Lebensdaten
1658 bis 1704
Geburtsort
Ulm
Sterbeort
in Polen (Brandunglück)
Beruf/Funktion
Architekt ; Bildhauer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 135737273 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dietze, Marcus Konrad
  • Dietz, Marcus Konrad
  • Dietze, Marcus Konrad

Orte

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Zitierweise

Dietz, Marcus Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135737273.html [18.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilh. (1623–94), Präzeptor in Ulm, S des Georg, Gastgeber zum Rad in Geislingen;
    M Susanne Kath. (1633–66), T des Samuel Edel, Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche in Ulm.

  • Leben

    D. trat 1679/80 als Baumeister in die Dienste des sächsischen Kurfürsten in Dresden, war 1699 am Großen Garten in Dresden tätig. Sein Entwurf für eine nicht ausgeführte „Orangerie im Großen Garten“, die wohl auch als Festplatz für höfische Spiele dienen sollte, hat sich erhalten. Gleichzeitig war D. aus der Danziger Pfundkammer besoldet, was auf Arbeiten im Königreich Polen schließen läßt, aber offenbar ohne für diese fest besoldet zu sein.

    D. war 1699 als „Baukondukteur“ an die Stelle des verstorbenen Ulrich Rothe getreten. 1699 bewarb er sich bei August dem Starken, dem Kurfürst von Sachsen und König von Polen, um Anstellung in Polen. 1701 wurde er aus dem Dienste des Oberbauamtes entlassen und danach zum Hofbaumeister ernannt. Nach dem Brand des Dresdener Schlosses 1701 arbeitete D. weitausgreifende Pläne für seinen Neubau aus. Ein Plan mit dem Datum 1703 ging im Dresdener Landeshauptarchiv im 2. Weltkrieg verloren. Weitere Schloßpläne von seiner Hand für Dresden haben sich neuerdings in der Landesbibliothek in Stuttgart gefunden.

    Künstlerisch ist D. von außerordentlicher Bedeutung für das Dresdener Barock geworden, indem er das reife italienische Hochbarock und im besonderen die bewegten Formen Guarinis eingeführt hat, die er mit den Formen Schlüters zu einem sehr eigenen und großartigen Stil verband. Wie er selbst erwähnt hat, war er fast 2 Jahre zu Studien in Italien. Offenbar hat er sich dabei besonders Turin angesehen. 1703 wurde D. in Anerkennung seiner Verdienste und auf sein Ersuchen zum Landbaumeister in Polen ernannt. Er arbeitete aber weiterhin noch für die Aufgaben des Dresdener Hofes.

    Sein Stil hat M. D. Pöppelmann, den Architekt des Dresdener Zwingers, der D. Dresdener Aufgaben übernahm, ganz entscheidend beeinflußt. D. wird auch als kurfürstlicher Hofbildhauer erwähnt, er selbst hebt nur seine Eigenschaft als Architekt hervor.

  • Literatur

    I. L. Sponsel, Der Zwinger, d. Hoffeste u. d. Schloßbaupläne zu Dresden, 1924, S. 77 ff., 107 ff., 158 ff., Taf. 5, 11;
    B. A. Döring, M. D. Pöppelmann, 1930, S. 23 f., 156 f.;
    ThB (L).

  • Autor/in

    Heinrich Gerhard Franz
  • Empfohlene Zitierweise

    Franz, Heinrich Gerhard, "Dietz, Marcus Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 708 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135737273.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA