Lebensdaten
1877 bis 1952
Geburtsort
Gardschau (Godziszewo, Westpreußen)
Sterbeort
Pelplin
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Religionsphilosoph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11930449X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sawicki, Franciszek
  • Sawicki, Franz
  • Sawicki, Franciszek

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Zitierweise

Sawicki, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11930449X.html [20.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V August, Bäcker;
    M Bertha Teitz;
    Ov Robert (1841–1925), Pfarrer u. Dekan in Dirschau. Prälat, preuß. Volksschulinsp.

  • Leben

    Durch seinen Onkel Robert auf die geistliche Laufbahn gelenkt, trat S. nach dem Besuch des bfl. Progymnasiums in Pelplin und des Gymnasiums in Kulm 1896 in das Pelpliner Priesterseminar ein (Priesterweihe 1900). Auf ein Vikariat in Danzig folgte bis 1902 ein Promotionsstudium bei dem Dogmatiker Carl Braig (1853–1923) in Freiburg (Br.) (Kohelet u. d. moderne Pessimismus f. d. Lebenselend, gedr. u. d. T. Der Prediger, Schopenhauer u. Eduard v. Hartmann oder bibl. u. moderner Pessimismus, 1903). Im Frühjahr 1903 übernahm S. die Professur für Philosophie am Priesterseminar zu Pelplin, die er bis zu seinem Tod innehatte; seit 1925/27 lehrte er auch Apologetik und Dogmatik. Berufungen an die Universitäten Würzburg, Bonn, Breslau, Wilna und Warschau lehnte er, teils auf politischen Druck wegen des dt.-poln. Nationalitätenkonflikts, ab.

    Wichtige geistliche Funktionen übte S. (1927 päpstl. Hausprälat) im Bistum Kulm aus: 1920 Domkapitular, 1945 Domdekan, 1948 Dompropst des Domkapitels zu Pelplin, 1926-36 Prosynodalrichter, 1945-50 Offizial. Er galt als Gegner des Nationalsozialismus, weshalb der Senat der Freien Stadt Danzig 1938 unter Verweis auf die poln. Staatsbürgerschaft seine Berufung auf den dortigen Bischofsstuhl verhinderte. Nur durch Zufall überlebte S. die Liquidierung des Kulmer Domkapitels durch SS-Einheiten am 20.10.1939. Während des 2. Weltkriegs war er als Seelsorger in Pelplin tätig. So verkörperte er die Kontinuität der Diözesanadministration zwischen der preuß.-dt. und der poln. Staatszugehörigkeit Westpreußens.

    Überregionale Bedeutung erlangte S. durch seine Rezeption des Existentialismus und Personalismus in die kath. Religionsphilosophie. Unter seinen vielfach aufgelegten Werken ragt „Der Sinn des Lebens, Eine kath. Lebensphilosophie“ (1913, 61937) heraus. Als einer der bedeutendsten kath. Theologen und Religionsphilosophen in der ersten Hälfte des 20. Jh. und geistlicher Lehrer mehrerer Generationen von Priestern sowie als mutiger Seelsorger während des 2. Weltkriegs genießt S. noch heute hohes Ansehen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Lublin 1952).

  • Werke

    Weitere W Wert u. Würde d. Persönlichkeit im Christentum, 1906;
    Das Problem d. Persönlichkeit u. d. Übermenschen, 1909 (u. d. T. Das Ideal d. Persönlichkeit, 31925);
    Die Wahrheit d. Christentums, 1911, 81924;
    Lebensanschauungen moderner Denker, 1919, 71926;
    Gesch.phil., 1920, 31923, ital. 1925, poln. 1974;
    Lebensanschauungen alter u. neuer Denker, 4 Bde., 1923 (mehrere Aufll. d. Einzelbde. bis 1938);
    Phil. d. Liebe, 1924, 21930. poln. 1934, 31945;
    Dlaczego wierzę?, 1935, 21948;
    Filozofia życia, 1936, 21946;
    Osobowość chrześcijańska, 1947;
    Deus Caritas est, in: Ateneum Kapłańskie 48, 1948, S. 209-36, 313-26, 417-50 (Sonderdr. 1948 u. d. T. Bóg jest Miłością, 21949, dt. 1955);
    Autobiogr.
    in: Die Rel.wiss. d. Gegenwart in Selbstdarst., hg. v. E. Stange, III, 1927, S. 127-65 (P, Bibliogr., Sonderdr. 1927);
    Bibliogr.:
    H. Mross, in: Studia Pelplińskie 13, 1982, S. 19-59.

  • Literatur

    F. Manthey, in: Stimmen d. Zeit 150, 1951/52, S. 306-08;
    R. Stachnik, Danziger Priesterbuch, 1965, S. 49-53;
    E. Piszcz, in: Studia Pelplińskie 1, 1969, S. 39-48;
    J. S. Pasierb, in: Miasto na górze, 1973, S. 52-71;
    C. S. Bartnik, F. S. jako historiozof, 1992;
    Słownik polskich teologów katolickich 1918-1981, VII, 1983 (Bibliogr.);
    M. Mróz, La filosofia della personalità nel pensiero di F. S., 1991;
    Altpreuß. Biogr. II;
    LThK2;
    Polski Slownik Biograficzny 35, 1994 (Bibliogr.);
    Słownik biograficzny katolicyzmu społecznego w Polsce, III, 1995;
    Słownik biograficzny kapłanów diecezji Chełmińskiej wyświęconych w latach 1821-1920, 1995;
    Słownik biograficzny Pomorza Nadwiślańskiego, IV, 1997;
    Nowa encyklopedia powszechna PWN, V, 1998;
    Personenlex. Rel. u. Theol., 1998;
    BBKL (Bibliogr).

  • Autor/in

    Barbara Wolf-Dahm
  • Empfohlene Zitierweise

    Wolf-Dahm, Barbara, "Sawicki, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 476-477 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11930449X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA