Lebensdaten
1919 bis 1996
Geburtsort
Löningen (Kreis Cloppenburg, Oldenburg)
Sterbeort
Löningen (Kreis Cloppenburg, Oldenburg)
Beruf/Funktion
Wirtschaftspolitiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118759981 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmücker, Kurt

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Zitierweise

Schmücker, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118759981.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1884–1924), Druckereibes. Verl., Chefredakteur d. „Volksbl. f. d. südl. Oldenburg“;
    M Gertrud (1883–1954), T d. Gerhard Heinrich Josef Reiners, Kaufm.; 4 ältere Geschw;
    1944 Ilse (* 1921), T d. Fritz Varelmann, Oberstudiendir., u. d. Elisabeth Feigel;
    2 S Friedrich, Michael, 4 T Elisabeth ( 1969), Krista, Ingrid, Petra.

  • Leben

    Als jüngstes von fünf Kindern absolvierte S. nach dem Besuch des Progymnasiums, das er nach der Obertertia verließ, und der Handelsschule in Lohne eine Ausbildung zum Buchdrucker, die er mit dem Gesellenbrief 1938 und der Schriftleiterprüfung 1939 abschloß. 1940-45 Soldat der Kriegsmarine, übernahm er nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1946 den Betrieb seiner Eltern, den er zu einer modernen Buch- und Offset-Druckerei ausbaute. Überlegungen, wie sein Vater eine Zeitung herauszugeben, ließ er fallen. Mit dem Eintritt in die CDU 1946 begann seine politische Laufbahn. Diese führte ihn über den Gemeinderat in Löningen und den Kreistag Cloppenburg (1947–54), über die Junge Union, deren Landesvorsitzender er 1948-54 in Oldenburg war, 1949 als jüngsten Abgeordneten in den Deutschen Bundestag, dem er bis 1972 angehörte. Sein politischer Schwerpunkt wurde die Wirtschaftspolitik. Er gründete in der CDU/CSU-Fraktion den „Diskussionskreis Mittelstand“ und die Mittelstandsvereinigung der CDU, deren Vorsitz er 1956-70 innehatte. Im Bundestag war er 1959-61 Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, 1961-63 stellv. Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, bevor er als entschiedener Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft 1963-66 Bundesminister für Wirtschaft (als Nachfolger Ludwig Erhards) und in der Großen Koalition (1966–69) Bundesschatzminister wurde. Schließlich war er 1968-71 auch Bundesschatzmeister der CDU.

    Als S. das Wirtschaftsministerium übernahm, trat er eine schwierige Aufgabe an. Gesellschaftliche Umbruchstendenzen, veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und krisenhafte Probleme der öffentlichen Haushalte stellten Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der marktwirtschaftlichen Ordnung auf die Probe. S. nahm die erforderlichen Reformen engagiert in Angriff: Ergänzend zur Wettbewerbspolitik betrieb er eine aktive Strukturpolitik für den Mittelstand und bereitete eine Finanzreform mit dem Kernstück Mehrwertsteuer (1968 eingeführt) sowie das „Gesetz zur Förderung der Stabilität der Wirtschaft“ vor, das in stark veränderter Form unter seinem Nachfolger Karl Schiller 1968 verabschiedet wurde. Nach dem Regierungswechsel 1969 verlor S. an Einfluß und kehrte als Bürgermeister von Löningen (1972–86) in die Kommunalpolitik zurück.

  • Auszeichnungen

    Gr.kreuz d. päpstl. Gregorius-Ordens (1965); Gr. BVK mit Stern (1969); Dr. phil oec. h. c. (San Carlos Univ. Cebu. Philippinen).

  • Literatur

    O. Bertram, Kennen Sie eigentlich den? Bd. 11: K. S., 1965;
    ders., gefragt: K. S., 1969;
    O. Schlecht, Wirtsch.pol. im Wandel, Eine rückschauende Betrachtung d. Amtszeit K. S.s als Bundesmin. f. Wirtsch., in: Drei J.zehnte Mittelstandspol., 1985, S. 21-30;
    P. Spary, in: Das Parl. v. 28.10.1994 (P);
    ders., ebd. v. 12.1.1996 (P);
    U. Andersen, in: Kanzler u. Min.;
    E. H. M. Lange, in: Lex. Christl. Demokratie;
    Biogr. Hdb. MdB;
    Munzinger.

  • Autor/in

    Günter Buchstab
  • Empfohlene Zitierweise

    Buchstab, Günter, "Schmücker, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 264 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118759981.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA