Lebensdaten
1884 bis 1943
Geburtsort
Dortmund-Eving
Sterbeort
Berlin-Nikolassee
Beruf/Funktion
preußischer Bergbeamter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 143148613 | OGND | VIAF: 160589881
Namensvarianten
  • Schlattmann, Heinrich

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Zitierweise

Schlattmann, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143148613.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Carl (1856–1932), Landwirt in D.-E., S d. Landwirts Friedrich Christian (1827–89) u. d. Franziska Wilhelmine Theodora Schulte-Rödding (1817–83);
    M Friederike (* 1856), T d. Heinrich Harbink, Landwirt in D.-E. (1823–76) u. d. Wilhelmine Klöpper (1830–59);
    Dortmund (?) 1912 Hermine Margarethe (* 1886), T d. Hermann Mascher (1858–1905), Gastwirt, Kaufm., u. d. Theodora Augusta Helmke (* 1859); 1 S, 3 T;
    Gvv d. Ehefrau Heinrich Anton Mascher (1824–98), Dr. iur., Bgm. in Hörde, Vf. v. nat.ök. u. kulturhist. Schriften (s. BJ V, Tl.).

  • Leben

    S. besuchte seit 1894 die Real- bzw. Oberrealschule in Dortmund. Nach dem Abitur 1903 wurde er zur Ausbildung für den höheren Staatsdienst in der preuß. Bergverwaltung angenommen. Während der einjährigen Beflissenenzeit praktizierte er in verschiedenen Bergwerken des Oberbergamtsbezirks Dortmund. Nach erfolgreich abgeschlossener Probegrubenfahrt im April 1904 studierte er bis 1907 an der Universität sowie der kgl. Bergakademie in Berlin. An den Militärdienst schloß sich 1908-12 die Bergreferendar-Ausbildung u. a. im Saarländ., Aachener und niederschles. Bergbau an (1912 Bergassessor).

    Unmittelbar nach seiner bergbehördlichen Ausbildung ließ sich S. vom Staatsdienst beurlauben und war bis zum Beginn des 1. Weltkriegs Leiter der Grubenlampenabteilung der „Concordia Elektrizitäts AG“ in Dortmund. Anschließend leistete er bis 1918 Kriegsdienst und wurde dann als höherer Beamter in der Abteilung für Handel und Gewerbe beim Generalgouverneur in Belgien beschäftigt. 1919 setzte er diese Tätigkeit bei der Abwicklungsbehörde der Dt. Bergverwaltung Charleroi in Berlin fort. Anfang 1920 kehrte S. in die Dienste der Bergbehörde zurück, zunächst als Hilfsarbeiter des Kollegiums am Oberbergamt in Dortmund, wo er v. a. allgemeine Arbeiterangelegenheiten sowie die Belange des bergbaulichen Gesundheits- und Sicherheitswesens betreute. Zu den in den Gruben häufigen Unfällen durch herabbrechendes Gestein bzw. Kohle veröffentlichte er ein „Bilderbuch vom Steinfall“ (ca. 1930, mit Hugo Scheulen). Nach raschem Aufstieg (1921 Bergrat, 1925 Oberbergrat, 1929 Oberbergamtsdir.) erfolgte 1931 seine Versetzung als Berghauptmann in den Oberbergamtsbezirk Breslau.

    Wenngleich nicht Mitglied der NSDAP, wurde S. 1934 auf Betreiben Hjalmar Schachts (1877–1970) zum Oberberghauptmann und Ministerialdirektor im Reichwirtschaftsministerium ernannt. Er trug die Unterordnung des preuß. Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit unter das neue Reichs- und Preuß. Wirtschaftsministerium seit Sommer 1934 in exponierter Stellung mit. Letzteres übernahm die direkte Kontrolle über den 1865 geschaffenen Verwaltungsapparat des preuß. Oberberghauptmanns und gliederte ihn als Abteilung II (Berg-, Hütten- u. Salinenwesen) in seine Verwaltungsorganisation ein. Diese von S. geleitete Abteilung II war für die Beaufsichtigung des gesamten Bergwerksbetriebs, allgemeine Fragen des Erzbergbaus, den Reichskohlenkommissar, den Reichskohlenrat sowie die Staatsgruben und -hütten zuständig. Für den Montansektor innerhalb der Wirtschaftsbürokratie bedeutete dies die Auflösung des republikanischen Föderalismus zugunsten der Durchsetzung des totalitären Zentralismus als wesentliches Element der nationalsozialistischen „Machtergreifung“. Als oberster Bergbeamter wie auch als Aufsichtsratsvorsitzender zahlreicher staatlicher Bergwerksgesellschaften war|S. maßgeblich an der Integration des dt. Montanwesens in die nationalsozialistische Autarkiepolitik beteiligt. Die enge persönliche Verbundenheit mit Schacht veranlaßte S. jedoch Ende 1937 dazu, zeitgleich mit der Entlassung des Wirtschaftsministers auch seine Versetzung in den Wartestand zu betreiben. Zuletzt wirkte S. als Direktor und Vorstandsmitglied der Charlottenburger Wasserwerke in Berlin.

  • Werke

    Hg.: Slg. d. f. d. Oberbergamtsbez. Dortmund geltenden wichtigsten bergpolizeil. Verordnungen u. Bestimmungen nebst Erll., 81929.

  • Literatur

    W. Serlo, Die preuß. Bergassessoren, 51938, S. 348;
    Glückauf 79, 1943, S. 159; |

  • Quellen

    Qu GStA Preuß. Kulturbes., Berlin, I. HA Rep. 121 Min. f. Handel u. Gewerbe, Berg-, Hütten- u. Salinenverw., A X Sect. 18, Nr. 611, Nr. 611 adh., Nr. 611 adh. A. B. C.; Bergbau-Archiv Bochum, 41/9343 (P).

  • Autor/in

    Michael Farrenkopf
  • Empfohlene Zitierweise

    Farrenkopf, Michael, "Schlattmann, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 28-29 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143148613.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA