Lebensdaten
1884 bis 1940
Geburtsort
Meerane (Sachsen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119046334 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Roberts, Ralph Arthur
  • Schönherr, Robert Arthur (eigentlich)
  • Roberts, Ralph
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Zitierweise

Roberts, Ralph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119046334.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Robert Schönherr (1858–1929), Bäckermeister, Kaufm.;
    M Bertha Elisabeth König (1859–1917);
    ( 1920er Jahre) N. N.; kinderlos;
    N Hansjoachim Schönherr, aus Freiberg (Sachsen) (s. L).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Dresden erhielt R. eine Ausbildung als Schauspieler an der von Adolf Winds (1855–1927) geleiteten Theaterakademie und wurde von Felix Draeseke (1835–1913) am Dresdner Konservatorium in Kompositionslehre unterrichtet. Auf sein erstes Engagement am Residenz-Theater in Wiesbaden 1903-05 folgten Auftritte im Trianon-Theater in Berlin 1906 und im Breslauer Schauspielhaus 1907. Danach war R., der als Offizier am 1. Weltkrieg teilgenommen hatte, äußerst erfolgreich am Thalia-Theater und Dt. Schauspielhaus in Hamburg, wo er auch Regieaufgaben wahrnahm. 1921 ging er nach Berlin, spielte dort an verschiedenen Bühnen und führte ebenfalls Regie. 1928 gründete er in Berlin das Theater in der Behrenstraße und agierte dort als Direktor, Regisseur und Hauptdarsteller in Lustspielen, deren Textbücher er oft mitverfaßte.

    Während seiner Hamburger Zeit spielte R. im tragikomischen Fach, vielfach auch in Operetten, u. a. den Frosch in der „Fledermaus“. In der Hansestadt entstand 1912 anläßlich der Premiere der Revue „Bunt ist die Welt“ das von R. komponierte und getextete Walzerlied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, das zum Evergreen wurde. In Berlin war er 1922 Partner der legendären Fritzi Massary (1882–1969) bei der Uraufführung der „Madame Pompadour“. Danach wandte er sich ausschließlich dem Boulevardtheater zu und avancierte zu einem der beliebtesten Komiker Berlins.

    Bereits 1919 stand R. als Iwan Gorell in „Erdgift“ das erste Mal vor der Kamera. Aus der Fülle seiner Filmfiguren ragen besonders der Grünlich in der ersten Verfilmung der „Buddenbrooks“ (1923), der Wehrhahn im „Biberpelz“ (1928), der Theaterdirektor Striese im „Raub der Sabinerinnen“ (1928) und der despotische Kg. Karl X. im „Tanz auf dem Vulkan“ (1939) hervor. Seine reifste Leistung aber war die Verkörperung des Staatsanwalts in Heinrich Spoerls „Der Maulkorb“ (1938); in dieser Rolle konnte sich R. vom Klischee seiner früheren Lustspielfilme lösen und beweisen, daß er zu den besten Charakterschauspielern seiner Zeit gehörte. Die Premiere seines letzten Films „Wie konntest Du, Veronika!“(1940) erlebte er nicht mehr.

  • Werke

    Weitere W Bühnenstücke: Mein Vetter Eduard, 1923 (mit F. Friedmann-Frederich);
    Einbruch, 1927 (mit A. Landsberger);
    Hau-ruck!, 1933 (mit P. Vulpius);
    Fabian, der Elefant, 1933 (mit L. Lenz);
    Fragen Sie Frau Elfriede, 1934 (mit dems.);
    Ehe in Dosen, 1934 (mit dems.);
    Der Kampf mit d. Tatzelwurm, 1935 (mit dems.);
    Meine Tochter – Deine Tochter, 1935 (mit dems.);
    Bargeld lacht, 1939 (mit E. Ebermayer). – Drehbücher: Spiel mit d. Feuer, 1934 (mit H. B. Fredersdorf);
    Meine Tante – Deine Tante, 1939 (mit K. Bortfeld).

  • Literatur

    H. Weinschenk, Schauspieler erzählen, 1940, S. 274-79;
    C. Rieß, Das gabs nur einmal, 1956, S. 506;
    H. Holba, Reclams dt. Filmlex., 1984;
    H. Schönherr, Mit blitzendem Monokel, in: Film u. Fernsehen, 1984, H. 12, S. 43-45;
    ders., R. A. R., Lb. e. gr. Schauspielers, 1992 (P);
    F. Beyer, Die Gesichter der UFA. 1992, S. 246;
    H.-M. Bock (Hg.), Lex. Filmschauspieler internat., 1995;
    R. Dick, Lex. d. Filmkomiker, 1999;
    A. Heinzlmeier u. B. Schulz, Lex. d. dt. Film- u. TV-Stars, 2000;
    Cine-Graph (Filmogr.).

  • Autor/in

    Hansjoachim Schönherr
  • Empfohlene Zitierweise

    Schönherr, Hansjoachim, "Roberts, Ralph" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 681 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119046334.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA