Lebensdaten
unbekannt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119536722 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schlieben, von

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Schlieben, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119536722.html [19.08.2019].

CC0

  • Leben

    Die aus der Lausitz stammende Familie erscheint urkundlich erstmals 1144 mit Otto, der 1153 im Hl. Land starb. Die Stammreihe beginnt mit Gumprecht ( 1279), Burgvogt zu Liebschütz. Hans ( 1458), auf Prettin und Mühlberg, Hauptmann von Jüterbog, und Conrad ( 1440), auf Liebschütz, bildeten die beiden Linien „Mühlberg“ und „Zagelsdorf“. Des ersteren Sohn Georg (erw. 1448-75, s. Altpreuß. Biogr. II), auf Nordenburg und Gerdauen, war Söldnerführer im Dienste des Dt. Ordens. Sein gleichnamiger Sohn ( 1521), auf Radeburg und Hohndorf, Hauptmann in Cottbus und Peitz, begründete mit den Zweigen „Thürnhof' und „Dubraucke“ den sächs. (Vetschau), Dietrich ( 1534, s. Altpreuß. Biogr. II), auf Nordenburg, Hofmarschall des Hochmeisters Albrecht, den preuß. Ast der Linie „Mühlberg“. Die Linie „Zagelsdorf“ gliedert sich in die Äste „Oderin“ (mit den Zweigen „Oderin“ und „Kemlitz“) und „Sänitz-Reicherskreuz“.

    Von den Söhnen des sächs. Appellationsrats Seyfried Ernst (1740–86) bekleidete Karl (1778–1853) das Amt eines preuß. Obersteuerkontrolleurs und Wilhelm (1781–1839, s. L) das eines Direktors der sächs. Kameralvermessungsanstalt. Wilhelm initiierte die Gründung des Polytechnikums in Dresden 1828 und des sächs. statistischen Vereins 1831. Sein Sohn Aurel (1813–77) war sächs. Gerichtsrat, sein Enkel Georg (1843–1906, s. BJ XI, Tl.) sächs. Generalleutnant; seine Urenkel Karl (1859–1924) und Gertrud (* 1873, Ps. „Gerda von Robertus“) sowie Richard (1853–1919) traten als Schriftsteller hervor, letzterer auch als Vorsitzender des Dt.-Österr. Schriftstellerbundes. Friedrich Wilhelm (1789–1847, s. Altpreuß. Biogr. III) war 1819-46 Landrat von Stargard.

    Der sächs. Kultusminister Richard (1848–1908, s. L) und sein Bruder, der sächs. Generalmajor Egon (1852–1933), sowie deren Neffe, der Maler Ludwig (1875–1957), sind Nachfahren von Seyfried Ernsts Bruder Hans Friedrich Wilhelm (1753-1819), auf Oderin. Egons Sohn Dietz (Dietrich) (* 1893) und Schwiegersohn Wolfgang v. Schweinitz (1876–1946), verheiratet mit seiner Tochter Christa (1885–1959), erreichten den Rang eines Generalmajors, sein Neffe Karl-Wilhelm (1894–1964, s. GHdA 49 [P]) den eines Generalleutnants. Egons Vetter Otto (1875–1932, s. L), Direktor des „Vereins der dt. Zuckerindustrie“, seit 1919 Ministerialdirektor im Reichsfinanzministerium, 1925 Reichsfinanzminister und seit 1926 Präsident des Landesfinanzamtes Magdeburg, setzte als Vertreter einer Politik der „Thesaurierung“ eine umfassende Steuerreform durch.

    Dietrich ( 1606), auf Nordenburg und Truntlack, preuß. Hofmeister, und Ernst (1580–1630), Erbhauptmann auf Sanditten, Gerdauen, Nordenburg und Tharau, waren Enkel des Begründers der preuß. Linie. Dietrichs Sohn Albrecht (1600–56) und Enkel Hans Theodor (1636–95, 1660 Reichsgf.) standen in poln. Militärdienst; letzterer war auch Woiwode von Livland, Starost auf Roggenhausen sowie Erbhauptmann auf Birkenfeld, Gerdauen, Nordenburg, Schönberg, Glaubitten, Haberstorf und Beynuhnen. Sein Sohn und Nachfolger im Amt des Erbhauptmanns Ernst Sigmund Gf. (1677–1741) wurde preuß. Kammerpräsident und Hauptmann von Rastenburg, Ernsts Enkel Georg Adam (1647–1719, 1718 preuß. Gf.) preuß. Landjägermeister. George Gf. (1831–1906, s. BJ XI, Tl.), auf Sanditten und Götzendorf, war Schloßhauptmann von Königsberg, sein Sohn Georg Gf. (1858–1921) erbliches Mitglied des preuß. Herrenhauses, sein Neffe Richard Gf. (1872–1949, s. Rhdb. [W, P]) Schriftsteller und Verleger.

  • Literatur

    W. v. Boetticher, Gesch. d. Oberlausitz. Adels u. seiner Güter 1635-1815, II, 1913, IV, 1923;
    ders., Der Adel d. Görlitzer Weichbildes um d. Wende d. 14. u. 15. Jh., 1927;
    A. Frhr. v. Houwald, in: Der Dt. Herold 45, 1914, S. 212-15 u. 242-45;
    G. Sommerfeldt, in: Fam.goschichtl. Bll. 15, 1917, S. 73-76;
    Gotha. Geneal. Tb. d. Uradeligen Häuser, 1910, 1916, 1931;
    GHdA 49 (Adelige Häuser A/XI), 1971, 56 (Gfl. Häuser A/VII), 1973, 125 (Adelslex. XII), 2001;
    zu Wilhelm:
    ADB 31;
    R. Pommerin, Gesch. d. TU Dresden 1828-2003, 2003;
    Pogg. II;
    zu Richard:
    R. Groß (Hg.), Gesch. forsch. in Sachsen, 1996;
    BJ 13, Tl.;
    zu Otto:
    Zuckerindustrielle, 1950;
    L. Gf. Schwerin v. Krosigk, Es geschah in Dtld., 1962, S. 84-87;
    Jeserich-Neuhaus;
    Mitgll.verz. KWG;
    Bathe u. Kumpf (Bearb.), Die Mittelbehörden d. Reichsfinanzverw. u. ihre Präs. 1919-1945, 1999 (P).

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Schlieben, von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 81 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119536722.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA