Lebensdaten
1771 – 1839
Geburtsort
Solothurn
Sterbeort
Bern
Beruf/Funktion
Unternehmer ; Politiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 139224491 | OGND | VIAF: 100517220
Namensvarianten
  • Roll von Emmenholz, Ludwig Freiherr
  • Roll von Emmenholz, Ludwig
  • Emmenholz, Ludwig Roll von
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Zitierweise

Roll von Emmenholz, Ludwig Freiherr, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139224491.html [08.12.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Urs Joseph (1743–1815), Oberst im Schweizergarde-Rgt. d. franz. Kg., Brigadegen., 1788 FM (s. Einl.), S d. Viktor Augustin (1700–73), Schultheiß d. Stadt S., u. d. Maria Margaritha v. Besenval (1704–93);
    M Maria Anna (1746–95), T d. Johann Joseph Georg Gf. v. Diesbach (1699–1772), Herr v. Torny-le-Grand (Frankreich), Chamblon u. Mézières, Oberst in österr. Diensten, Kammerherr Ks. Karls VI., u. d. Maria Anna v. Montenach (* 1719);
    Ur-Gvm Peter Joseph v. Besenval (1675–1736), Marschall, Ratsherr u. Venner v. S.;
    4 Geschw;
    Solothurn 1792 Karolina (Marie-Louise Charlotte) (1777?-1844), T d. Johann Viktor Urs Josef v. Stäffis v. Mollondin (1753–86) u. d. Johanna (Marie-Jeanne-Nicole) Gfn. v. Leobard (1757–1838);
    3 K (1 früh †) u. a. Franz (1796–1859), Dir. d. väterl. Eisenwerks.

  • Biographie

    R. absolvierte, wie bei den führenden Familien Solothurns üblich, eine Ausbildung zunächst zum Offizier im franz. Militärdienst und nach seiner Rückkehr in die Vaterstadt (1789) zum Funktionär in deren Verwaltung (1792 Major, Mitgl. d. Kriegsrats). Es gelang ihm, über die politischen Umbrüche nach 1789 hinweg stets eine einflußreiche Stellung in Solothurn einzunehmen. Seit 1798 Mitglied der Verwaltungskammer des helvet. Kt. Solothurn, später dessen Regierungsstatthalter, leitete er 1803-05 das Militärdepartement und stand 1805-34 an der Spitze des Finanzdepartements, wo er entscheidende Reformen zur Konsolidierung der Staats- und Gemeindefinanzen vorantrieb und kontinuierlich für eine liberale Wirtschaftspolitik sorgte. Er erneuerte u. a. das Postwesen, institutionalisierte die staatliche Brandversicherung und ein modernes Kataster- und Grundbuchsystem und bereitete die Ablösung der alten staatlichen Wirtschaftslehen vor. Auf Bundesebene wirkte er bei der Einführung eines Münz- und eines Maß- und Gewichtskonkordats mehrerer Kantone mit sowie bei der Neuorganisation des Bistums Basel.

    R. finanzierte 1804 eine Fayencefabrik und 1834 die für Solothurn neue Seidenproduktion. 1810 übernahm er die in der Eisenerzverarbeitung tätige Firma „Dürholz & Co.“ mit einem Hochofen und einer Schmiede und erweiterte sie 1813 um ein neues Verhüttungswerk in der Klus und ein Hammerwerk in Gerlafingen. Die „Ludwig von Roll & Cie“ errang mit dem nach neuesten Erkenntnissen der Metallurgie gewonnenen und ausgeschmiedeten Eisen im 19. Jh. eine marktbeherrschende Stellung in der Schweiz. Mit der Umwandlung des Unternehmens 1823 in|die AG „Gesellschaft der Ludwig von Roll’schen Eisenwerke“ trat R. aus der Firmenleitung aus, blieb aber Hauptaktionär. Das Werk wurde wesentlich vergrößert durch eine Eisengießerei (1827), ein Blechwalzwerk (1838), eine Erzschmelze in Choindez (1845) und mehrere Gießereien in Olten (1865), Rondez (1889) und Bern (1894). Das Werk Gerlafingen verarbeitete seit dem späten 19. Jh. in großem Stil Alteisen und produzierte Walz- und Großschmiedeprodukte, u. a. Kanonenrohre.

    Der heute vorwiegend in anderen Sparten (u. a. Elektroisolier- u. Umwelttechnik) aktive Konzern „von Roll Group“ ist mit seinen Teilgesellschaften auf allen Kontinenten tätig. Die ursprüngliche Produktionsstätte in Gerlafingen wurde 1996 an die „Von Moos AG“ verkauft, die meisten anderen Zweigbetriebe stillgelegt.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ökonom. Ges. v. Solothurn;
    Gründungspräs. d. Lit. Ges. v. Solothurn (1808).

  • Literatur

    L. R. Schmidlin, Geneal. d. Frhr. v. R., 1914;
    G. v. Vivis, ebd.: L. Weiß, Gesch. d. Ludwig v. Roll’schen Eisenwerke, 1953;
    J. P. Zwicky, Ahnentafel v. L. Frhr. v. R. v. E., 1771–1839, in: Archiv f. Schweizer. Fam.künde III, 1948-1956, S. 1-22 (P);
    F. Glauser. L. v. R. u. d. solothurn. Ausgleichsbewegung v. 1830/31, in: Schweizer. Zs. f. Gesch. 12, 1962, S. 145-69;
    R. Studer, Solothurner Porträts, Nr. 38, um 1978 (P);
    J. Hofstetter u. E. Bader. Das Unternehmen v. Roll AG, 1973;
    H. Sigrist, Solothurn. Gesch. III, 1981, S. 423 ff.;
    HBLS;
    Schweizer Lex. IV, S. 395 u. VI, S. 515; |

  • Quellen

    Qu StA Solothurn; Fam.archiv v. Roll, Solothurn; Untern.archiv v. Roll Holding; Untern.archiv Stahl Gerlafingen AG.

  • Porträts

    Ölgem. (Hist. Mus. Blumenstein, Solothurn);
    Denkmal. Bronzebüste, 1840 (Solothurn, b. d. Kreuzenkirche).

  • Autor/in

    Peter Kaiser
  • Zitierweise

    Kaiser, Peter, "Roll von Emmenholz, Ludwig Freiherr" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 11-12 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139224491.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA