Lebensdaten
1489 bis 1541
Geburtsort
Chemnitz
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe
Konfession
katholisch,lutherisch
Normdaten
GND: 119744597 | OGND | VIAF: 5747449
Namensvarianten
  • Lindemann (falsch!)
  • Lindenau, Paul
  • Lindemann (falsch!)
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Zitierweise

Lindenau, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119744597.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    9.4.1524 Anna, T d. Thomas Schmidt in Schneeberg.

  • Leben

    Erste sichere Nachrichten über L. sind die Immatrikulation 1505 und die Erwerbung des Bakkalaureats 1506 in Leipzig. Nach Abbruch des Studiums trat er 1507 in das Benediktinerkloster Chemnitz ein, das er wahrscheinlich 1522 unter dem Einfluß der Reformation verließ. Nach kurzer Tätigkeit in Ehrenfriedersdorf holte ihn 1525 Bürgermeister H. Mühlpfort als Prediger an St. Marien in Zwickau. Mit W. Zeuner und N. Hausmann bemühte sich L., die Mönche in der Stadt für die neue Lehre zu gewinnen und damit die reformatorische Bewegung zu stärken. Diesem Ziel dienten 26 von den Predigern verfaßte und 1524 gedruckte Thesen: „Unterricht und Warnung an die Kirch zu Zwickau mit etzlichen Artikeln dem Klostervolk daselbst angeboten und von ihnen unbillig abgeschlagen.“ Der Streit um die Rechte des Rates in Kirchensachen traf auch L., der wegen öffentlicher Polemik gegen die Stadtobrigkeit und persönlicher Angriffe auf Mühlpfort trotz Luthers Bemühungen nicht in Zwickau bleiben konnte und 1529 die von ihm selbst gewünschte Entlassung durch den Rat erhielt. Bis zur Berufung als Prediger an den Hof Hzg. Heinrichs von Sachsen in Freiberg (1537) und später in Dresden (1539) wirkte er in Elsterberg, Auerbach (Vogtland) und seit 1533 in Neumark. – Seit der Amtsübernahme in Zwickau unterstützte L. die Ausbreitung der neuen Lehre und die Ausgestaltung des ev. Kirchenwesens. Entschlossen wahrte er seine reformatorischen Überzeugungen unter polemischer Abweisung restaurativer Strömungen (Zwickau) oder von Luther abweichender Lehren (J. Schenk in Freiberg). Als Hofprediger in Dresden nahm er eine entscheidende Stellung bei der Einführung der Reformation und als mitverantwortlicher Gestalter der Kirchenpolitik unter Hzg. Heinrich im herzoglichen Sachsen ein.

  • Literatur

    ADB 18;
    Gg. Müller, P. L., d. erste ev. Hofprediger in Dresden, 1880;
    H. Becker, P. L., e. Btr. z. s. Biogr., in: Archiv f. Ref.gesch. 10, 1912/13, S. 106-09;
    Weimarer Lutherausg., Briefwechsel, IV, S. 180-84, 380 f., 409 f., 416 f., 438, V, S 31 f., 52 f., 58 f., VIII, S. 244-51, 347 f.;
    O. Clemen, Die Entlassung d. Zwickauer Predigers P. L., in: Alt-Zwickau, 1935, Nr. 5, S. 19 f.;
    J. Pflug, Correspondance, bearb. v. J. V. Pollet, II, 1539–47, 1973, S. 221 f.

  • Autor/in

    Günther Wartenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Wartenberg, Günther, "Lindenau, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 595 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119744597.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Lindenau: Paul L., erster evangelischer Hofprediger in Dresden, fälschlicherweise oft auch Lindemann genannt und daher mit Luthers Vetter M. Johann Lindemann identificirt, geb. zu Chemnitz 1489, trat nach seiner Rückkehr von der Universität Leipzig in das Benedictinerkloster seiner Vaterstadt, verließ dasselbe jedoch, vielleicht 1522, und erhielt 1523 eine Anstellung an der Liebfrauenkirche zu Zwickau und verheirathete sich 1524 mit Anna Schmidt aus Schneeberg, einer gewesenen Nonne des Zwickauer Franziskanerklosters. Theils aus persönlichen Differenzen mit dem Bürgermeister Mühlpfort, theils weil er als ein eifriger Vertreter der reformirten Lehre dem der katholisirenden Richtung zuneigenden Rathe entgegentrat, wurde er in Streitigkeiten verwickelt, die, da auch Luther's Vermittelung keinen dauernden Frieden stiftete, 1529 sehr gegen den Wunsch der Gemeinde, seinen Weggang von Zwickau zur Folge hatten. Nachdem er dann nach einander in Elsterberg, Neumark und Auerbach i. V. als Pfarrer gewirkt hatte, berief ihn Herzog Heinrich von Sachsen 1537 als Hof- und Stiftsprediger nach Freiberg. Aber auch hier gerieth er alsbald in Streitigkeiten mit dem Superintendenten Jac. Schenk, und zwar über die Geltung des Gesetzes für den Christen. Um beide zu trennen, berief Kurfürst Johann Friedrich den letzteren zu seinem Hofprediger, L. folgte dem Herzog Heinrich 1539 nach Dresden, von dort aus ist er bei der Einführung der Reformation im albertinischen Sachsen an verschiedenen Orten thätig gewesen. In Dresden soll er 1544 gestorben sein.

    • Literatur

      Gleich, Annales ecclesiastici oder gründliche Nachricht der Reformationshistorie kursächs. Albert. Linie nebst Lebensbeschreibung der Hofprediger, 1730, I, 68 ff. Vielfache Irrthümer früherer Schriftsteller über ihn berichtigt G. Müller, Paul Lindenau, der erste evangelische Hofprediger in Dresden, Inaug.-Diss. Leipz. 1880.

  • Autor/in

    Flathe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Flathe, Heinrich Theodor, "Lindenau, Paul" in: Allgemeine Deutsche Biographie 18 (1883), S. 688 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119744597.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA