Lebensdaten
1884 bis 1950
Geburtsort
Polzin (Pommern)
Sterbeort
(West-)Berlin
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Politiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 119259869 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schröder, Karl Bernhard Fritz
  • Wolf, Karl (Pseudonym)
  • Schröder, Karl
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Schröder, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119259869.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Richard, Lehrer in P., S e. Bauern;
    M Agnes Zech;
    Weimar 1911 Elisabeth Diederichs;
    3 T.

  • Leben

    S. besuchte das humanistische Gymnasium in Köslin. Anschließend studierte er in Berlin Literaturwissenschaft, Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte. 1912 wurde er in Marburg mit einer literaturgeschichtlichen Dissertation zum Dr. phil. promoviert. Er ging nach Berlin, trat in die SPD ein und engagierte sich in der Arbeiterbildung. 1917 wurde er Mitglied der USPD und des Spartakusbundes, 1918/19 Gründungsmitglied der KPD. 1920 gründeten die aus der KPD ausgeschlossenen Links-Kommunisten um S. und seinen Freund Alexander Schwab (1887–1943) die „Kommunistische Arbeiter-Partei-Deutschlands“ (KAPD). Im Nov. 1920 traf S. in Moskau mit Lenin, Bucharin und Trotzki zusammen. Im März 1922 spaltete sich die KAPD. S., Schwab und ihre Freunde aus der intellektuellen Gründergruppe der KAPD zogen sich aus der Parteipolitik zurück.

    1924 trat S. wieder in die SPD ein, um dort pädagogisch wirken zu können. Er war als Fabriksekretär, Buchhändler und Wanderlehrer tätig, seit 1926 war er Lektor beim „Bücherkreis“, einem Lesering für Arbeiter, 1928-32 dessen Leiter. Die Erfahrungen dieser Jahre verarbeitete er in mehreren Romanen. Auf seinen Vortragsreisen durch Deutschland sammelte S., dessen mitreißendes Temperament und menschliche Überzeugungskraft von Zeitzeugen bestätigt wird, junge Mitstreiter: Im Nov. 1930 bildete sich im Ruhrgebiet eine linksradikale Oppositionsgruppe innerhalb der SPD, die unter dem Titel „Der rote Kämpfer“ eine eigene Zeitschrift herausgab. S. übernahm mit einem Kreis früherer KAPD-Genossen die Leitung der Zeitschrift und die Führung der Gruppe, der 1933 ein reibungsloser Übergang in die Illegalität gelang, auf die sie sich seit 1931 planmäßig vorbereitet hatte. Hauptziel ihrer Arbeit war es. personelle Kerne für die nach dem Zusammenbruch des Faschismus aufzubauenden sozialistischen Basisorganisationen zu bilden und die Mitglieder dafür zu qualifizieren. 1936 stieß die Gestapo durch Zufall auf die Existenz von „Rote-Kämpfer“-Gruppen im Ruhrgebiet. S. wurde verhaftet und 1937 „wegen Vorbereitung zum Hochverrat“ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, aber erst vor Kriegsende aus der Haft entlassen. Obwohl gesundheitlich ruiniert, wurde er 1945 sofort wieder aktiv, beteiligte sich am Neuaufbau des Schulwesens in Berlin-Neukölln und leitete dort 1946-48 die Volkshochschule.

  • Werke

    Die letzte Station, 1947;
    Romane:
    Der Sprung über den Schatten, 1928;
    Aktienges. Hammerlugk, 1928;
    Die Gesch. Jan Beeks, 1929, Neuausg. 1946;
    Fam. Markert, 1931;
    Klasse im Kampf, 1932;
    Pol. Schrr.:
    Die revolutionäre Betriebsorganisation. Allg. Arbeiter Union, 1920;
    Vom Werden d. neuen Ges., o. J. (KAPD);
    versch. Aufss. in d. Zss. Arbeiterjugend, Der freie Angest., Geist, Die neue Zeit, Kommunist. Arbeiter-Ztg. (KAZ), Proletarier, 1915-30 (z. T. anonym).

  • Literatur

    H. M. Bock, Syndikalismus u. Linkskommunismus v. 1918 bis 1923, 1969 (Diss. Marburg 1968);
    O. Ihlau, Die roten Kämpfer, 1969 (Diss. Marburg 1968;
    Nachdr. 1971);
    Hans Harald Müller, Intellektueller Linksradikalismus in d. Weimarer Rep., 1977;
    D. Kerbs, in: TAZ v. 13.11.1984 (P);
    P. Lösch u. a. (Hg.), Vor d. Vergessen bewahren, Lebenswege Weimarer Sozialdemokraten, 1988;
    Lex. sozialist. Lit.;
    Lex. Widerstand;
    Killy;
    Dt. Kommunisten (P).

  • Autor/in

    Diethart Kerbs
  • Empfohlene Zitierweise

    Kerbs, Diethart, "Schröder, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 569 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119259869.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA