Lebensdaten
1872 – 1945
Geburtsort
Schwetzingen
Sterbeort
Erfurt
Beruf/Funktion
Rechtsanwalt ; Papierhistoriker ; Historiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11729120X | OGND | VIAF: 45076467
Namensvarianten
  • Weiß, Karl Theodor
  • Weiss, Karl Theodor
  • Weiss, Carl Theodor
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Zitierweise

Weiß, Karl Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11729120X.html [20.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor Heinrich (1839–1903), Gymn.prof.;
    M Anna Felizia Hoz (1844–1915);
    1897 Josefine (1863–1948), T d. Joseph Kimmig (1825–96), Steueroberaufseher, u. d. Barbara Regina Lehmann (1832–|1915);
    2 S Werner (1899–1918), starb als Soldat im Lazarett, Wisso (s. 2, L), 1 T Wissigard (1900–75), wanderte in d. USA aus;
    E Ulman (s. Gen. 2; L).

  • Biographie

    Nach dem Abitur in Ettenheim (Ortenau) studierte W. 1891–95 Philologie, Germanistik und Geschichte an den Universitäten in Freiburg (Br.), Straßburg, Tübingen und Heidelberg. Auf Drängen des Vaters schloß er ein Jurastudium in Freiburg (Br.) und Heidelberg an. 1895 wurde er an der phil. Fakultät mit einer Dissertation über die „Geschichte und rechtliche Stellung der Juden im Fürstbistum Straßburg“ promoviert. Während eines Referendariats an der Hof- und Landesbibliothek Karlsruhe 1895–97 führte W. bibliographische und Katalogarbeiten durch. Nach Praktika u. a. am Bezirksamt Konstanz und im Stadtarchiv Konstanz war W. 1904–11 Rechtsanwalt in Baden-Baden (mit Zulassung am ghzgl. Landesgericht in Karlsruhe) und seit 1911 in Engen (Hegau). Aus volkskundlichem Interesse für Wasserzeichen sammelte W. alte handgeschöpfte Papiere und gründete 1897 nominell das Dt. Papier-Museum. Seit 1910 führte er breit angelegte systematische Erhebungen durch und suchte, von Behörden, Pfarrämtern, Archiven und Papierfabriken Auskünfte über früher bestehende Papiermühlen, über die einzelnen Papiermacher und ihre Erzeugnisse bzw. deren Wasserzeichen zu erhalten. Neben Wasserzeichenpausen trug er Tausende originale Papiere zusammen und beschrieb diese nach einheitlicher Methode. Die Papiere und Wasserzeichen bekannter Herkunft wurden nach einer geographischen Ordnung abgelegt, die anderen Belege in 50 Motivgruppen eingeordnet. Intensiv befaßte sich W. mit den historischen Techniken der Papiermacherei, sammelte alte Papierschöpfformen und erforschte, wie sich die Anordnung der Wasserzeichen eines Schöpfformenpaars zueinander verhielt.

    Während des 1. Weltkriegs diente W. als Kriegsfreiwilliger, seit 1916 war er zum Landsturm eingezogen. Danach gab er seinen Beruf als Anwalt auf und ging in Mönchweiler bei Villingen unter ärmlichen Verhältnissen seinen Forschungen nach, jedoch mit dem Ziel einer Institutionalisierung. W. bearbeitete ein Wörterbuch der alten Handpapiermacherei sowie Regesten zur Papiergeschichte. Diese sollten eine chronologische Orientierung in die neu aufzubauende Wissenschaftsdisziplin bringen, deren Methode in einem Handbuch der Wasserzeichenkunde fixiert wurde. Keines dieser Werke konnte W. vollenden. Als in Mainz am Gutenberg-Museum auf Initiative des Vereins der Zellstoff- und Papier-Chemiker und -Ingenieure 1938 die Forschungsstelle Papiergeschichte entstand, verweigerte W. verbittert die Überlassung seiner Sammlung und seine Mitarbeit. Im Herbst 1939 nahm der Sohn Wisso die Eltern und die umfangreiche Sammlung bei sich in Erfurt auf. Bestrebungen, diese mit der Univ. Jena zu institutionalisieren, blieben erfolglos. Das von Wisso bearbeitete und 1962 veröffentlichte Hauptwerk „Handbuch der Wasserzeichenkunde“ (Nachdrr. 1983) sicherte W. dauerhafte wissenschaftliche Bedeutung.

  • Werke

    Weitere W Das Elsässer Judendt., 1896;
    Die Papiermühle zu Stockach, ihre Gesch. u. ihre Wasserzeichen, in: Schrr. d. Ver. f. Gesch. d. Bodensees, H. 44, 1915, S. 14–24, 198–204 u. 7 Tafeln;
    Papiergesch. u. Wasserzeichenkde., Erreichte Ziele u. zu lösende Aufgaben, nebst Karte (Weg d. tausendj. Wanderung d. Papiermacherei v. China n. d. Abendlande), in: Archiv f. Buchgewerbe u. Gebrauchsgraphik 63 / 4, 1926, S. 292–308;
    Zeilenpapier, in: Buch u. Schr. 5, 1942 / 43, S. 106–58;
    Nachlaß: Dt. Buch- u. Schriftmus. d. Dt. Nat.bibl., Leipzig.

  • Literatur

    |S. M. Fraenkel, Ein Dt. Papier-Mus.?, in: Börsenbl. f. d. dt. Buchhandel 99, 1932, Nr. 252, S. 780;
    A. Renker, Dr. K. T. W. in Mönchweiler u. seine Papiergeschichtl. Slg., in: Zs. f. Bücherfreunde 36, 1932, Nr. 7, S. 147–52;
    ders., Der Papierforscher, in: Wbl. f. Papierfabrikation 67, 1936, Nr. 49, S. 915–18;
    H. H. Bockwitz, ebd., 75, 1947, Nr. 5 / 6, S. 105;
    A. Renker, Drei Forscher, in: Gutenberg-Jb. 19, 1944 / 49, S. 47–52;
    K. T. W. z. 100. Geb.tag, in: Zellstoff u. Papier 21, 1972, Nr. 9, S. 282;
    Ulman Weiß, K. T. W., Prolegomena zu e. Biogr., in: Internat. paper hist. 5, 1995, Nr. 3, S. 48–53 (P);
    ders., Der Sammler u. seine Slg., in: Zeichen, Bücher, Wissensnetze, 125 J. Dt. Buch- u. Schriftmus. d. Dt. Nat.-bibl., 2009, S. 80–93;
    Wisso Weiß, Zum Exlibris e. Papierhist., in: Papiergesch. 24, 1974, H. 5 / 6, S. 53–55;
    LGB².

  • Porträts

    |mehrere Gem. in Fam.bes., hierzu U. Weiß, 1995 u. 2009;
    Exlibris v. K. F. Kaiser, 1932.

  • Zitierweise

    Schmidt, Frieder, "Weiß, Karl Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 683-684 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11729120X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA