Lebensdaten
1907 bis 1966
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Romanist ; Balkanologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139895841 | OGND | VIAF: 74221051
Namensvarianten
  • Reichenkron, Günter
  • Reichenkron, Günter
  • Reichenkron, Günther
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Zitierweise

Reichenkron, Günter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139895841.html [07.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Fritz, Kaufm.;
    M Margarete Franck;
    Bukarest 1944 Julia Stoianov (* 1905, griech.-orth.), aus Rumänien; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Studium der Romanistik, Slawistik, Klassischen Philologie und Indogermanistik wurde R. 1932 in Berlin aufgrund einer Dissertation über „Passivum, Medium und Reflexivum in den roman. Sprachen“ promoviert. Er wurde stark von seinem Lehrer Ernst Gamillscheg (1887–1971) geprägt, wie seine wichtigsten Forschungsbereiche (Vulgärlatein, Entstehung u. Gesch. d. Rumänischen, das Albanische, Problematik e. südosteurop.|Sprachbundes) zeigen. 1939 habilitierte er sich mit „Beiträgen zur roman. Lautlehre“. R., der früh in die NSDAP und ihre akademischen Unterorganisationen eingetreten war und aktiv mitarbeitete, machte rasch Karriere: 1942 wurde er als Ordinarius an die Reichsuniv. Posen berufen, um dort neben der Vertretung der Romanistik eine neue Balkan-Linguistik aufzubauen. Diese sollte nicht zuletzt den dt. Einfluß in den mit Deutschland verbündeten südosteurop. Ländern intensivieren; da R. neben den roman. Sprachen auch Ungarisch, Serbokroatisch, Russisch und diverse Balkansprachen fließend beherrschte, war er dazu bestimmt, zusammen mit Gamillscheg die entsprechenden Arbeiten zu koordinieren. Als Stellvertreter des von seinem Lehrer geleiteten Dt. Wissenschaftlichen Instituts in Bukarest, als Direktor der Außenstelle Odessa und als Gründer eines eigenen Instituts in Tirana war R. in der Endphase des Krieges mehr Wissenschaftsorganisator als Forscher.

    Nach Gründung der FU Berlin wurde R. 1948 zum Ordinarius für Roman. Philologie berufen und gründete 1960 das Institut für Balkanologie, dessen Leitung er neben der Direktion des Roman. Seminars übernahm. Seit 1962 gab er zusammen mit Franz Dölger und Alois Schmaus die „Zeitschrift für Balkanologie“ heraus. R., der sich selber in methodischer Hinsicht als konservativ bezeichnete, aber eine beträchtliche Zahl von Schülern (u. a. Klaus-Henning Schroeder) für die Balkanlinguistik begeisterte und im In- und Ausland als anerkannter Spezialist einen guten Namen hatte, war ein Vertreter der historischen Linguistik. Sein früher Tod verhinderte den Abschluß einer monumentalen Latein.-Altroman. Grammatik wie auch der etymologischen Wörterbücher des Rumänischen und Albanischen.

  • Literatur

    Zs. f. Balkanol. 4, 1966, S. 3-7 (P, W);
    K.-H. Schroeder, in: Südostforschungen 25, 1966, S. 405-07;
    I. Popinceanu, in: Revista scriitorilor români 5, 1966, S. 142 f.;
    F.-R. Hausmann, Dt. Romanistik im ‚Dritten Reich', 2000;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1940-1966 (W).

  • Autor/in

    Frank-Rutger Hausmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hausmann, Frank-Rutger, "Reichenkron, Günter" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 308-309 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139895841.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA