Lebensdaten
1679 bis 1759
Geburtsort
Sugenheim (Franken)
Sterbeort
Unternzenn (Franken)
Beruf/Funktion
Diplomat ; brandenburg-ansbachischer Minister
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117459275 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Seckendorff-Aberdar, Christoph Friedrich Freiherr von
  • Seckendorff, Christoph Friedrich Freiherr von
  • Seckendorff-Aberdar, Christoph Friedrich Freiherr von
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Zitierweise

Seckendorff, Christoph Friedrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117459275.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph Sigmund (1629–1710), auf Markt Sugenheim, Obern- u. Unternzenn usw., ksl. Wirkl. Rat, Rr.hptm. d. Kt. Altmühl, S d. Georg Albrecht (1594–1632), auf Markt Sugenheim, Obern- u. Unternzenn usw., u. d. Catharina Ursula v. Crailsheim|(1600–61);
    M Barbara Dorothea Sibylla (1639–1701), T d. Hans Philipp Bernhold v. Eschau;
    Unternzenn 1705 Friederike Wilhelmine (1685–1735), T d. Georg Christoph Marschalk v. Ebneth;
    10 K u. a. Wilhelm (1708–70), auf Markt Sugenheim, Unternzenn usw., ksl. WGR, brandenburgkulmbach. Min., Ritterhptm. d. Kt. Steigerwald, Johann Friedrich Arnold (1722–68), auf Ebneth, kurbayer. Hptm., franz. Oberstlt., kurköln. Kammerherr;
    N Christoph Ludwig (s. 5).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Lateinschule in Ansbach 1686 und des Gymnasiums in Rothenburg ob der Tauber 1693 sowie Privatunterricht beim Hofprediger Rosenthal in Gotha 1696 studierte S. 1697–1700 in Leipzig Rechte und Geschichte. Seine Kavalierstour führte ihn über Frankfurt/M., Mainz, Koblenz, Bonn und Köln nach Utrecht, wo er niederl. Staatsrecht hörte. 1701 reiste er weiter nach Rotterdam, London, Oxford, wo er Staatsrecht studierte, Den Haag und Hamburg. Nach dem Tod der Mutter kehrte S. nach Sugenheim zurück. 1702 machte S. sich in Wien eingehend über den Reichshofrat kundig und lernte die Steiermark, Kärnten und Italien kennen, bis er 1704 als Kammerjunker in die Dienste des Markgrafen von Brandenburg-Ansbach trat. 1706 wurde er in den Hofrat berufen und handelte 1709 den Ehevertrag zwischen Mgf. Wilhelm Friedrich (1685–1723) und Christiana Charlotte von Württemberg (1684–1729) aus. 1710 erfolgte S.s Ernennung zum Oberamtmann von Burgthann, 1714 zum Geheimen Rat. 1712 führte er die Verhandlungen bei der Einigung wegen des Kreisdirektoriums und Mitausschreibeamts beim Fränk. Kreis zwischen Ansbach und Bayreuth. 1721 wurde ihm der Vorsitz aller Hof-, Kammer- und Landschaftskollegien des Fürstentums Brandenburg-Ansbach übertragen. S. erhielt die Oberamtmannsstelle für Uffenheim (1722), avancierte zum Ersten Gesandten beim Fränk. Kreis (1726) und beim Frankfurter Assoziations-Congreß (1727). 1731 erhielt er die Direktion des Hofrats-Kollegiums und wurde 1735 zum Geheimen-Rats-Präsidenten ernannt, eine Position, die er zumindest pro forma auch nach seinem Rückzug aus Geheimem Rat und Hofrat 1750 bis zu seinem Tod 1759 innehatte.

    Der als berlin-freundlich geltende S. war die treibende Kraft bei den Reformen der brandenburg-ansbach. Landesverwaltung, wobei er sein Augenmerk auf die Ökonomie richtete. Die von ihm verwirklichten und eingeleiteten Maßnahmen (Aufnahme des Haushalts und der Landesschulden, Förderung der Manufakturen, Straßenbau) verhinderten den Staatsbankrott und bildeten das Fundament der erfolgreichen Wirtschaftspolitik Mgf. Alexanders.

    Neben seinen Ämtern am brandenburg-ansbach. Hof sorgte S. für seine Adelsherrschaften, u. a. das Gut Unternzenn, das ihm 1711 aus brüderlicher Erbteilung zufiel. S. gestaltete das Schloß grundlegend um, errichtete 1712/16 repräsentative Neubauten, 1730/31 die Patronatskirche, und legte einen Barockgarten an. Das als Erbschaft 1743 von Ludwig v. S.-Aberdar angefallene Äußere Schloß in Sugenheim ließ er neu errichten. Größere Baumaßnahmen erforderten auch die der 1705 angetrauten Gemahlin als Erbtochter angefallenen Güter Ebneth, Frensdorf und Weingartsgreuth. Dank der durch seine Heirat beträchtlich vermehrten Finanzmittel konnte S., trotz seiner umfangreichen Bautätigkeit, auch in erheblichem Umfang als Kreditgeber fungieren.

    Trotz zuweilen labiler Gesundheit dominierte S. 1721–50 die markgräfl. Politik in Ansbach und konnte sich trotz Intrigen am Hof behaupten, wobei seine Rolle in der sog. Rauberschen Affäre um den wegen Pasquillen gegen den Markgrafen auf der Wülzburg arretierten Hofrat Christoph Wilhelm v. Rauber (1685–1763) weitgehend im Dunkeln bleibt. Der unbequeme, einem strengen prot. Arbeitsethos verhaftete Mahner war wohl für Mgf. Carl Wilhelm Friedrich (1712–57) ebenso unentbehrlich, wie er es für dessen Vater gewesen war, da er den besten Überblick über die sich verschlechternden Finanzen sowie die rechtlichen und politischen Positionen des Fürstentums hatte. 71jährig wurde er als Gestalter der markgräfl. Politik durch seinen Neffen Christoph Ludwig v. S.Aberdar verdrängt.

  • Auszeichnungen

    preuß. Schwarzer-Adler-Orden (1732); ksl. Landrichter d. Burggft. Nürnberg.

  • Literatur

    G. Rechter, Die S., III: Die Linien Aberdar u. Hörauf, 1997;
    ders., in: Fränk. Lb. 18, 2000, S. 137–53 (Qu, L, P).

  • Portraits

    P Kupf. v. I. L. Schneider, 1756 (StA Nürnberg).

  • Empfohlene Zitierweise

    Rechter, Gerhard, "Seckendorff, Christoph Friedrich Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 119-120 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117459275.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA