Lebensdaten
1886 bis 1960
Geburtsort
Ulm
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 141580402 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Rau, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd141580402.html [08.12.2016].

CC0

Rau, Gustav

Unternehmer, * 27.11.1886 Ulm, 7.12.1960 Stuttgart.

  • Genealogie

    V N. N., Bierbrauer; M N. N.; Elisabeth N. N.; S Gustav (s. 2).

  • Leben

    R. absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete seit 1926 als Geschäftsführer des Motorradherstellers „Standard Fahrzeugfabrik GmbH“ in Ludwigsburg, für den er erfolgreich die Zusammenarbeit mit dem Genfer Motorenbauer Motosacoche organisierte und ein Motorradprogramm (350–750 ccm) ermöglichte. 1928 übernahm er den Leichtmotorradbau der „Zehnder Söhne AG“ in Gränichen (Schweiz) und erweiterte 1931 das Motorradangebot der Firma auf die 200-250 ccm-Klasse. Nach der Firmenverlagerung nach Stuttgart-Feuerbach 1933 wurden auch Sportmotoren eigener Konstruktion gebaut, ferner ein Klein-PKW und -transporter. 1936 kaufte R. die „Spezial-Werkzeug-Fabrik Feuerbach GmbH“ (SWF) in Feuerbach, die Winker und Scheibenwischer für Automobile herstellte, und produzierte seit 1938 unter dem Firmennamen „SWF Spezialfabrik für Autozubehör GmbH“ zusammen mit dem Glashersteller Kinon in Aachen eine vollbeheizte Frostschutzscheibe, seit 1939 Winker, die für Geschwindigkeiten bis 140 km/h konstruiert waren. Während des 2. Weltkriegs fertigte R. Kfz-Ausrüstungen für das Militär.

    Nach 1945 entwickelte sich die SWF zu einem Spitzenunternehmen der Autozubehörindustrie. Sie lieferte die Erstausstattungen an Winkern, Blinkern und Scheibenwischern an den größten Teil der dt. Automobilindustrie und an den Fachhandel. 1954 ersetzte R. den Fuß-Abblender durch den Lenkstockschalter und führte die Lichthupe ein. Nach der Übernahme der Fa. Andreas Veigel 1957 produzierte er auch Tachometer für VW. 1955 brachte R. als erster dt. Hersteller den Scheibenwascher auf den Markt und rüstete 80 % aller dt. Automobile damit aus. Für gebogene Windschutzscheiben lieferte er profilierte Wischerblätter in federnden Haltern. Die Firma beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 3200 Personen.

    Sein Sohn Gustav verkaufte 1972 das Unternehmen an die „ITT New York“, die es 1998 an die franz. „Valéo SA“ weiterverkaufte.|

  • Auszeichnungen

    Gustav-Rau-Straße in Bietigheim-Bissingen (1963); BVKI. Kl. (1956).

  • Quellen

    Qu Mitt. v. Barbara Burkhardt-Tubach (Valéo, Bietigheim-Bissingen).

  • Literatur

    Werks-Zs. SWF-Winke 3, 1956 (Sonderausg.) (P); Klimesch (P).

  • Autor

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Rau, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 189 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd141580402.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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