Lebensdaten
1925 bis 1987
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Showmaster
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118602764 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rosenthal, Hans Günter
  • Rosenthal, Hans
  • Rosenthal, Hans Günter

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Zitierweise

Rosenthal, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118602764.html [17.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Kurt (1900–37), Bankbeamter in B.;
    M Else Isaac (1899–1941), aus Drossen (Mark Brandenburg);
    B Gert (1932–42, KZ Riga oder Majdanek);
    Berlin 1947 Traudl Schalion (* 1927), techn. Laborzeichnerin;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    R. besuchte die Mittelschule in Berlin und wuchs nach dem Tod der Eltern in verschiedenen Waisenhäusern und Heimen auf. 1940-43 mußte er als Jude Zwangsarbeit leisten. In der Laubenkolonie „Dreieinigkeit“ versteckt, überlebte er den Holocaust. Nach dem Krieg ging R. als Volontär zum Berliner Rundfunk, wo er sich zum Regieassistenten und Aufnahmeleiter hocharbeitete. 1948 wechselte er zum RIAS Berlin. Hier startete R. mit der Reihe „Wer fragt – gewinnt!“ (316 Folgen, 1954–74) eine höchst erfolgreiche Karriere als „Quizmaster der Nation“. Mit „Spaß muß sein!“ (1959-86) wagte er es, mit vorher unbekannten und nicht getesteten Kandidaten zu agieren. Dank der Improvisations- und Spielfreudigkeit des Spielmeisters war auch diese Reihe beim Hörerpublikum sehr beliebt. Den ersten großen überregionalen Erfolg hatte R. mit der Livesendereihe „Allein gegen alle“ (161 Folgen, 1963–77), die von mehreren ARD-Anstalten ausgestrahlt wurde. Eine Fernsehfassung dieser Rateshow wurde 1978-82 mit Max Schautzer als Spielmeister im Ersten Dt. Fernsehen ausgestrahlt.

    Nach wenig erfolgreichen eigenen Fernsehsendungen im SFB (Leichte Muse – Schwere Maschinen, 1958) und im NDR (Werner Müllers Schlager-Magazin, 1961), ging R. 1961 als Unterhaltungschef zur Bavaria nach München. Seinen Durchbruch im Fernsehen schaffte er, 1962 zum RIAS zurückgekehrt, mit der Vorabendserie „Gut gefragt – ist halb gewonnen“ (1964-70) im ZDF. Mit der Sendereihe „Dalli, Dalli“ (ZDF/ORF, 153 Folgen, 1971–86) wurde R. in Deutschland und Österreich gleichermaßen populär.

    „Hänschen“ R. erfand, moderierte und leitete über 3000 Sendungen und Reihen, darunter z. B. „Die Insulaner“ (RIAS, 1948–68), „Bitte zur Kasse“ (SR, 1971–85) oder „Rate mal mit R.“ (ZDF, 1980–86). Durch seine Spielfreude und seinen liebenswürdigen Umgang mit Spielpartnern wurde R. zu einer herausragenden Erscheinung in der bundesdt. Funk- und Fernsehunterhaltung.|

  • Auszeichnungen

    Präs. d. Fußballclubs „Tennis Borussia Berlin“; Mitgl. d. Repräsentantenverslg. in d. jüd. Gde. Berlin (seit 1954, seit 1971 Vors.) u. d. Zentralrats d. Juden in Dtld. (seit 1961, Direktoriumsmitgl. seit 1973); BVK (1972); Goldener Bildschirm u. Goldener Bambi (1973); Silberne Kamera (1973/74/79); Goldenes Mikrofon (1974); Silberner Bambi (1975); Goldene Kamera (1985); Tele-Star (1986); H.-R.-Stiftung (seit 1987).

  • Werke

    Der kl. Spielmeister, 1978;
    Allein gegen alle, 2 x 100 Quizfragen, 1978;
    Zwei Leben in Dtld., 1980,| 21982 (Autobiogr.);
    Das ist Spitze, 1983. – Moderationen u. Konzepte u. a.: Schnappschüsse, NDR, 1965-67;
    Opas Schlagerfestival, RIAS/WDR, 1967-72;
    Da ist man sprachlos, RIAS/WDR, 1968-71;
    Kl. Leute, gr. Klasse, NDR, 1968-70;
    Spiel über Grenzen, RIAS/WDR, 1972-74;
    Schlagerfestival 1925, 1926, 1927, 1929, 1930, ZDF, 1974-77;
    KO oder Okay, ZDF, 1977-80;
    Frag mich was, RIAS/SDR/NDR, 1978-80;
    Gefragt, Gewußt, Gewonnen, ZDF, 1985/86.

  • Literatur

    H. Schröter, Unterhaltung f. Millionen, 1973;
    M. Virchow, Die 100 vom Fernsehen, 1973, S. 116 (P);
    tv Köpfe, 1981, S. 220;
    S. Jörg, Unterhaltung im Fernsehen, Showmaster im Urteil d. Zuschauer, 1984;
    ARD-Jb. 1969-87;
    ZDF-Jb. 1968, 1971-87 (P in: 1979, 1981, 1983);
    K.-O. Saur, in: SZ v. 11.2.1987 (P);
    Th. Henschke, H. R., Ein Leben f. d. Unterhaltung, 1999 (P);
    K. Ungerer, in: FAZ v. 22.3.2000 (P);
    M. Schäbitz, „Wir waren Ausgestoßene im eigenen Vaterland“, Überleben in d. NS-Zeit, Das Beispiel H. R., in: Juden in Berlin 1938-1945, Ausst.kat. Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“, 2000, S. 280-89 (P);
    Harenbergs Personenlex., 1991 (P);
    Munzinger.

  • Autor/in

    Thomas Henschke
  • Empfohlene Zitierweise

    Henschke, Thomas, "Rosenthal, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 83-84 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118602764.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA