Lebensdaten
1415 bis 1475
Geburtsort
Haddendorp bei Stadthagen [Indago]
Sterbeort
Erfurt
Beruf/Funktion
Kartäuser ; Reformtheologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118712519 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Johannes de Indagine
  • Johannes von Hagen
  • Bremer von Hagen (eigentlich)
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Zitierweise

Indaginis, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118712519.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    2 B, 1 Schw, u. a. Heinrich, Abt d. Benediktinerklosters Ilsenburg b. Wernigerode 1469–81, stand mit I. in Briefwechsel.

  • Leben

    I. studierte einige Jahre an der Univ. Erfurt kirchliches und weltliches Recht (immatrikuliert WS 1436 als Joh. Bremer de Hagen), verzichtete auf alle akademischen Grade und trat in der Pestzeit 1440 in die Kartause S. Salvatoris prope Erfordiam ein. Das erste Jahrzehnt seines Ordenslebens war ausgefüllt mit ausgedehnten Studien in Theologie und Rechtswissenschaft. Jakob von Jüterbog verehrte er als seinen Lehrer und geistlichen Vater. 1454-56 war er Prior der Kartause in Eisenach, 1457-60 Prior in Erfurt, 1461-64 Prior in Frankfurt/Oder und Stettin, seit Anfang 1465 als einfacher Mönch wieder in Erfurt, überall unermüdlich seiner schriftstellerischen Tätigkeit hingegeben. Bischöfe, Fürsten, Gelehrte und einfache Leute suchten seinen Rat, auch Theologen wie Johann Rucherat von Wesel und Johann Bauer von Dorsten, ja selbst die Univ. Erfurt. Ihr schrieb er in seinem Gutachten zu einer liturgischen Neuerung des Erzbischofs von Mainz: „Aus dem Vorhergehenden ergibt sich ganz klar, daß dem Mandat des Erzbischofs nicht zu gehorchen ist“ (Oxford, Bodleian Library, Ms. Hamilton 54, f. 451V). Mutig trat er gegen Mißbräuche im kirchlichen Leben auf und setzte sich energisch für die Reform der Kirche und der Orden ein. Seine Schriften kamen, wie ihre weite Verbreitung zeigt, in ihrer pastoral-religiösen Art dem damaligen Zeitgeschmack entgegen; einen theologischen Neuansatz zeigen sie nicht. Ihre Nachwirkung ist daher gering; nur wenige seiner Schriften wurden gedruckt. Er selbst schreibt am Schluß seines Lebens: „Die Zahl meiner Werke mag mehr als 500 betragen“ (Domarchiv Erfurt). Er erklärte u. a. die gesamte Hl. Schrift, viele Teile mehrmals; 80 Bände umfassen allein seine Schriftkommentare; dazu kommt eine Fülle von Traktaten über die verschiedensten theologischen und juristischen Fragen.

  • Literatur

    F. Stegmüller, Rep. Biblicum III, 1951. Nr. 4591-4741 (W);
    J. Klapper, Der Erfurter Kartäuser J. Hagen, Ein Reformtheologe d. 15. Jh., T. I: Leben u. Werke, T. II: Verz. s. Schrr. mit Auszügen, 1960/61;
    Dict. de Theol. catholique VI, 1920, Sp. 2029 f.;
    LThK

  • Autor/in

    Erich Kleineidam
  • Empfohlene Zitierweise

    Kleineidam, Erich, "Indaginis, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 169 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118712519.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA