Lebensdaten
1767 bis 1841
Geburtsort
Dinklage
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Cellist ; Komponist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118749595 | OGND | VIAF: 29719155
Namensvarianten
  • Romberg, Bernhard
  • Romberg, Bernhard Heinrich
  • Romberg, Bernhard
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Zitierweise

Romberg, Bernhard Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118749595.html [25.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard Anton (1742–1814), Fagottist u. Violoncellist. Mitgl. d. fürstbfl. Hofkapelle in Münster;
    M Maria Elisabeth (1738–1825), T d. Berndt Nietfeld (1692–1745), Müller, u. d. Anna Catharina Maria Nienkerken (* 1698);
    B Anton (1771–1842), Fagottist u. Violoncellist;
    Schw Angelica (Maria Angela Franziska) (1775–1866, Johann Christoph Schlüter, 1767–1841, 1801-16 Prof. d. dt. Stils u. d. dt. Lit. d. Univ. Münster, seit 1804 auch d. röm. Lit., 1816-18 Konsistorialrat, s. ADB 31), Sängerin, Mitgl. d. fürstbfl. Hofkapelle in Münster;
    Vt Andreas (s. 1);
    Hamburg 1800 Anna Catharina ( 1854), T d. Nicolaus Friedrich Ramcke (Ramke), Geldwechsler (u. Schenkenbes. ?) in H. (s. Gen. 1);
    4 S u. a. Johann Andreas (1806–68), Architekt u. Redakteur in H. (s. ADB 29), Karl (1811–97), Violoncellist an d. dt. Oper in St. Petersburg, 2 T u. a. Bernardina (Bernhardine) Antoinette Catharina (1803–78, Gustav Hildebrand, Kaufm.), Sängerin.

  • Leben

    R. erhielt bei seinem Vater und vermutlich bei Johann Conrad Schlick Unterricht im Cellospiel. Er debütierte 1774 in Münster zusammen mit seinem Vetter Andreas Jakob, dessen Lebensweg er bis 1799 teilte. In Bonn (seit 1790) war R. wahrscheinlich noch Schüler von Joseph Reicha (1752–95). 1799 unternahm R. eine eigene Konzertreise, auf der er in Spanien mit Luigi Boccherini zusammentraf. 1801-03 unterrichtete er am Pariser Conservatoire, wo u. a. Charles Nicolas Baudiot und Rodolphe Kreutzer seine Kollegen waren. 1805 wurde er neben Jean-Louis Duport Solocellist der kgl. Hofkapelle Berlin, verließ die Stadt aber nach der franz. Invasion 1806 und bereiste u. a. Rußland und zusammen mit Ferdinand Ries (1784–1838) Schweden.

    Seit 1816 zweiter Hofkapellmeister in Berlin, trat er jedoch nach der Berufung Gasparo Spontinis (1774–1851) zum Generalmusikdirektor im Okt. 1819 von seinem Posten zurück. 1820 eröffnete R. in Hamburg eine Klavierfabrik, deren Geschäften er sich v. a. in den Sommermonaten widmete, während er die Winter über bis 1836 seine Konzertreisen fortsetzte. Seit 1838 arbeitete er intensiv an der Fertigstellung seiner „Méthode de violoncelle“, die 1840 in Paris, London und Berlin (hier u. d. T. „Violoncell Schule“) im Druck erschien.

    R. gilt als bedeutendster dt. Violoncellist seiner Zeit und genoß durch sein kraftvolles und expressives Spiel europ. Ruhm. Er hat als Musiker die Entwicklung des Cellospiels im 19. Jh. maßgeblich beeinflußt und spielte als einer der ersten Virtuosen bei Konzerten stets auswendig. R. verwendete einen Bogen von François Tourte le jeune (1747-1835), den er in Deutschland und Osteuropa einführte. Die „Violoncell Schule“ bietet eine späte Zusammenfassung seiner Grifftechnik und Bogenhaltung, war jedoch bei ihrem Erscheinen teilweise bereits durch die Lehrwerke seines Schülers Justus Johann Friedrich Dotzauer (Violonzell-Schule, 1832) und F. A. Kummers „Violoncell-Schule“ (1839) überholt. R.s Kompositionen sind überwiegend für den eigenen Vortrag geschrieben und als Unterrichtswerke noch in Gebrauch.

  • Werke

    6 Opern, u. a. „Ulysses u. Circe“, UA Berlin 1807;
    10 Konzerte f. Violoncello u. Orch.;
    5 Symphonien;
    Kammermusik;
    Schr.:
    A complete theoretical and practical school for the violoncello, London 1840;
    Teil|

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ.bibl. Münster.

  • Literatur

    ADB 29;
    Violoncell-Schule v. B. R., in: Allg. musikal. Ztg. 42, 1840, Sp. 585-89;
    H. Schäfer. B. R., Sein Leben u. Wirken, Diss. Bonn 1931 (W-Verz);
    V. Walden, One Hundred Years of Violoncello, 1998;
    Biogr. Hdb. Oldenburg;
    Riemann mit Erg.bd.;
    MGG;
    New Grove;
    New Grove2 (auch Art. Violoncello).

  • Portraits

    Lith. v. C. G. Kräger (Krägen ?) nach e. Zeichnung v. A. Gentili, Titelkupf. in: Allg. musikal. Ztg. 37, 1835, Abb. in MGG, New Grove, New Grove2;
    ferner (nach H. Schäfer) Ölfarbenskizze (Wien, Ges. d. Musikfreunde Wien);
    Gem. v. H. J. Oeri, u. danach Zeichnung v. Montmorillon.

  • Autor/in

    Marion Brück
  • Empfohlene Zitierweise

    Brück, Marion, "Romberg, Bernhard Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 19-20 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118749595.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA