Lebensdaten
1655 bis 1730
Geburtsort
Dinkelscherben (?)
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129182303 | OGND | VIAF: 65079112
Namensvarianten
  • Rieger, Johann

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Zitierweise

Rieger, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129182303.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Eltern unbekannt;
    1696 Anna Maria Pfanzelt, aus Lechbruck, N d. Johann Georg Knappich (1637–1704), aus Lechbruck, Maler in A. (s. ThB; Augsburger Stadtlex.).

  • Leben

    Über R.s Geburtsdatum (es wird der Beschriftung auf der Umrißradierung von Georg Christoph Kilian nach einem verschollenen Selbstporträt entnommen), seine Jugend und den Zeitpunkt seiner Übersiedlung nach Augsburg liegen keine gesicherten Nachrichten vor. Für 1680-83 ist R. durch den Eintrag in das Augsburger Malerbuch als Geselle des Augsburger Malers Johann Georg Knappich gesichert, der in der Literatur als sein Vetter bezeichnet wird. Ob R. vor dieser Zeit bei Knappich Schüler war, wie allgemein angenommen wird, erscheint fraglich, da sein Name unter den im Malerbuch in Folge genannten Schülern Knappichs nicht auftaucht. Um 1692 ist R. in Rom nachgewiesen, wo er als Mitglied der niederländ. Schilderbent den Bentnamen „Sauerkraut“ führte. 1693 ist durch eine signierte, datierte Kopie eines Kuppelfreskos in S. Brigida von Luca Giordano ein Aufenthalt in Neapel nachgewiesen. Am 1.7.1696 kaufte R. die Augsburger Meistergerechtigkeit und heiratete im selben Jahr. 1710 wurde er – neben dem ev. Direktor Georg Philipp Rugendasd. Ä. – zum ersten kath. Direktor der neugegründeten Reichsstädt. Kunstakademie bestellt. Die Berufung zum Akademiedirektor, die große Schülerschar und die ansehnliche Zahl noch erhaltener oder nachweisbarer Altarbilder sprechen für die hohe Wertschätzung R.s zu Lebzeiten. Womöglich hat das teilweise negative Urteil Paul v. Stettens (1779) dazu geführt, daß R.s Werk geringe Beachtung fand. In jüngster Zeit wurden jedoch Beispiele für seine von v. Stetten gelobten See-Stücke (K. Kosel) und ein Reihe eigenständiger Zeichnungen wieder entdeckt.

    Mit seinem Geburtsjahr 1655 ist R. ein Maler einer Zwischengeneration. Er gehört nicht mehr zu den Schülern (bzw. dem Umkreis) von Johann Heinrich Schönfeld (* 1609), die, um 1630 geboren, in Augsburg die Malerei des Hochbarock bestimmten und noch nicht zu denjenigen, die wie Johann Georg Bergmüller (* 1688) und die nachfolgende jüngere Generation den Durchbruch zum Rokoko vollzogen. Daher wirkt sein Schaffen, soweit an dem heute bekannten Œuvre erkennbar, z. T. auch uneinheitlich. Einerseits sieht man in den Altarbildern den Einfluß Schönfelds („Martyrium d. Hl. Georg“, Dillingen, ehem.|Priesterseminar, um 1715) oder des italien. Hochbarocks, z. B. von Pietro da Cortona oder Nicolas Poussin („Übergabe d. Rosenkranzes andie Hll. Dominikus u. Katharina“, Weißenhorn, Stadtpfarrkirche, 1722, u. „Beschneidung Christi“, Waidhofen, Stadtpfarrkirche, 1729), andererseits zeigen seine Historienbilder aus dem Alten Testament in der Pfarrkirche Aufkirch eigenständige, neuartige Komposition, vehemente Malweise und eigentümlich pastellartige Farbigkeit.

  • Werke

    Weitere W u. a. Freskenzyklus, um 1704 (Kloster Holzen).

  • Literatur

    P. v. Stetten, Erll. d. in Kupfer gestochenen Vorstellungen aus d. Gesch. d. Reichsstadt Augsburg, Augsburg 1765, S. 213;
    ders., Kunst – Gewerb – u. Handwerks Gesch. d. Reichs – Stadt Augsburg, Augsburg 1779, S. 316;
    H. Dussler, Der Allgäuer Barockbaumeister Johann Jakob Herkommer, Leben u. Werk, 1956 (Allgäuer Heimatbücher, 52. Bd., insbes. auch z. Geneal.);
    Der Barocke Himmel, Ausst.kat. Stuttgart 1964;
    Augsburger Barock, Ausst.kat. Augsburg 1968, Kat. Nr. 139, 307-11 m. Abb.;
    K. Kosel, Neuentdeckungen z. Lebenswerk v. J. R., in: Jb. d. Ver. f. Augsburger Bistumsgesch. 10, 1976, S. 245 f. mit Abb.;
    Städt. Kunstslgg. Augsburg, Dt. Barockgal., Kat. d. Gem., 1984, S. 199;
    C. Madel, Die Nachfolge Johann Heinrich Schönfelds unter bes. Berücks. d. Maler Johann Georg Melchior Schmidtner u. Johann Georg Knappich, Diss. München 1987;
    ThB.

  • Portraits

    Umrißradierung v. G. Ch. Kilian, 1773, nach e. verschollenen Selbstbildnis (Augsburg, Städt. Kunstslgg., Graph. Slg.).

  • Autor/in

    Gode Krämer
  • Empfohlene Zitierweise

    Krämer, Gode, "Rieger, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 579-580 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129182303.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA