Lebensdaten
1827 bis 1891
Geburtsort
Zerbst
Sterbeort
Loschwitz bei Dresden
Beruf/Funktion
Publizist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116336358 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Raster, Hermann

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Zitierweise

Raster, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116336358.html [20.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Christian, aus Müllerfam., Oberleits-, Zoll- u. Akziseeinnehmer, Sammler v. Sagen im Kr. Dessau u. Z.;
    M Johanne Sophie Robitsch;
    7 B;
    - 1) Dessau 1851 Emilia Berta Hahn, 2) Dessau 1868 N. N., 3) N. N.;
    1 T aus 1), 3 K aus 2).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Francisceum in Zerbst bis Ostern 1845 ging R. nach Leipzig, um auf Wunsch des Vaters Philologie zu studieren. 1846 wechselte er nach Berlin, wo er u. a. Einlaß in den Kreis um Bettina v. Arnim fand. Auf Grund der Ereignisse 1848/49 brach er das Studium ab, um Journalist zu werden. Die Stellung als anhält. Landtagsstenograph (seit Sept. 1849) verlor er mit der Schließung des Landtags im Frühjahr 1850. Als R. gegen seine Kündigung klagte, wurde das Ministerium zu einer Zahlung von 109 Talern Wartegeld verurteilt.

    Als scharfer Kritiker der restaurativen Politik schrieb R. für die liberalen „Fliegenden Blätter des Dessauer Volksvereins“; anonym erschien „Das Ministerium und der Landtag“. In seinem Artikel „Die freie Gemeinde gegenüber der Bibel“ vertrat er die Ansicht, die Bibel sei nur Menschenwerk. Den darauf folgenden Prozessen und der Inhaftierung entzog er sich durch sein Angebot, im Mai 1851 nach Amerika auszuwandern, was das Ministerium gerne unterstützte, da man ihm eine „ultrademokratische Gesinnung“ unterstellte.|Zunächst als Landwirt und Arbeiter tätig, fand R. in Buffalo bei der dt. Zeitung „Der Demokrat“, dann bei der „New Yorker Abendzeitung“ eine Anstellung. 1867 übernahm er die Redaktion der „lllinois Staatszeitung“ in Chicago, die sich unter seiner Leitung zu einer der einflußreichsten amerik. Zeitungen entwickelte. Im Sinne von Fortschritt und Demokratie schrieb R. daneben auch für europ. Blätter, so für die „Berliner Nationalzeitung“, die „Augsburger Allgemeine“ und für engl. Organe. Mitglied verschiedener Vereine und der Republikanischen Partei, trat er 1868 als Delegierter zum Nationalkonvent in Chicago auf. Ein besonderes Anliegen war ihm das Schul- und Bildungswesen. Als Mitglied des Schulrats von Cook County (Illinois) unterstützte R. die Einführung der dt. Sprache und dt. Lehrmethoden an den Schulen. In Chicago, wo er dem Direktorium der öffentlichen Bibliothek angehörte, wurde eine Schule nach ihm benannt. R. verstarb während eines Kuraufenthalts in Deutschland. Freunde veröffentlichten 1891 seine Briefe an Zeitungen, Bekannte und Verwandte (Reisebriefe v. H. R., Mit e. Biogr. u. e. Bildnis d. Vf.).

  • Literatur

    Historical Enc. of Illinois, 1905;
    R. Specht, in: Mitteldt. Lb. IV, 1929, S. 354-65 (Qu, L, P);
    Männer d. Kurzschr., 572 Lebensabrisse v. Vorkämpfern u. Führern d. Kurzschriftbewegung, 1935;
    A. E. Zucker (Hg.), The Forty-Eighters, 1950;
    Reinalter II.

  • Autor/in

    Barbara Gant
  • Empfohlene Zitierweise

    Gant, Barbara, "Raster, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 167-168 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116336358.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA