Lebensdaten
1819 bis 1876
Geburtsort
Aachen
Sterbeort
Aachen
Beruf/Funktion
katholische Ordensstifterin
Konfession
-
Normdaten
GND: 118607278 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schervier, Franziska

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Zitierweise

Schervier, Franziska, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118607278.html [23.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Heinrich Caspar Joseph (1784–1845), Nadelfabr., Beigeordneter Bgm. in A., S d. Johann Gerhard (1743–1826), Kupferschläger, Bürgercapitain in A., u. d. Maria Elisabeth Thielen;
    M Maria Alovsia (1781–1832), aus Charleville, T d. Vivien Migeon u. d. Caterine Mernier; wohl Verwandte Johann Gerhard Joseph (1821–92), Dr. med., Badeinsp. in A., Geh. Sanitätsrat, Karl Gerhard (1815–61), Kaplan, 1843-60 Rel.lehrer an d. Bürgerschule in A., Insp. d. städt. Elementarschulen (beide s. H. Savelsberg, Aachener Gelehrte in älterer u. neuerer Zeit, 1906).

  • Leben

    S. besuchte die Aachener Töchterschule St. Leonhard, wo 1827-32 die Konvertitin Luise Hensel (1798–1876) ein vertieftes Glaubensleben und sozial-karitative Tätigkeiten ihrer Schülerinnen anregte. S. schloß sich mit einigen Freundinnen dem an St. Paul tätigen Kaplan Josef Istas (1807–43) an, der seit 1840 eine systematische Armenhilfe (u. a. Armenküche) organisierte. Gegen anfänglichen Widerstand ihrer Familie begann S. 1845 in Aachen mit drei Freundinnen unter dürftigsten Verhältnissen ein gemeinsames Leben nach der Art von Ordensschwestern und wurde zu deren Vorsteherin gewählt. Die von ihr verfaßten Regeln für das Gemeinschaftsleben wurden 1851 vom Kölner Ebf. Johannes Geissel (1796–1864) als Konstitutionen der zugleich kirchenamtlich errichteten Genossenschaft der „Armen-Schwestern vom hl. Franziskus“ anerkannt. Deren Mitglieder verpflichteten sich auf die drei klösterlichen Gelübde, wobei v. a. der Armutsgedanke betont wurde.

    Bis zu ihrem Tod regelmäßig zur Generaloberin wiedergewählt, entwickelte S. während der folgenden Jahrzehnte, die der Genossenschaft starken Zuwachs brachten (bis 1876 ca. 1100 Eintritte), Grundsätze, nach denen diese noch heute arbeitet: Die Genossenschaft widmet sich der ambulanten Armen- und Krankenpflege, der Tätigkeit in Krankenhäusern, Altenheimen und Kindergärten. S. beschränkte die Tätigkeit ihrer Genossenschaft seit 1854 auf kirchliche Anstalten und lehnte die Schaffung genossenschaftseigener Sozialeinrichtungen aufgrund des Armutsprinzips ab. Die Niederlassungen befinden sich vornehmlich im Rheinland, vereinzelt auch in nord- und mitteldt. Städten (2003; 44 Häuser mit ca. 400 Schwestern). 1858 wurde eine Filiale in Cincinnati (USA) gegründet, aus der eine große amerik. Provinz hervorging, die sich 1959 vom Aachener Mutterhaus trennte. S. wurde 1974 von Papst Paul VI. seliggesprochen.

  • Literatur

    I. Jeiler, Die gottselige Mutter F. S., 1893, 41927 (P), engl. 1924;
    B. Kreutz, Aus Zeit u. Leben d. gottseligen F. S., 1927;
    B. Goßens, Die gottselige Mutter F. S., 1932 (P);
    J. G. Rey, Die Fam. S. u. deren Sippen, 1936 (P);
    F. T. Maynard, F. S., 1951;
    J. Brosch, F. S., 1953 (ital. 1964);
    E. Gatz, Kirche u. Krankenpflege im 19. Jh., 1971, S. 373-400;
    ders., Kaplan Josef Istas u. d. Aachener Karitaskreis, in: Rhein. Vj.bll. 36, 1972, S. 207-28;
    ders., in: Rhein. Lb. V, 1973, S. 135-50 (P);
    ders., in: Zeitgesch. in Lb. III, 1981, S. 50-61 (P);
    E. Kock, F. S., Zeugin e. dienenden Kirche, 1976 (P);
    P. Fietzek, „Worte allein vermögen nichts“, Das Leben d. F. S., 1997 (P);
    Frankfurter Biogr.;
    LThK3;
    BBKL; |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Mutterhaus d. Armen-Schwestern vom hl. Franziskus, Aachen.

  • Portraits

    Ölgem. (Aachen, Mutterhaus d. Armen-Schwestern vom hl. Franziskus);
    Gem. v. E. v. Steinle, 1877 (Frankfurt/M., F.-S.-Altenheim).

  • Autor/in

    Erwin Gatz
  • Empfohlene Zitierweise

    Gatz, Erwin, "Schervier, Franziska" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 705 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118607278.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA