Lebensdaten
1927 - 1996
Geburtsort
Herzogenrath bei Aachen
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Versicherungsunternehmer ; Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139568522 | OGND | VIAF: 101294637
Namensvarianten
  • Schieren, Wolfgang
  • Schierren, Wolfgang

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Zitierweise

Schieren, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139568522.html [03.08.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Hubert Josef ( 1941);
    M Josefina Giesen;
    Herzogenrath 1955 Anneliese Kauther;
    2 T Elke Rathgeb, Dr. Gabriele Jorysz, in Wiesbaden.

  • Leben

    Als Flakhelfer kam S. 1944 zunächst in amerik., danach in franz. Kriegsgefangenschaft. 1948 bestand er das Abitur in Herzogenrath. Durch Vermittlung von Carlo Schmid erhielt er eine Sonderzulassung zum Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, das er in Köln mit den jur. Staatsprüfungen 1952 und 1956 abschloß. Bei Hans Carl Nipperdey wurde er 1955 mit einer Arbeit über „Die sozial ungerechtfertigte Kündigung“ zum Dr. iur. promoviert. 1956 trat S. als Volontär bei der „Allianz Versicherungs-AG“ in Köln ein und durchlief eine steile Karriere im Innen- und Außendienst. Er war Direktionsassistent, Inspektor und Filialdirektor in Dortmund. 1962 wurde er als Prokurist in die Generaldirektion nach München berufen und 1964 Leiter der Organisationsabteilung. 1965-67 war er Leiter der Zweigniederlassung für Frankreich in Paris und 1967-70 der Zweigniederlassung Berlin. 1970 wurde er stellv. Vorstandsmitglied, 1971 Vorstandsvorsitzender als Nachfolger von Alfred Haase; 1991 wechselte er in den Aufsichtsrat als Vorsitzender.

    S.s unternehmerische Leistung bestand in der Globalisierung der Allianz. Die Gesellschaft erwarb unter seinem Vorstandsvorsitz Versicherungsunternehmen in aller Welt; S. faßte sie in straffer Führung unter dem Dach der durch Ausgliederung des operativen Geschäftes 1985 neu strukturierten „Allianz Holding AG“ (nunmehr Allianz AG) zu einem der größten internationalen Finanzdienstleistungskonzerne zusammen. Im Zuge der dt. Wiedervereinigung wurde die ehemalige Staatliche Versicherung der DDR in den Konzern eingegliedert. Seine Beitragseinnahmen erhöhten sich in zwei Jahrzehnten von 4 auf 49Mrd. DM, ihr Auslandsanteil stieg von 3 % auf 48 %. Aufgrund des Beteiligungsbesitzes der Allianz war S. in den Aufsichtsräten bedeutender Unternehmen vertreten. Er gehörte zu den einflußreichsten Wirtschaftsführern in Deutschland, trat in der Öffentlichkeit aber wenig in Erscheinung.

    Darüber hinaus nahm er auch kulturelle und soziale Aufgaben wahr. 1990 errichtete er mit einem Kapital von 100 Mio. DM die „Allianz-Stiftung zum Schutze der Umwelt“ und mit eigenen Mitteln die „Dr. Wolfgang Schieren-Stiftung“ für in Not geratene Allianz-Mitarbeiter und deren Angehörige.|

  • Auszeichnungen

    Ehrensenator d. Univ. Tübingen (1977);
    Bayer. Verdienstorden (1978);
    Vors. d. Vorstands d. Stifterverbandes f. d. Dt. Wiss. (1971–91);
    Mitgl. d. Senats (1981), d. Verw.rats u. Vorstands d. MPG (1984) sowie deren Kommissar. Schatzmeister (1989/90);
    Gr. BVK mit Stern (1987), mit Stern u. Schulterband (1992);
    Officier dans l'Ordre de la Légion d'Honneur (1993);
    Dr. Wolfgang Schieren-Lehrstuhl f. Vers.- u. Risikomanagement, HU Berlin (1999).

  • Werke

    u. a. Unternehmensfinanzierung u. Assekuranz, in: Staat, Wirtsch., Assekuranz u. Wiss., FS f. R. Schwebler, 1986, S. 795-802;
    Ansprache, in: 100 J. Allianz, Festansprachen, 1990, S. 19-55 (P);
    Finanzdienstleistungen, Möglichkeiten u. Grenzen, in: Vers.wirtsch. 46, 1991, S. 4-9, erneut in: Geld, Banken u. Versicherungen 1990, I, 1992, S. 129-41.

  • Literatur

    P. Borscheid, 100 J. Allianz, 1990 (P);
    FAZ Nr. 49 v. 27.2.1996;
    R. Schwebler, in: Vers.wirtsch. 51, 1996, S. 357 (P);
    In memoriam Dr. W. S., Ansprachen b. d. Trauerfeier in d. Hauptverw. d. Allianz AG 1. März 1996 (H. Schulte-Noelle, Th. Waigel, K. Liesen) (P);
    A. Maier, Tochter, Schwester, Nachbarin – Das Machtkartell v. Allianz u. Münchener Rück in d. Auflösung, in: FAZ Nr. 201 v. 30.8.2003, S. 13 (P);
    Munzinger.

  • Portraits

    Ölgem. v. J. P. Kunkel, 1989 (Allianz AG, München).

  • Autor/in

    Peter Koch
  • Empfohlene Zitierweise

    Koch, Peter, "Schieren, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 746 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139568522.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA