Lebensdaten
1846 bis 1924
Geburtsort
Ursellen (Kanton Bern)
Sterbeort
Basel-Freidorf
Beruf/Funktion
Handelswissenschaftler
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118748327 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schär, Johann Friedrich
  • Schaer, Johann Friedrich
  • Schär, J. F.
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Orte

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Zitierweise

Schär, Johann Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118748327.html [22.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich, Käser im Emmental;
    M Katharina Rüfenacht;
    Anna Elisabeth Werren;
    9 K (3 früh †).

  • Leben

    S. besuchte wegen des Wohnortwechsels der Eltern verschiedene Primärschulen, bezog 1862 das bern. Lehrerseminar in Münchenbuchsee und war seit 1865 als Dorfschullehrer in Wattenwil, seit 1868 am bern. Lehrerseminar tätig. 1870 arbeitete er als Gastwirt und Käsehändler, 1874 wieder als Sekundarlehrer in Bischofszeil (Kt. Thurgau) und wurde 1875 dort Rektor; gleichzeitig amtierte er bis 1880 als Direktor der Association Schweizer. Käser und begründete 1876 eine Konsumgenossenschaft mit. Kurzzeitig Direktor einer höheren Töchter-Schule in Biel und nebenbei Inhaber einer Kartonfabrik, wirkte er auch als Präsident eines Genossenschaftsverbandes und Mitglied des Bankrats der Baseler Kantonalbank. Seit 1892 war er Lehrer der Handelskunde an der Oberrealschule Basel. Als in Konkurrenz zur neugegründeten Handelshochschule St. Gallen die Univ. Zürich 1903 den ersten Lehrstuhl für Handelswissenschaften an einer Universität im dt. Sprachraum errichtete, wurde S. darauf berufen. 1906 folgte er einem Ruf an die neu errichtete Handelshochschule Berlin und übersiedelte nach seiner Emeritierung 1919 wieder nach Basel.

    S. gilt als einer der Gründerväter der akademischen Betriebswirtschaftslehre. Seine Veröffentlichungen befassen sich seit 1888 v. a. mit Buchhaltungsfragen und deren didaktisch-beschreibenden Erklärungsversuchen (Zweikontentheorie) (Buchhaltung u. Bilanz, 1911, 51922). Neben bankbetrieblichen Schriften (Die Bank im Dienste d. Kaufmanns, 1904, 41922) sind zahlreiche Beiträge zum Genossenschaftswesen hervorzuheben (J. S.s genossenschaftl. Reden u. Schrr., 1920). Mit „Allgemeine Handelsbetriebslehre“ (I. T., 1911, 51922) veröffentlichte er das erste Lehrbuch, das in der Wirtschaftsordnung auf Solidarismus zielt und zur Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre hinführt. Leitmotiv beim Handel habe nicht das Gewinnstreben zu sein, sondern das ökonomische Prinzip, mit den geringsten Kosten zwischen Produzenten und Konsumenten zu vermitteln. Deshalb müsse die Privatwirtschaftslehre in der Nationalökonomie verankert sein. Bekannt wurde daraus die (Wieder-)Entdeckung jener Produktionsmenge, bei der die Erlöse erstmals die Kosten ausgleichen (bei S. „toter Punkt“).|

  • Auszeichnungen

    Dr. rer pol. h. c. (Zürich 1904, Köln 1923).

  • Werke

    Weitere W Lebenserinnerungen, I: Von d. Emmentaler Sennhütte z. Katheder u. Kontor, 1924.

  • Literatur

    K. Käfer, J. F. S. u. d. Entwicklung d. BWL, 1946;
    H.-G. Otto, J. F. S. u. d. moderne dt.sprachige BWL, 1957;
    E. Sudhoff, in: Dreihundert J. Handelswiss., 1979, S. 161-95;
    Wi. 1914;
    F. Klein-Blenkers u. a., Gesamtübersicht über d. Hochschullehrer d. Betriebswirtsch. in d. Zeit v. 1898-1955, 21992 (P).

  • Autor/in

    Dieter Schneider
  • Empfohlene Zitierweise

    Schneider, Dieter, "Schär, Johann Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 526-527 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118748327.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA