Lebensdaten
1908 bis 1986
Geburtsort
Bad Ischl
Sterbeort
Puerto de la Cruz (Teneriffa)
Beruf/Funktion
Regisseur
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 124332161 | OGND | VIAF: 27266432
Namensvarianten
  • Reinl, Harald
  • Reindl, Harold

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Zitierweise

Reinl, Harald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124332161.html [22.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Hans, Ing. u. Bergrat;
    M Ida Schedl;
    1 B Kurt (* 1908), RA;
    1) 1946 ( 1950) Corinna Frank, 2) 1954 ( 1968) Karin Dor (eigtl. Kätherose Derr, * 1936), aus Wiesbaden, Schausp., 3) um 1975 Daniela Maria Delis, Schausp.;
    1 S aus 2).

  • Leben

    Nach dem Abitur in Hall absolvierte R. in Innsbruck ein Jurastudium, das er 1938 mit der Promotion abschloß. 1931 wurde er Akademischer Skiweltmeister, war Mitglied der Österr. Ski-Nationalmannschaft und reüssierte auch später noch im Wintersport. Der Filmregisseur Arnold Fanck (1889–1974) engagierte ihn 1930 als Double für Leni Riefenstahl (* 1902). R. übernahm Regieassistenzen in Filmen von Fanck und Max Obal. Mit dem Regisseur Guzzi Lantschner drehte er 1939 zwei kurze Dokumentarfilme, bevor er 1940-44 Regieassistent Riefenstahls und Mitarbeiter an Buch und Schnitt bei deren Film „Tiefland“ wurde.

    Nach dem 2. Weltkrieg konnte R. schnell im Filmgeschäft Fuß fassen, realisierte einen Kurzspielfilm und debütierte 1948/49 als|Spielfilm-Regisseur mit dem Film „Bergkristall“ nach Stifters gleichnamiger Novelle. R. spezialisierte sich auf Genrearbeiten, in den 50er Jahren v. a. auf Heimatfilme, darunter zahlreiche Roman-Adaptionen von Ludwig Ganghofer (z. B. Der Herrgottschnitzer v. Ammergau, 1952; Der Klosterjäger, 1953). Zu seinen größten Erfolgen in dieser Zeit gehörte die Verfilmung von Johanna Spyris Novelle „Rosen-Resli“ 1954, mit der Christine Kaufmann zum Kinderstar aufstieg. R. lancierte auch zeithistorische Stoffe, deren ungenügende Distanzierung gegenüber militaristischen Tendenzen zu öffentlichen Auseinandersetzungen führte (Die grünen Teufel v. Monte Cassino, 1957/58; U 47, Kpt.lt. Prien, 1958).

    1959 drehte R. als dän. Produktion den ersten Film einer Edgar Wallace-Serie: „Frøen“ (Der Frosch mit d. Maske). Basis des großen Erfolgs dieser Reihe waren das brit. Ambiente, die Mischung aus distinguiertem, teils komisch unterlaufenem Spiel und triviale Schockeffekte. Ähnlich erfolgreich wurden R.s Beiträge zu dem von Fritz Lang initiierten Mythos um Dr. Mabuse (Im Stahlnetz d. Dr. Mabuse, 1961; Die unsichtbaren Krallen d. Dr. Mabuse, 1961/62).

    R. war als Regisseur an den zahlreichen Karl May-Verfilmungen der 60er Jahre beteiligt und inszenierte 1963-65 die Winnetou-Trilogie. Er bediente die Traumwelt des bundesrepublikanischen Nachkriegskinos, drehte Heimat- und Kriminalfilme, nutzte Genre-Serials wie z. B. die sog. „Lümmel“- und „Pauker“-Filme und zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Regisseuren der Nachkriegszeit. Auch seinen ehrgeizigeren Projekten, v. a. dem „Nibelungen“-Film (2 Teile, 1966/67), haftet der Charakter von „trash“ an, spekulierte R. doch immer mit den populären Versatzstücken des Zeitgeschmacks. Er schuf jedoch ein Œuvre, das exemplarisch für massenwirksames Trivialkino steht. Zu seinen letzten Regiearbeiten gehören Dokumentarfilme, gedreht nach populärwissenschaftlichen Büchern von Erich v. Dänicken und Werner Keller. R. wurde auf Teneriffa von seiner Frau erstochen. – Preis d. IFF Venedig f. „Zehn Jahre später“ (1950); Goldene Leinwand u. Bambi f. „Der Schatz im Silbersee“ (1964) u. f. „Winnetou, 1. Teil“ (1965); Goldene Leinwand (1965) u. Bambi (1966) f. „Winnetou, 2. Teil“; Goldmedaille d. Dt. Filmtheater (1965); Goldene Leinwand f. „Winnetou, 3. Teil“ (1966) u. f. „Wir hau'n die Pauker in die Pfanne“ (1970); 2. Preis d. IFF Triest (1970) u. Oscar Nominierung (Dok.-film) (1971) f. „Erinnerungen an d. Zukunft“.

  • Werke

    Weitere W Hinter Klostermauern, 1951/52 (auch Buch, mit E. Kröhnke);
    Solange Du lebst, 1955 (auch Buch, mit J. J. Bartsch);
    Die Fischerin vom Bodensee, 1956 (auch Buch, mit K. H. Busse);
    Johannisnacht, 1956;
    Der Fälscher v. London, 1961;
    Der Schatz im Silbersee, 1962;
    Der Würger v. Schloß Blackmoor, 1963;
    Der unheiml. Mönch, 1965;
    Die Schlangengrube u. d. Pendel, 1967;
    Pepe, d. Paukerschreck, Die Lümmel von d. ersten Bank, 3. Teil, 1969;
    Dr. med. Fabian, Lachen ist d. beste Med., 1969;
    Wir hau'n die Pauker in d. Pfanne, Die Lümmel v. d. ersten Bank, 5. Teil, 1970;
    Grün ist d. Heide, 1972;
    Schloß Hubertus, 1973;
    Der Jäger v. Fall, 1974;
    Erich v. Dänicken, Botschaft d. Götter, 1975/76;
    … und die Bibel hat doch recht, 1976/77;
    Im Dschungel ist d. Teufel los, 1982.

  • Literatur

    H. R. Blum, Meister d. dt. Trivialfilms, in: Frankfurter Rdsch. v. 15.7.1967;
    H. Harmssen, in: Der Tagesspiegel v. 30.7.1967;
    J. v. Mengershausen, SZ v. 21./22.9.1968 (Interview);
    F. Pauer, Die Edgar Wallace-Filme, 1982;
    CineGraph (Filmogr., P);
    Munzinger. – Fernsehdok.: G. Büttenbender u. W. Richter, Die heile Welt u. ihre Märchenhelden, 1974;
    M. Feick u. G. Wengler, H. R., Kino ohne Probleme, 1985.

  • Autor/in

    Wolfgang Jacobsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Jacobsen, Wolfgang, "Reinl, Harald" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 376-377 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124332161.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA