Lebensdaten
1878 bis 1940
Geburtsort
Zwettl (Niederösterreich)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119531305 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hirsch, Hans
  • Hirsch, Johannes

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Zitierweise

Hirsch, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119531305.html [15.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Josef ( 1909), Hausbes. u. Viehändler in Z.;
    M Josefa Hirnschall ( 1939), aus Kirchberg am Walde.

  • Leben

    H. studierte an der Universität Wien Geschichte und Kunstgeschichte. Im Institut für österreichische Geschichtsforschung nahm E. Mühlbacher nachhaltigen Einfluß auf ihn. Als Mitarbeiter der Wiener Diplomata-Abteilung der Monumenta Germaniae Historica lernte H. auf ausgedehnten Archivreisen die Urkundenbestände in Süddeutschland, in der Schweiz und in Oberitalien genau kennen. Seine Habilitationsschrift „Studien über die Privilegien süddeutscher Klöster des 11. und 12. Jahrhunderts“ (1907) zeigt ihn auf neuen Wegen, die seither von der Urkundenforschung übernommen worden sind. H. hat viele Untersuchungen über Einzelurkunden und Urkundengruppen veröffentlicht und zusammen mit E. von Ottenthal 1927 die Diplome Lothars III. herausgegeben. Noch bedeutsamer wurden jedoch 2 Werke, durch die er die Rechtshistoriker zu einer weitgehenden Umgestaltung ihrer Lehren veranlaßt hat. 1913 erschien „Die Klosterimmunität seit dem Investiturstreit, Untersuchungen zur Verfassungsgeschichte des deutschen Reiches und der deutschen Kirche“, 1922 „Die hohe Gerichtsbarkeit im deutschen Mittelalter“ (21958 mit Nachwort von Th. Mayer). Beide sind geschrieben mit einer erstaunlichen Beherrschung der Quellen und mit einer Sicherheit in der Anwendung des Rüstzeugs der Urkundenforschung, durch die H. bahnbrechend gewirkt hat. Seine akademische Laufbahn ist durch seine Arbeiten bedingt: 1908 Privatdozent, 1914 außerordentlicher Professor in Wien, 1918 ordentlicher Professor an der Deutschen Universität Prag, 1926 in Wien, 1929 Direktor des Instituts für Geschichtsforschung. Die Nachfolge M. Tangls in Berlin hatte er 1922 abgelehnt. 1923/24 war er in Prag, 1936/37 in Wien Dekan, 1939 Prorektor.

  • Werke

    Weitere W Die Urkk.fälschungen d. Abtes Bernardin Buchinger f. d. Zisterzienserklöster Lützel u. Pairis, in: MIÖG 32, 1911;
    Der ma. Kaisergedanke in d. liturg. Gebeten, ebd. 44, 1930;
    Methoden u. Probleme d. Urkk.forschung, ebd. 53, 1939;
    Unterss. z. Gesch. d. päpstl. Schutzes, ebd. 54, 1942 (W-Verz.);
    Zur Entwicklung d. böhm.-österr.-dt. Grenze, in: Jb. d. Ver. f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 1, 1926;
    Stud. üb. d. Vogtei-Urkk. süddt.-österr. Zisterzienserklöster, in: Archival. Zs. 3. F., 4, 1928;
    Gotik u. Renaissance in d. Entwicklung unserer Schr., in: Alm. d. Ak. d. Wiss. in Wien 82, 1932;
    Urkk.fälschungen a. d. Regnum Arleatense, Die burgund. Pol. Kaiser Friedrichs I., 1937;
    Das Recht d. Königserhebung durch Kaiser u. Papst im hohen MA, in: Festschr. f. Ernst Heymann I, 1940, S. 209-49.

  • Literatur

    J. Pfitzner u. H. Zatschek, in: Zs. f. sudetendt. Gesch. 4, 1940;
    O. Brunner, in: HZ 163, 1941;
    A. Dopsch, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 1941 (P);
    H. Mitteis. in: ZSRG 61, 1941;
    L. Santifaller, in: HJb. 61, 1941;
    K. Pivec, in: MIÖG 54, 1942 (W-Verz.);
    Ed. E. Stengel, in: DA 5, 1942;
    A. Loehr, in: Veröff. d. Verbandes Österr. Gesch.vereine 3, 1953 (P);
    H. Zatschek, in: Große Österreicher XII, 1957 (W, L, P).

  • Autor/in

    Heinz Zatschek
  • Empfohlene Zitierweise

    Zatschek, Heinz, "Hirsch, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 214-215 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119531305.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA