Lebensdaten
erwähnt 1482 oder 1499
Beruf/Funktion
Buchdrucker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118679538 | OGND | VIAF: 58846300
Namensvarianten
  • Dünkmuth, Konrad
  • Dunkmut, Konrad
  • Dunkmuth, Konrad
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Orte

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Zitierweise

Dinckmut, Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118679538.html [26.09.2020].

CC0

  • Leben

    D. war zunächst anscheinend als Drucker von Blockbüchern tätig und wandte sich um|1480 dem Letterndruck zu; sein erstes datiertes Buch stammt aus dem Jahre 1482. Er war der fruchtbarste Buchdrucker Ulms im 15. Jahrhundert nach Johann Zainer und brachte ganz überwiegend deutschsprachige, vielfach mit Holzschnitten geschmückte Werke heraus, so solche hygienischen und erbaulichen Inhalts, wie Heinrich Steinhöwels „Von der Pestilenz“, das „Regimen sanitatis“ (deutsch), Plenarien, „Seelenwurzgarten“, einen deutschen Psalter, „Lob der gelider Marie“ und Bertholds „Zeitglöcklein“ (Hain 16280), in dem jede Seite mit Randleisten geschmückt ist, und andere. Seine bekanntesten Drucke sind Thomas Lirers „Schwäbische Chronik“ (Hain 10116und 10 117; Faksimile Ausgabe 1923), deren Holzschnitte nach Federzeichnungen einer Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek (Codex germanicus Monacensis 436) geschaffen sind, und der „Eunuch“ des Terentius (Hain 15436) in der Übersetzung des Ulmer Bürgermeisters Hans Nythart. Seine Typen zeigen zum Teil ausgeprägte Eigenart, seine Holzschnittinitialen sind zum Teil romanischen Initialen nachgebildet. D. ist urkundlich auch als Buchbinder nachzuweisen, gehört aber trotz dieser vielseitigen Tätigkeit zu den Druckern des 15. Jahrhunderts, denen ein wirtschaftlicher Erfolg versagt blieb. Schon 1488 mußte er Drucke verpfänden, dann sein Haus verkaufen und zuletzt die Restauflage des Terenz und des Lirer seinem Gläubiger Hans Nythart überlassen. 1496 stellte er seine Drucktätigkeit ein, 1499 verließ er Ulm; über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

  • Literatur

    ADB V;
    Veröff. d. Ges. f. Typenkde. Nr. 85 f., 531 f., 746, 961 f., 1550-52;
    E. Voullième, Die dt. Drucker d. 15. Jh., 1922;
    A. Schramm. Die Drucke v. C. D. in Ulm, = Der Bilderschmuck d. Frühdrucke VI, 1923;
    E. Weil, Der Ulmer Hschn. im 15. Jh., 1923;
    Catalogue of Books printed in the 15th Century now in the Brit. Mus. II, 1912, S. 532-37;
    Lex. d. ges. Buchwesens I, hrsg. v. K. Löffler u. J. Kirchner, 1935;
    Lex. d. Buchwesens I, hrsg. v. J. Kirchner, 1952.

  • Autor/in

    Ferdinand Geldner
  • Empfohlene Zitierweise

    Geldner, Ferdinand, "Dinckmut, Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 726 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118679538.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Dinkmuth: Konrad D., druckte von 1482—1499 in Ulm und war der vierte Buchdrucker daselbst. Er nimmt, was die Fruchtbarkeit seiner Hervorbringung betrifft, neben Johann Zainer die erste Stelle unter den ulmischen Buchdruckern ein. Doch bleiben seine Druckwerke in Beziehung auf Schönheit der Arbeit hinter denen seiner Vorgänger zurück. Ursprünglich scheint er bei Ludwig Hohenwang und Johann Zainer gearbeitet zu haben, denn er erscheint in den Steuerbüchern der Stadt Ulm schon 1476 als Buchdrucker eingeschrieben. Auch er theilte das traurige Loos so vieler Meister der neuen Kunst, mit drückenden Nahrungssorgen kämpfen zu müssen und mußte sich nach Verlauf einiger Jahre zu Grunde gerichtet sehen. Ueber sein Leben ist nur bekannt, daß es eine Reihe von Mißgeschicken und Unfällen enthielt und daß er schließlich mit dem Ende des Jahrhunderts (1499) von Ulm wegzog, worauf seiner nicht mehr erwähnt wird. — Sein erstes Buch, welches er im J. 1482 druckte, war: „Artzneibuch“. Am Ende: „Dieses Büchlein hat gedruckt und vollendet Cunrad Dinkmut zu Vlm am samstag nach Sanktgallen Tag Anno MCCCC in dem LXXXII.“, Folio, und sein wahrscheinlich letztes: „Compendium revelationum inutilis Servi Jesu Christi fratris hieronimi de ferraria ord. pred.“ Am Ende: „Impensis Vlmae per Conradum Dinckmut anno salutis MCCCCLXXXXVI. in vigilia Bartholomaei.“ 4.

    • Literatur

      Zapf, Aelteste Buchdruckergeschichte Schwabens. S. 9; Geßner, Buchdruckerkunst III. 362; Haßler, Buchdruckergeschichte Ulms. S. 119—128; Falkenstein, Buchdruckerkunst. S. 172 etc.

  • Autor/in

    Kelchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kelchner, Ernst, "Dinckmut, Konrad" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 241 unter Dinkmuth [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118679538.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA