Lebensdaten
1881 bis 1961
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
London
Beruf/Funktion
Lexikograph ; Sinologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 139817808 | OGND | VIAF: 102661360
Namensvarianten
  • Rüdenberg, Werner
  • Rüdenberg, Werner

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Rüdenberg, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139817808.html [28.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    Die aus Riedenberg (Unterfranken) stammende Fam. nahm zu Beginn d. 19. Jh. nach ihrem Umzug nach Vlotho d. Namen R. an.; – V Georg (1837–1918), Fabr., S d. Moses (1786–1875), Kaufm. in Köln;
    M Elsbeth (1858–1947), T d. Levi Herzfeld (1810–64), Landesrabbiner v. Braunschweig (s. Braunschweig. Biogr. Lex.), u. d. Georgine Salomon (1820–87);
    B Reinhold (s. 2), Friedrich (1892–1977), Elektrotechniker, Flieger in d. Richthofenstaffel;
    Berlin Annie Pincus ( 1989); kinderlos.

  • Leben

    R. wuchs in Wülfel bei Hannover auf, lernte den Kaufmannsberuf im Geschäft eines Onkels in Manchester und trat dann in eine Berliner Textilimportfirma ein, die ihn nach Shanghai sandte. 1919 zwangsweise repatriiert, studierte er mehrere Semester am Seminar für Oriental. Sprachen und an der Univ. Berlin. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme kehrte R. von China nicht nach Deutschland zurück, sondern begab sich nach London. 1940 war er kurzzeitig auf der Isle of Man interniert; 1941-46 wirkte er als dt. Sprachlehrer an Flieger- und Dolmetscherschulen in Cambridge und London, 1946-52 als Dozent für Deutsch an der Univ. London (Queen Mary College, Westfield College). R., der schon früh ein ausgeprägtes Sprachentalent zeigte, befaßte sich intensiv mit dem Englischen und Chinesischen. Da es seinerzeit kein umfangreiches Chinesisch-Deutsches Wörterbuch gab, stellte er ein solches speziell für den praktischen Gebrauch zusammen (1924, hierzu Rez. v. F. Jäger, in: Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 80, 1926, S. 336-40; „Das erste chin.-dt. Wörterbuch, das diesen Namen verdient.“; 21936 durchgesehen v. W. Simon, 31963 hg. v. H. O. H. Stange, hierzu ders., Dt. Index, 1971), das etwa 50 Jahre lang das Standardwörterbuch war. Es wurde nicht nur von Dolmetschern, Kaufleuten und Missionaren, sondern auch von Sinologen und Studenten viel benutzt, zumal es die alte wie die aktuelle Sprache umfaßte. Die Sinologen Erwin v. Zach (1872–1942) und Ferdinand Lessing (1882–1961) gaben 1926 Verbesserungen heraus. R. arbeitete während des 2. Weltkriegs an einer Neuausgabe, die aber erst 1963 erschien. Als Anhang zur Erstausgabe ergänzte C. A. Kollecker die Aussprache- und Tonbezeichnungen in der Kantoner und Hakka-Mundart (1925). Daneben widmete sich R. der engl. Lexikographie und gab mehrere viel benutzte Handwörterbücher heraus.

  • Werke

    Weitere W Langenscheidts Hdwb. Dt.-Engl. 21960 ff. (mit H. Messinger), 161986;
    dto., Engl.-Dt., 21964 ff.;
    dto., Schulausg., 2 Bde., 1965;
    Langenscheidts Concise German Dict., English-German-English, New York 1967, 21973;
    4000 German Idioms (Redensarten) and colloquialisms with their English equivalents, 1955 (mit K. Pearl).

  • Literatur

    E. v. Zach, in: Mitt. d. Seminars f. Oriental. Sprachen an d. Univ. Berlin, Ostasiat. Stud. 29, 1926, S. 225-30, hierzu Replik v. F. Lessing, ebd., S. 233-37, E. v. Zach, T oung Pan in: TP 25, 1928, S. 364 f.;
    Association of Jewish Refugees, Juli 1961, S. 14;
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1936-70;
    J. Walk, Kurzbiogrr. z. Gesch. d. Juden 1918-1945.1988.

  • Autor/in

    Hartmut Walravens, Gunther Rudenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Walravens, Hartmut; Rudenberg, Gunther, "Rüdenberg, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 210 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139817808.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA