Lebensdaten
1878 bis 1943
Geburtsort
Hinrichshagen (Mecklenburg-Strelitz)
Sterbeort
Berlin-Dahlem
Beruf/Funktion
Generaloberst
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 123634202 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hammerstein-Equord, Kurt Gebhard Adolf Philipp Freiherr von
  • Hammerstein-Equord, Kurt Gebhard Adolf Philipp Freiherr von
  • Hammerstein-Equord, Kurt Freiherr von
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hammerstein-Equord, Kurt Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123634202.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heino (1844–1914), meckl.-strelitz. Forstmeister, S d. Carl (s. Gen. 1) u. d. Adelheid Freiin v. Oldershausen;
    M Ida (1857–1927), T d. Eduard v. Gustedt, auf Deersheim, u. d. Antonie Gfn. v. Flemming;
    Groß-Ov Hans (s. 1);
    B Günther (1877–1965), Gen.-Lt.; Vt 2. Grades Hans (s. 2);
    Karlsruhe 1907 Maria (* 1886, kath.), T d. Gen. d. Inf. Walther Frhr. v. Lüttwitz (1859–1942) u. d. Luise Gfn. v. Wengersky;
    3 S, 4 T.

  • Leben

    Hervorgegangen aus dem preußischen 3. Garderegiment zu Fuß, absolvierte H. 1907-10 die Kriegsakademie und fand während des 1. Weltkrieges als Hauptmann und Major vornehmlich in Generalstabsstellungen Verwendung. 1918 gehörte er zu jener Gruppe aufgeschlossener Offiziere, die sich bewußt der republikanischen Regierung als Soldaten zur Verfügung stellten und maßgeblichen Anteil am Aufbau der neuen Streitkräfte nahmen. Nach kurzer Tätigkeit im Stabe des Reichswehrministers Noske 1919 zum 1. Generalstabsoffizier bei dem seinem Schwiegervater, General von Lüttwitz, unterstehenden Gruppenkommando 1 in Berlin berufen, weigerte er sich im März 1920, am Kapp-Putsch teilzunehmen, dessen militärischer Hauptakteur sein Vorgesetzter Lüttwitz war. Auf Grund seiner vielfachen Begabung, die sich nicht zuletzt in einer klaren und nüchternen Denkweise äußerte, stieg H. schnell zu verantwortungsvollen Positionen auf: 1920-22 als Oberstleutnant Chef des Stabes beim Gruppenkommando 2 in Kassel, dann Bataillonskommandeur in Magdeburg, 1924-29 Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando III. Seit 1929 Generalmajor, wurde H. im Herbst desselben Jahres zum Chef des „Truppenamtes“ (= Tarnbezeichnung für den Generalstab) ernannt. Als sich ein Jahr später die innenpolitischen Schwierigkeiten infolge des Anwachsens der NSDAP ständig vergrößerten, bewirkten der Reichswehrminister Groener und der Chef des Ministeramtes, Generalmajor von Schleicher, seine Berufung als Nachfolger Heyes in die höchste Stellung der Armee: am 1.11.1930 wurde H. unter Beförderung zum General der Infanterie zum Chef der Heeresleitung ernannt. Als solcher arbeitete er eng mit seinem Freunde Schleicher zusammen und unterstützte dessen Politik, die auf eine „Zähmung“ der NSDAP, nach Möglichkeit durch Beteiligung an gouvernementaler Verantwortung, abzielte. Auch H. vertrat dabei die Auffassung, daß unter Beibehaltung einer parteipolitisch unabhängigen Reichswehrführung die Kontrolle einer nationalsozialistisch geführten Reichsregierung möglich sein müßte.

    Die Vorgänge, die zum 30.1.1933 führten, der Wechsel in der Reichswehrführung von Schleicher zu Blomberg und Reichenau sowie das Gebaren des neuen Regimes belehrten ihn jedoch bald eines anderen. Nach wie vor Gegner des Nationalsozialismus und ursprünglich von Schleicher zum Bleiben bewogen, verlor H. zusehends den Rückhalt bei der Truppe, die, apostrophiert als eine der „Säulen“ des erneuerten Reiches, gefühlsmäßig zu Hitler und Blomberg hinneigte. Zum 31.1.1934 erbat er resignierend den Abschied, erhielt den Charakter als Generaloberst und übergab sein Amt an den General der Artillerie Freiherr von Fritsch. Fortan lebte H. zurückgezogen, machte aber aus seiner Abneigung gegen das Regime kein Hehl. Er blieb in Kontakt mit den Generalen Beck und Halder, fand Verbindung zu Goerdeler und der sich zusammenschließenden Widerstandsgruppe und zeigte sich im September 1939 als Oberbefehlshaber der Armee-Abteilung A im Westen entschlossen, an einer Verhaftung Hitlers mitzuwirken, falls dieser seinem Frontabschnitt einen Besuch abstatten sollte. Da jedoch schon im Oktober seine Mobilmachungsverwendung wieder aufgehoben wurde, blieb H. während des weiteren Kriegsverlaufes von der Wahrnehmung aktiver Widerstandshandlungen ausgeschlossen, obgleich er noch Verbindung mit zivilen Widerstandskreisen (Lehr, Jakob Kaiser, Goerdeler, Leuschner) hielt.

  • Literatur

    J. W. Wheeler-Bennett, Die Nemesis d. Macht, Die dt. Armee in d. Pol. 1918–45, 1954 (P);
    Th. Vogelsang, Reichswehr, Staat u. NSDAP, Btrr. z. dt. Gesch. 1930–32, 1962;
    K. Frhr. v. Hammerstein, Spähtrupp, 1963;
    F. L. Carsten, Reichswehr u. Pol. 1918–33, 1964.

  • Portraits

    in: Genealog. Hdb. d. Adels 4, 1952.

  • Autor/in

    Thilo Vogelsang
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogelsang, Thilo, "Hammerstein-Equord, Kurt Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 596 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123634202.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA