Lebensdaten
1724 bis 1767
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Maler ; Radierer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118899988 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Palko, Franz Xaver Karl
  • Palcko, Franz
  • Plcko, Franz Xaver Karl
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Zitierweise

Palko, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118899988.html [15.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Anton ( 1754), Maler (s. ThB);
    M N. N.;
    B Franz Anton, Maler.

  • Leben

    Nach ersten Studien bei seinem Bruder in Preßburg war P. seit dem 23.4.1738 als Schüler an der Akademie der bildenden Künste in Wien eingeschrieben, wo er 1745 den ersten Preis im Malerei Wettbewerb gewann. Nach seiner Rückkehr nach Preßburg für zahlreiche slowak. und ungar. Auftraggeber tätig,|war P. spätestens seit 1749 in Dresden ansässig, wo er zunächst in Diensten des sächs. Premierministers Heinrich Gf. v. Brühl stand. Am 11.3.1752 wurde er zum Kgl.-sächs. Hofmaler ernannt und zwei Jahre später mit der Ausmalung der Hl. Johann Nepomuk-Kapelle in der kath. Hofkirche betraut (zerstört). Zwischenzeitlich wurde P. wohl von den Jesuiten nach Prag berufen, um dort Kuppel und Chorgewölbe der Kirche St. Niklas auf der Kleinseite auszumalen. In der Folgezeit war er bis in die 60er Jahre für zahlreiche böhm. Klöster als Freskant und Tafelbildmaler tätig, doch boten die Aufträge wohl keine ausreichende materielle Basis, denn im März 1764 wandte P. sich an den sächs. Hof mit der Bitte um Unterstützung. Dem Gesuch war offensichtlich wenig Erfolg beschieden, doch wurde P., noch in Prag ansässig, am 10.4.1764 zum kurbayer. Hofmaler ernannt. Nach seinem Umzug nach München wurde ihm von seiten des Hofes allerdings keine Hilfe gewährt, so daß P. nach drei Jahren weitgehender Untätigkeit angeblich in äußerster Armut in München starb.

    P.s erste plastisch-wuchtige Kompositionen stehen unter dem Einfluß von Paul Troger, dessen klare Formensprache er in einen etwas manierierten Dialekt übersetzt. Diese Phase des Neomanierismus ist nur von kurzer Dauer, denn in der Folgezeit entstehen Gemälde mit teils derb-voluminösen Gestalten, die sich in der Typik an Giovanni Battista Piazzetta, in der Farbtonalität an Giuseppe Maria Crespi orientieren. Die magische Leuchtkraft seiner frühen Gemälde wandelt sich zu einer tenebrosen Lichtregie mit nur noch vereinzelten farbigen Akzenten, bis sich seit den 50er Jahren unter dem Eindruck der spätbarocken Malerei in Böhmen sein dramatischer Stil im Sinne des Rokoko verfeinert und beruhigt.

  • Werke

    Weitere W u. a. Dresden/Friedrichstadt, Fresken im Sommerpalast d. Gf. Brühl, 1749 (zerstört);
    Pförten b. Dresden. Deckenbilder im Schloß d. Gf. Brühl. 1749/50 (zerstört);
    Kuttenberg (Kutná Hora), Kuppelfresken in d. Hl. Johann Nepomuk-Kirche, 1752;
    Kloster Doxan (Doksany), Saalfresken, 1754/55;
    Kloster Königssaal (Zbraslav), Fresken im Refektorium u. in d. Prälatur, um 1760;
    Hermaniec (Heřmanův Městec), Fresken in St. Bartholomäus, 1762.

  • Literatur

    K. Garas, Zu einigen Problemen d. Malerei d. 18. Jh., Die Malerfam. P., in: Acta Historiae Artium VII, 1961, S. 229 ff.;
    dies., Antonio Galli-Bibiena et F. K. P., in: Bull, du Musée Hongrois des Beaux-Arts 37, 1971, S. 65 ff.;
    P. Preiss, F. K. P. als Zeichner, ebd. 45, 1975, S. 63 ff.;
    ders., F. K. P. (1724-1767), Ölskizzen, Zeichnungen u. Druckgraphik, 1989;
    E. A. Maser, A Modello by F. X. K. P., in: Pantheon XXVIII, 1970, S. 117 ff.;
    ThB;
    Biogr. Lex. Böhmen;
    Dict. of Art.

  • Autor/in

    Peter Prange
  • Empfohlene Zitierweise

    Prange, Peter, "Palko, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 12-13 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118899988.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Palcko: Franz Xaver Karl P., Maler und Radirer, war der Sohn des Breslauer Malers Anton Palcko oder eigentlich Polke. Franz Karl hat nach Heineken erst diesen letztern Namen in Palcko umgewandelt, damit er italienischer klinge. P. wurde 1724 zu Breslau geboren, kam nach Preßburg zu seinem älteren Bruder Franz Anton, der auch Maler war, in die Lehre, dann besuchte er die Akademie zu Wien besonders unter Bibiena's Leitung, später Italien. In Wien, wo er sich zunächst aufhielt, malle er Altarblätter und Cabinetsstücke, die ihm einen Ruf nach Dresden eintrugen, wo er 1752 den Titel eines k. polnisch-sächsischen Hofmalers erhielt. Später begab er sich nach München und wurde daselbst 1764 kurfürstlich bairischer Hofmaler. Er starb zu Prag 1767. P. radirte ein Paar unbedeutende Blätter, auch seine conventionellen Historien genießen heutzutage keinen Ruf mehr. Von seinem Sohne Xaver P., der Mitglied der k. Akademie zu Wien war, sind zwei Radirungen bekannt.

  • Autor/in

    W. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Palko, Franz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 25 (1887), S. 73 unter Palcko [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118899988.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA