Lebensdaten
1861 bis 1932
Geburtsort
Mügeln bei Oschatz (Sachsen)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Pathologe
Konfession
-
Normdaten
GND: 117644692 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmorl, Christian Georg
  • Schmorl, Georg
  • Schmorl, Christian Georg
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Zitierweise

Schmorl, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117644692.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst Adolf (1818–1907), aus Klappendorf, RA in O., sächs. JR;
    M Clementine Louise Franziska Mogk (1827–1903), aus O.;
    Oschatz 1894 Maria (* 1871), wohl T d. Ambrosius Marthaus, gründete 1834 d. „Ambrosius Marthaus, Filz- u. Filzwarenfabrik“ in O., KR;
    1 S Hans Georg (1903–90), zuletzt in Buenos Aires (Argentinien), 2 T (1 früh †).

  • Leben

    S. besuchte die Grundschule in Oschatz und 1875-81 bis zum Abitur die „Fürstenschule St. Afra“ in Meißen. Seit 1881 studierte er Mathematik und Naturwissenschaften in Freiburg (Br.) und Leipzig, wechselte dort aber im folgenden Jahr zur Medizin, legte 1887 die Ärztliche Staatsprüfung ab und wurde im selben Jahr promoviert (Ein Fall von Hermaphroditismus). Anschließend setzte S. seine Ausbildung am Leipziger Pathologischen Institut bei Felix Victor Birch-Hirschfeld (1842–99) fort und habilitierte sich 1892 für das Fach Pathologie (Über Puerperaleklampsie). 1894 wurde er als Nachfolger von Friedrich Carl Adolf Neelsen (1854–94) als Prosektor an das Pathologische Institut in Dresden-Friedrichstadt berufen ( 1903 Tit.- Prof.). S. gehörte mit Rudolf Virchow (1821–1902), Heinrich v. Recklinghausen (1867–1942) und Birch-Hirschfeld zu den Initiatoren der 1897 gegründeten „Dt. Pathologischen Gesellschaft“ (Vors. 1921–23). Berufungen nach Marburg (1903) und Freiburg/Br. (1906) lehnte er ab. S. leitete das Dresdner Institut bis 1931, arbeitete aber auch im Ruhestand weiter. Beim Durchsägen einer Wirbelsäule zog er sich eine tödliche Infektion zu.

    S. vervollkommnete die Methodik zur Herstellung histologischer Präparate und makro- und mikrophotographischer Aufnahmen mittels neuer optischer Systeme. Er verbesserte die Technik der Mazeration und führte das schichtweise Zersägen der Wirbelsäule mit einer Bandsäge in die Pathologie ein. Sein „Atlas der pathologischen Gewebelehre in mikrophotographischer Darstellung“ (1892, mit C. Karg) und sein „Stereoskopisch-photographischer Atlas der pathologischen Anatomie des Herzens und der größeren Blutgefäße“ (1899) waren vorbildlich. Sein speziell der mikroskopischen Technik gewidmetes Buch über die „Pathologisch-histologischen Untersuchungsmethoden“ (1897, zahlr. Aufll.) wurde zum Standardwerk. 1926 konnte er mit dem Internisten Otto Rostoski (1872–1962) und dem Radiologen Erich Saupe (1893–1943) die „Schneeberger Bergkrankheit“ als berufsbedingten Lungenkrebs bestimmen. S. galt als bester Kenner der Knochenpathologie und verfaßte grundlegende Arbeiten über die Möller-Barlowsche Krankheit, Rachitis, Ostititis deformans und Knochentuberkulose; als erster Pathologe erforschte er die Zwischenwirbelscheibe und beschrieb 1928 den „Nodulus intraspongiosus Schmorl“. Seine weitgehend erhaltene Sammlung pathologischer Knochenpräparate gilt als die umfangreichste Kollektion ihrer Art weltweit.

  • Auszeichnungen

    Ständiges Mitgl. d. Sächs. Landes-Med.-Kollegiums (1894); Med.rat (1897); Geh. Med.rat; Vorstandsmitgl. d. Dt. Hygienemuseums, Dresden; Ehrenmitgl. mehrerer dt. u. ausländ. Ärzteges., u. a. d. Royal Soc. for Med. (1930), d. Franz. Anatom. Ges. (1931), d. Schwed. Ärzteges. (1931), d. Ges. d. Ärzte Wiens (1931); Dr. h. c. (Leipzig 1930); Georg-|Schmorl-Preis d. Ges. f. Wirbelsäulenforsch. (seit 1965); Georg Schmorl-Inst. f. Pathol. Dresden (seit 1982).

  • Werke

    Die Bergkrankheit d. Erzbergleute in Schneeberg in Sachsen, in: Zs. f. Krebsforsch. 23, 1926, S. 360-84 (mit O. Rostoski u. E. Saupe);
    Über Knorpelknötchen an d. Wirbelbandscheiben, in: Fortschritte auf d. Gebiet d. Röntgenstrahlung 38, 1928, S. 265-79;
    Die gesunde u. kranke Wirbelsäule im Röntgenbild, 1932 (mit H. Junghanns).

  • Literatur

    P. Geipel, in: Verhh. d. Dt. Patholog. Ges., 1934, S. 326-39 (W-Verz.);
    O. Lubarsch, in: Virchows Archiv 286, 1932. S. III f.;
    H. Junghanns, in: Archiv f. Orthopädie u. Unfallchirurgie 32, 1932, S. 393-97 (P);
    ders., in: Med.hist. Journal 18, 1983, S. 324-37;
    ders. u. J. Justus, in: Zbl. f. allg. Pathol. u. pathol. Anatomie 126, 1982, S. 403 f.;
    Pagel;
    Fischer;
    Kreuter, Neurologen.

  • Portraits

    Gem. v. R. Sterl, 1921;
    Bronzerelief v. P. Pöppelmann;
    Büste (Kalkstein) v. H.-J. Thiele, 1982 (alle Dresden-Friedrichstadt, Inst. f. Pathol.).

  • Autor/in

    Albrecht Scholz
  • Empfohlene Zitierweise

    Scholz, Albrecht, "Schmorl, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 263-264 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117644692.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA