Lebensdaten
1878 bis 1954
Geburtsort
Rodau bei Oppersdorf (Kreis Regensburg)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Bibliothekar ; Buchwissenschaftler ; Bibliograph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118795414 | OGND | VIAF: 109730892
Namensvarianten
  • Schottenloher, Karl
  • Schottenloher, Carl

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Schottenloher, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795414.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus oberpfälz. Fam.;
    V Georg, Gutsbes. in R.;
    M Karoline Piertzer;
    Bamberg 1906 Margarethe (* 1886), aus Bamberg, T d. Otto Dotterweich, Dr. phil., Math., u. d. Maria Messerschmitt;
    2 S Otto (1907–73), Dr. phil., Dir. d. Bayer. HStA (s. L), Rudolf (1911–44), Dr. phil., Geograph, Forschungsreisender;
    E Martin (* 1944), Dr. phil., Prof. d. Math. an d. Univ. München.

  • Leben

    S. besuchte 1888-97 das Neue Gymnasium in Regensburg, begann nach dem Abitur an der Univ. München ein Studium der alten Sprachen und wechselte bald zu den Fächern Dt. Sprache, Geschichte und Geographie; im Wintersemester 1900/01 studierte er in Berlin. Im Herbst 1901 absolvierte er in München die Hauptprüfung für den Unterricht in Deutsch, Geschichte und Geographie an technischen Mittelschulen und wurde bei Sigmund v. Riezler (1843–1927) 1903 mit einer Dissertation über „Jakob Ziegler und Adam Reissner, Eine quellenkritische Untersuchung über eine Streitschrift der Reformationszeit gegen das Papsttum“ promoviert. Im selben Jahr trat S. als Volontär in den Dienst der Kgl. Bibliothek in München, 1904 wurde er als Assistent an die Staatliche Bibliothek in Bamberg versetzt, 1908 kehrte er nach München zurück (1909 Kustos, 1915 Oberbibliothekar, 1923 Oberbibl.rat). Von 1928 bis zum vorzeitigen Ruhestand 1938 war S. Direktor der Katalogabteilung in der Bayer. Staatsbibliothek.

    1917 wurde S. von Staatsminister Friedrich Schmidt-Ott (1860–1956) und dem Generaldirektor der Münchener Staatsbibliothek, Paul Fridolin Kehr (1860–1944), der die „Kommission zur Erforschung der Reformation und Gegenreformation“ leitete, die Bearbeitung der bis zum Jahr 1938 schließlich 52 200 Titelnachweise umfassenden „Bibliographie zur Geschichte im Zeitalter der Glaubensspaltung 1517-1585“ (6 Bde., 1933–40, Nachdr. 7 Bde., 21956-66, erweitert um „Das Schrifttum v. 1938 bis 1960“, bearb. v. U. Thürauf) übertragen. Daneben verfaßte S. weitere grundlegende Werke wie „Das alte Buch“ (1919, 21921, 31956), „Das Regensburger Buchgewerbe im 15. und 16. Jh.“ (1920), „Flugblatt und Zeitung“ (1922, Nachdr. 1985), „Pfalzgf. Ottheinrich und das Buch“ (1927), „Bücher bewegten die Welt“ (1951-52, 21968) und „Die Widmungsvorrede im Buch des 16. Jh.“ (1953).

    S. verstand das Buch im weitesten Sinne als kultur- und kunstgeschichtliche Quelle. In einer Reihe von Monographien behandelte er systematisch einzelne Werkstätten v. a. im oberdt. Raum (Erlinger, Ulhart, Ratdolt u. Schobser; Regensburg u. Landshut). Mehr Gelehrter als Bibliothekar, untersuchte S. aufgrund intensiver archivalischer Studien mit typenvergleichender Methodik Probleme des Buchdrucks des 15. und 16. Jh. Seit 1930 gehörte er der Kommission für den Gesamtkatalog der Wiegendrucke an.

  • Werke

    Weitere W Die Buchdruckertätigkeit Georg Erlingers in Bamberg, 1907, Nachdr. 1969;
    Der Münchner Buchdrucker Hans Schobser 1500-1530, 1925, Nachdr. 1967;
    Die Landshuter Buchdrucker d. 16. Jh., 1930, Nachdr. 1967;
    ca. 120 Aufss.

  • Literatur

    G. Hofmann, in: Festgabe d. Bayer. Staatsbibl. f. K. S., 1953, S. 1-6;
    Otto Schottenloher, Veröff. v. K. S., ebd., S. 47-58 (W-Verz.);
    F. Geldner, in: Nachrr. f. wiss. Bibl.wesen 6, 1953, S. 12;
    ders., in: Libri 5, 1955, S. 279-83: W. John, in: HZ 181, 1956, S. 486 f.;
    A. Habermann u. a., Lex. dt. wiss. Bibliothekare 1925-1980, 1985;
    LGB2.

  • Autor/in

    Johannes Buder
  • Empfohlene Zitierweise

    Buder, Johannes, "Schottenloher, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 500 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795414.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA