Lebensdaten
1701 bis 1760
Geburtsort
Mainburg (Niederbayern)
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119552337 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Scheffler, Felix Anton
  • Schöfler, Felix Anton

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Zitierweise

Scheffler, Felix Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119552337.html [23.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    B Christoph Thomas (s. 1);
    Breslau 1732 Maria Barbara Heigel;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Wie sein Bruder Christoph Thomas wechselte auch S. nach der Lehre bei seinem Vater um 1720 zu Cosmas Damian Asam (1686–1739), vertiefte danach aber seine Kenntnisse seit etwa 1726 bei dem Stuttgarter Hofmaler Johann Christoph Groth (um 1688–1764). Dem Erstlingswerk 1727/28, einer Schlafzimmerdekoration in Schloß Durlach, folgte 1729 die Freskierung des Treppenhauses im Wormser Bischofshof zusammen mit Christoph Thomas. Auf Empfehlung des Mainzer Kurfürsten Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1664–1732), der zugleich Fürstbischof von Breslau war, gingen beide Brüder nach Schlesien, um 1730 die Kreuzherrenkirche zu Neisse auszumalen. Während Christoph Thomas danach wieder in die bayer. Heimat zurückkehrte, ließ sich S. 1732 in Breslau nieder, wo er von adeliger wie kirchlicher Seite zahlreiche Aufträge für Fresken und Gemälde erhielt (Fürstenstein,|Schloß, Kunstkammer, Marmorsaal u. Sommerhaus, 1732/34; Leubus, Zisterzienserkloster, Sommerrefektorium, 1733). 1734 zum bfl. Hofmaler ernannt, dehnte er seine Tätigkeit 1743 mit Malereien in der Sakristei der Benediktinerklosterkirche Braunau und 1744/45 in der Jesuitenkirche von Brünn auch auf Böhmen und Mähren aus und wurde damit zur ernsthaften Konkurrenz für einheimische und österr. Maler wie Franz Karl Palko (1724–67) oder Daniel Gran (1694–1757). Nach der Übersiedelung 1747 nach Prag arbeitete S. 1748 in der Braunauer Wenzelkirche und in der Pfarrkirche zu Märzdorf, 1750 in der Loretokirche auf dem Hradschin sowie schließlich 1754 in Schloß Jemnischt (Saal und Kapelle) und in der Pfarrkirche von Okrouhlitz. 1756 kehrte S. nach dem Tod des Bruders in Augsburg nach Bayern zurück, wo er dessen Gemälde für den Benediktusaltar der Klosterkirche Ettal vollendete. Noch im selben Jahr entstanden die Deckenbilder der Ignatiuskapelle und der Sakristei in der Landsberger Jesuitenkirche, an das sich 1756/57 sein bayer. Hauptwerk, die Ausmalung der Klosterkirche in Baumburg/Alz, anschloß.

    S. war einer der wenigen, aus Bayern stammenden Maler und Freskanten, die sich nach Cosmas Damian Asam in den östl. Ländern profilieren konnten. Sein anfangs von barocken Pathosformeln geprägter Figurenstil und die feierlich-repräsentative Grundstimmung seiner Kompositionen wichen in den 40er Jahren einer dem Rokoko entsprechenden Gelöstheit und Frische, die, bezeichnenderweise auf bayer. Boden, in seinen letzten bedeutenden Fresken in Baumburg ihren Höhepunkt erreichten.

  • Werke

    Weitem W Fresken u. Gem.: Breslau, ehem. Jesuitenkolleg, Haupttreppenhaus u. Korridor im Westflügel, 1734/35(?);
    Hirschberg, Gnadenkirche, um 1737;
    Breslau, ehem. Jesuitenkolleg, Apotheke, u. Deutsch-Lissa b. Breslau, Pfarrkirche, 1739;
    Neustadt, Pfarrkirche, Totenkapelle u. Sakristei, 1740(?);
    Glatz, Minoritenkloster, Refektorium, 1744;
    Breslau, Dom, Totenkapelle, 1749; weitere Altarbilder, Gem. u. Porträts:
    Braunau, Breslau, Brod. Brünn, Chwala, Fürstenstein, Glatz, Grüssau, Jauer, Kaubitz, Münsterberg, Nachod, Oltaschin, Reichenberg u. Trachenberg; Zeichnungen u. Entwürfe:
    Augsburg, Barockgal.

  • Literatur

    E. Dubowy, F. A. S., Ein Btr. z. Kunstgesch. d. 18. Jh., in: Jb. d. Ver. f. Christl. Kunst in München 6, 1926, S. 89-281 (P);
    H. Tintelnot, Barocke Freskomaler in Schlesien, in: Wiener Jb. f. Kunstgesch. 16, 1954, S. 173-98;
    B. F. Menzel, Ein Blick in d. barocke Welt d. Äbte Othmar Zinke u. Benno Löbl Brenov-Braunau 1700-1751, in: Stifter-Jb. 8, 1964, S. 87-124;
    G. Grundmann, Barockfresken in Breslau, 1967;
    ThB;
    Augsburger Stadtlex.

  • Portraits

    Selbstporträt im Chorfresko d. Jesuitenkirche in Brünn, 1744/45, Abb. in: Dubowy (s. L).

  • Autor/in

    Georg Paula
  • Empfohlene Zitierweise

    Paula, Georg, "Scheffler, Felix Anton" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 614-615 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119552337.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA