Lebensdaten
1879 bis 1940
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Istanbul
Beruf/Funktion
Astrophysiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 116622121 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rosenberg, Hans Oswald
  • Rosenberg, Hans

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Zitierweise

Rosenberg, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116622121.html [19.08.2017].

CC0

Rosenberg, Hans Oswald

Astrophysiker, * 18.5.1879 Berlin, 26.7.1940 Istanbul. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Hermann (1847-vor 1928), aus Heiligenbeil (Ostpr.), Bankdir., 1883-1903 Inh. d. Berliner Handelsges., Gen.konsul (s. Dt. Zeitgenossenlex., 1905); M Else ( n. 1928), T d. Ernst (eigtl. Elias Levy) Dohm (1819–83), Publ., Mitarb. d. Zs. „Kladderadatsch“, u. d. Hedwig Schleh (1831–1919), Schriftst. (beide s. NDB IV); Tante-m Hedwig Dohm (1855–1942, Alfred Pringsheim, 1850–1941, o. Prof. d. Math. in München, s. NDB 20); – 1904 Verena Borchardt; 3 S, 2 T; Schwägerin (?) Helene Borchardt ( Carl Wirtz, 1876–1939, Astronom in Kiel, s. Pogg. IV-VI; L.)

  • Leben

    Nach der Reifeprüfung 1899 am Berliner Wilhelms-Gymnasium studierte R. Naturwissenschaften, speziell Astronomie, in München, Berlin und Straßburg. Die Promotion erfolgte 1905 an der Univ. Straßburg bei Ernst Becker mit einer Arbeit über den Lichtwechsel des veränderlichen Sterns χ Cygni; daneben beobachtete er Meteore und berechnete deren Bahnen. 1907 ging er als Volontär zu Karl Schwarzschild an die Univ. Göttingen, wo er eine Methode zur photographisch-photometrischen Bestimmung der Intensitätsverteilung in Sternspektren entwickelte und bis 1909 entsprechende Beobachtungen der Sonne und 70 heller Sterne durchführte. Seine Veröffentlichung „Photographische Untersuchung der Intensitätsverteilung in Sternspektren“ (in: Nova Acta Leopoldina 101, Nr. 1914), eine Pionierleistung, regte weitere Studien an, da R.s Ergebnisse teilweise erheblich von den von Johannes Wilsing und Julius Scheiner durch visuelle Spektrophotometrie erhaltenen abwichen. Auf Anregung Schwarzschilds fertigte R. auch eine Arbeit „Über den Zusammenhang von Helligkeit und Spektraltypus in den Plejaden“ an, die bereits einen Vorläufer des Hertzsprung-Russell-Diagramms enthielt und mit der er sich 1910 an der Univ. Tübingen habilitierte (1916 ao. Professor). Dort errichtete R. ein Privatobservatorium auf dem Oesterberg und übernahm zudem 1912 die Verwaltung der Universitäts-Sternwarte. Sein Hauptinteresse galt in dieser Zeit der lichtelektrischen Photometrie. Fast zeitgleich mit Paul Guthnick konstruierte er 1913 das erste photoelektrische Photometer unter Verwendung einer Kalium-Photozelle. Während des 1. Weltkriegs leistete R. Frontdienst und wurde mehrfach dekoriert. Danach wandte er sich wieder der Erweiterung und Verbesserung der photometrischen Methoden zu (Rosenbergsches Polarisationsphotometer, Rosenbergsches Mikrophotometer) und erklärte unter anderem erstmals physikalisch das Entstehen der Sternscheibchen auf photographischen Aufnahmen. 1926 nahm er einen Ruf als o. Professor an die Univ. Kiel an, wo er sich weiterhin v. a. photometrischen Problemen wie dem blaugelben Doppelfilter widmete und sich um eine verstärkt astrophysikalische Ausrichtung der Lehre bemühte. 1927 und 1929 unternahm R. Sonnenfinsternis-Expeditionen nach Nord-Schweden und Siam. 1933 wurde er wegen seiner „nichtarischen“ Herkunft vorübergehend beurlaubt, beantragte im folgenden Jahr selbst seine Beurlaubung und reiste in die USA. Nach mehr als zwei Jahren am Yerkes Observatory der Univ. Chicago bei Otto Struve folgte R. 1938 einem Ruf als Nachfolger Erwin Freundlichs auf das Ordinariat für Astronomie an der Univ. Istanbul, wo er bis zu seinem Tod tätig war. – Mitgl. d. Württ. Ges. z. Förderung d. Wiss., d. Astronom. Ges. u. d. Komm. f. Stellarphotometrie d. Internat. Astronom. Union (1939).

  • Werke

    u. a. Der Veränderliche χ Cygni. Diss. Straßburg 1906; Über d. Zus.hang v. Helligkeit u. Spektraltypus in d. Plejaden, in: Astronom. Nachrr. 186, 1910. Nr. 4445, Sp. 71-78; Strahlungseigenschaften d. Sonne, in: Hdb. d. Physik, 19, 1928, S. 50-69; Lichtelektr. Photometrie, in: Hdb. d. Astrophysik, II/1, 1929, S. 380-430.

  • Literatur

    W. Gleissberg, in: Publl. of the Istanbul Univ. Observatorv 13, 1940, S. 1-6 (W-Verz., P); Nature 146, 1940, S. 770; Ch. Schmidt-Schönbeck, 300 J. Physik u. Astronomie an d. Kieler Univ., 1965, S. 196-200; Ch. Theis u. a., H. R. u. C. Wirtz, Zwei Kieler Astronomen in d. NS-Zeit. in: Sterne u. Weltraum, H. 2, 1999, S. 126-30 (P); Pogg. V-VII a; Kürschner, Gel.-Kal. 1931, 1935; DSB XI; BHdE II; – Eigene Archivstud.

  • Autor

    Freddy Litten
  • Empfohlene Zitierweise

    Litten, Freddy, "Rosenberg, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 62 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116622121.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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