Lebensdaten
1867 bis 1953
Geburtsort
Sankt Veit (Osttirol)
Sterbeort
Hall (Tirol)
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Journalist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118744119 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Reimmichl
  • Rieger, Sebastian
  • Reimmichl
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Rieger, Sebastian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118744119.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1827–95), Händler, Mitinh. e. Strohhutfabrik u. Bauer (Eggerhof oder Egg in St. Veit);
    M Maria (1831–1913), T d. J. Brugger, Bauer zu Breuding (Osttirol).

  • Leben

    R. wuchs auf einem Hof im Osttiroler Defereggental auf, besuchte seit 1880 das Gymnasium in Brixen (Südtirol), studierte dort Philosophie und Theologie und wurde 1891 zum Priester geweiht. Danach war er als Seelsorger in Stilfes bei Sterzing, Sexten, Dölsach in Osttirol und Sand in Taufers tätig. 1898 erhielt er die Expositur in Gries am Brenner, 1914 die Kaplanei in Heiligkreuz bei Hall (Tirol), wo er bis zu seinem Tod blieb.

    Seit 1894 schrieb R. unter der Rubrik „Was der Reimmichl erzählt“ für die Wochenzeitung „Der Volksbote“. Als Redaktionsmitglied und seit 1897 als Leiter verstand er es, das „Bötl“ mit hohen Auflagenzahlen zur beliebtesten Zeitung des Landes aufzubauen. Gleichzeitig redigierte er seit 1897 die Wochenzeitung „Brixener Chronik“. 1920 wurde R. Herausgeber des „Tiroler Kalenders“ (seit 1925 „Reimmichls Volkskalender“), den er bis zur Ausgabe für 1954 betreute. Vom Journalismus zog er sich immer mehr zurück und konzentrierte sich auf den Kalender, „das Liebste und Teuerste aller meiner Werke“. Außerdem schrieb er Geschichten und Romane, in denen er für Werte wie Religion, Ehe und Heimat eintrat. Sein christlicher Impetus, die Seelsorge durch das geschriebene Wort, verband sich dabei mit seinem besonderen Interesse am Bauernstand, für den R. schon 1904 als Mitgründer des „Tiroler Bauernbundes“ eingetreten war. Daß er sein Ziel erreichte, Literatur auch für, einfache Menschen' zu schreiben, belegen die hohen Auflagen seiner Schriften: Zu Lebzeiten wurden seine mehr als 200 Titel in 60 Büchern in über drei Mio. Exemplaren abgesetzt. Von den Nationalsozialisten wurden R.s Schriften wegen ihres christl. Inhalts und der im „Kalender“ ausgesprochenen Kritik am Regime als „volksschädlich“ gebrandmarkt. Zu den beliebtesten Werken R.s gehören „Weihnacht in Tirol“ (1911), „Die Glocken von Hochwald“ (1917), „Der Fahnlbua und andere Erzählungen“ (1926) und „Der Judas von Haldernach“ (1929). Zu wenig beachtet werden R.s kurzweilige und originelle (Weingartner) Predigten sowie seine Aufsätze und Festbetrachtungen aus dem „Volksboten“; von zeitgeschichtlichem Interesse sind seine Stellungnahmen zu wirtschaftlichen Fragen des Bauernstandes.

  • Werke

    Weitere W Aus d. Tiroler Bergen, 1898;
    Das Heimweh, 1920;
    Das Mädchen v. St. Veit, 1922;
    Rosengärtlein unserer Lieben Frau, 1922;
    Der Tuifelemaler, 1924;
    Reimmichl-Hausbuch, Ernste u. heitere Geschichten, Erinnerungen u. Werkverz., hg. v. W. Sackl, 1989;
    – zuverlässige Bibliogr. fehlt;
    |

  • Quellen

    Qu Reimmichl-Archiv in Burg Hasegg in Hall (Tirol).

  • Literatur

    Reimmichl, Eines Volksdichters Leben u. Schaffen, Zum 60. Geb.tag Reimmichls, 1927 (darin u. a.: J. Weingartner, Der Pfarrer aus Tirol);
    H. Neurauther, R. als Tiroler Volkserzähler u. Erzieher, Diss. Innsbruck 1950;
    H. Brugger, Der Pfarrer v. Tirol, Reimmichl u. seine Geschichten, 1972;
    R. Stenek, S. R.s publizist. Tätigkeit im „Volksboten“ 1898-1920, Diss. Innsbruck 1977/78;
    K. Erlacher, Gesch. u. Analyse d. Südtiroler Kal. 1920-1970, Diss. Padua 1983/84;
    Marienlex. V;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (Bibliogr.);
    Killy;
    BBKL.

  • Portraits

    Gem. v. R. Wernicke, postum 1956 (Innsbruck, Verlag Tyrolia);
    Radierung v. F. Schunbach, 1953, u. Fotos (Reimmichl-Archiv, s. W);
    Österr. Briefmarke 1992;
    Brunnen, 1992 (St. Veit, Osttirol);
    Gedenktafel, 1998 (Brixen).

  • Autor/in

    Hans Pörnbacher
  • Empfohlene Zitierweise

    Pörnbacher, Hans, "Rieger, Sebastian" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 580 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118744119.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA