt, 1915 aus Rußland ausgewiesen, war dann zunächst wieder in Sachsen tätig und ab 1917 als Führer einer Geologengruppe an der Ostfront. – D. ist in erster Linie Vertreter einer umfassenden regionalen Geologie im modernen Sinn, in einem Lande, das damals noch keine eigene geologische Landesanstalt besaß.

  • Werke

    u. a. Melnikowit, e. neues Eisenbisulfid u. s. Bedeutung f. d. Genesis d. Kieslagerstätten, in: Zs. f. prakt. Geol. 20, 1912, S. 453-83.

  • Literatur

    R. Beck, in: Cbl. f. Mineral., Geol. u. Paläontol. 1919, S. 257-68 (W, P);
    K. R. Kupfer, in: Korr. bl. d. Naturf.-Ver. in Riga 58, 1924, S. 3-6 (W);
    Lambrecht-Quenstedt;
    Pogg. IV-VI.

  • Autor/in

    Werner Quenstedt
  • Empfohlene Zitierweise

    Quenstedt, Werner, "Doss, Bruno" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 87 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116190426.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA