Lebensdaten
erwähnt 1515, gestorben 1574
Geburtsort
Stolberg/Harz
Beruf/Funktion
Äbtissin von Quedlinburg ; Gräfin von Stolberg
Konfession
katholisch,lutherisch
Normdaten
GND: 135718546 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Anna von Stolberg
  • Stolberg, Anna II. Gräfin von
  • Anna von Quedlinburg
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Anna, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135718546.html [16.10.2019].

CC0

  • Leben

    Anna, Aebtissin von Quedlinburg, war eine Tochter des Grafen Botho von Stolberg. Im Anfange des 16. Jahrh. wurde sie, kaum dreizehn Jahr alt, nachdem ihre Vorgängerin Magdalena der Abtei von Quedlinburg entsagt und zu Gandersheim gestorben war, vom Capitel gewählt, am 10. Febr. 1515 von Papst Leo X. und am 3. Oct. 1516 vom Kaiser Maximilian I. bestätigt und am 5. Nov. feierlich eingeführt. Sie war die erste Aebtissin von Quedlinburg, welche die lutherische Lehre annahm. Den ersten Versuchen in Stadt und Stift Quedlinburg die Reformation zu verbreiten, stellte sich der eifrig katholische Herzog Georg von Sachsen als Schutzherr des Stiftes energisch entgegen. Diejenigen Mönche des Augustinerklosters und Pfarrer an den Stadtkirchen, welche im Sinne Luthers predigten, wurden verfolgt und ihre Stellen mit entschiedenen Katholiken besetzt. A., welche anfänglich der Reformation gegenüber eine abwartende Stellung eingenommen hatte, entschied sich erst nach Herzog Georgs Tode (1539) und als dessen Nachfolger Heinrich selbst dem neuen Glauben sich zuwandte, für die lutherische Lehre. Die katholischen Geistlichen wurden entfernt und evangelische eingesetzt. Der Superintendent Tileman Plathner (Platner) aus Stolberg, der von ihr auf eine Zeit lang nach Quedlinburg berufen wurde, war ihr bei der Durchführung des Reformationswerkes behülflich, doch fehlen darüber genauere Angaben. Zur Besoldung der Geistlichen und Lehrer wurde aus den Gütern der Stadtkirchen ein allgemeiner Gotteskasten errichtet. Die Zahl der Stiftsfrauen und der Canonici wurde beschränkt, der|Klosterdienst in der Stiftskirche ganz aufgehoben. Unter ihr wurde auch im J. 1540 die erste Visitation der Kirchen in der Stadt Quedlinburg abgehalten deren Protokoll eine der wichtigsten Quellen für die quedlinburgische Reformationsgeschichte bildet. Auf Luther's und Melanchthon's Rath wurden die beiden Schulen der Altstadt und Neustadt zu einer einzigen vereinigt und Aebtissin A. überließ dem Rathe für dieses neue Gymnasium das verlassene Franciscaner-Kloster, in dessen Räumen es sich bis in die neueste Zeit befand. A. starb am 4. März 1574. —

    • Literatur

      Kettner, Kirchen- und Reformations-Historie des Kays. Freyen Weltl. Stifts Quedlinburg S. 121 ff. Tileman Platner von Otto Plathner in der Zeitschrift des Harzvereins, Jahrg. 1868, S. 289—292. Das Protokoll über die erste Kirchenvisitation in Quedlinburg ist herausgegeben von Janicke in der Zeitschrift des Harzvereins, Jahrg. 1872.

  • Autor/in

    K. Janicke.
  • Empfohlene Zitierweise

    Janicke, Karl, "Anna" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 469-470 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135718546.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA