Lebensdaten
1840 bis 1915
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Erkrath bei Düsseldorf
Beruf/Funktion
Werkzeugmaschinenfabrikant
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 103345298X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schieß, Ernst David
  • Schiess, Ernst
  • Schieß, Ernst David
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Zitierweise

Schiess, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103345298X.html [18.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1799–1871), Bankier in M.;
    M Luise (1809–69), T d. Johann Conrad Becker (1780–1858), aus Domersleben, Particulier u. Kirchenvorsteher in M., u. d. Catharina Hund (1780–1843); 3 ältere B;
    1868 Anna (1846–1941), T d. August Bodenstein (1798–1877), Kaufm., Rr.gutsbes. in Neustadt b. M., u. d. Caroline Scheidewind;
    2 T Franziska (1869–1911 Wilhelm Pfeiffer, 1861–1934, aus D., seit 1885 Mitinh. d. Bankhauses „C. G. Trinkaus“ in D., Vors. d. Börse in D., preuß. KR, span. Konsul, s. J. Wilden, 150 J. C. G. Trinkaus, Bankhaus Düsseldorf, [1935]), Elisabeth (1872–1954, August v. Waldthausen, 1862–1952, preuß. Adelsbestätigung 1901, auf Gilserhof b. Borken, Bez. Kassel, preuß. KR, S d. August Waldthausen, 1831–97, Kaufm., Gewerke in Essen, s. NDB V*); Schwager Franz Bodenstein (1834–85), Kaufm., Brauereibes. (s. Magdeburger Biographisches Lexikon); N d. Ehefrau Max Bodenstein (1871–1942), aus M., o. Prof. f. physikal. Chemie in Hannover u. Berlin (s. NDB II).

  • Leben

    S. besuchte das humanistische Gymnasium in Magdeburg, das er 1858 mit dem „Einjährigen“ verließ. Mit dem Berufsziel Ingenieur absolvierte er ein sechsmonatiges Praktikum bei einem Schlosser und besuchte 1858 die Polytechnische Schule Hannover, wo er Schüler von Karl Karmarsch (1803–79) war. 1859 setzte er seine Ausbildung fort an der Polytechnischen Schule Karlsruhe bei Ferdinand Redtenbacher (1809–63) und wechselte 1810 zur Eidgenössischen Polytechnischen Schule in Zürich als Schüler von Franz Reuleaux (1829–1905) und Gustav Zeuner (1828–1907). 1861 kehrte S. nach Deutschland zurück, wo er mehrere kurzfristige Beschäftigungen annahm. 1865 reiste er über Belgien nach England, wo er in London in einem Ingenieurbüro Hebevorrichtungen zur Petroleumgewinnung entwarf und anschließend in Manchester als Zeichner für Pressen, Hämmer und Werkzeugmaschinen arbeitete. Im selben Jahr kehrte er nach Deutschland zurück und machte sich 1866 mit der Unterstützung Albert Poensgens (1818–80) in Oberbilk bei Düsseldorf mit einer gepachteten Fabrik mit sechs Arbeitern als Maschinenbauer selbständig. Er führte zunächst Schlosserarbeiten und Reparaturen aus, ging aber bald über zum Bau von Dampfmaschinen, Lokomobilen, Dampfkesseln und -pumpen, Fördermaschinen und Hebezeugen sowie Maschinenteilen. 1869 errichtete er eine Maschinenfabrik, die er 1872 durch eine Gießerei ergänzte. Sein neues und bald einziges Arbeitsgebiet war der Werkzeugmaschinenbau: Neben den spanabhebenden Maschinen produzierte er schon in den ersten Jahren auch Maschinen für spanlose Formung und exportierte in alle Teile Deutschlands und Europas, v. a. nach Österreich-Ungarn und Rußland. 1891 beschäftigte die „OHG Ernst Schieß“ 440 Personen und gehörte zu den wichtigsten Großwerkzeugmaschinenherstellern der Welt. Bis zur Jahrhundertwende hatte S. 1000 Beschäftigte und setzte weltweit ca. 7000 Werkzeugmaschinen ab. 1906 wandelte er das Unternehmen in die „Ernst Schieß AG“ um, deren Aktien er weitestgehend selbst übernahm. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats zog er sich von der operativen Leitung zurück. Nach dem 1. Weltkrieg erwarb die „Dt. Maschinenfabrik AG Duisburg“ die Ernst Schieß AG und übernahm 1925 in einer Fusion die „Defrieswerke AG“, Düsseldorf; das Unternehmen wurde in „Schieß-Defries AG“ umbenannt und behauptete seine führende Position im Schwerwerkzeugmaschinenbau. Nach 1945 wurden die Werke vollständig demontiert, erst 1951 stellte das Unternehmen unter dem Namen „Schieß AG“ wieder Werkzeuge her und erlangte erneut eine führende Stellung. 1993 wurde es nach einer Krise von der „Dörries-Scharmann GmbH“, Mönchengladbach, übernommen.

    S. war führend beteiligt an der Zusammenfassung aller dt. Werkzeugmaschinenfabriken im „Verein dt. Werkzeugmaschinenfabriken“ 1898, dessen Vorsitz er bis zu seinem Tod innehatte. Er wirkte in dieser Funktion bei der Aufstellung eines neuen dt. Zolltarifs ebenso mit wie bei der Vorbereitung von Handelsverträgen des Reiches. Seit 1891 war er Mitglied der Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung und langjähriger Vorsitzender der liberalen Stadtratsfraktion sowie Vorsitzender der Sektion III und dann des Vorstands der Rhein.-Westfäl. Maschinenbau- und Kleinindustrie-Genossenschaft.|

  • Auszeichnungen

    stellv. Vorsitz (1890–94), Vorsitz (1894–97) d. IHK Düsseldorf; preuß. KR (1891), GKR (1901); Dr.-Ing. E. h. (Hannover 1909).

  • Literatur

    Stahl u. Eisen 35, 1915, Nr. 39, S. 1020 (P);
    VDI-Zs. 59, 1915, S. 830 f. (P);
    Jb. d. Schiftbautechn. Ges. 17, 1916, S. 108-10;
    Wi. 1914;
    DBJ I, S. 169-71; |

  • Quellen

    Qu Mannesmann-Archiv, Bestand Demag.

  • Portraits

    Foto im Mannesmann-Archiv;
    Bronzebüste (Dt. Schiffahrtsmus., Bremerhaven)

  • Autor/in

    Horst A. Wessel
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessel, Horst A., "Schiess, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 747 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103345298X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA