Lebensdaten
1709 bis 1781
Geburtsort
Obernzenn (Franken)
Sterbeort
Obernzenn (Franken)
Beruf/Funktion
Diplomat ; Minister ; Geheimer Rat
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 122331966 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Seckendorff-Aberdar, Christoph Ludwig Freiherr von
  • Seckendorff, Christoph Ludwig Freiherr von
  • Seckendorff-Aberdar, Christoph Ludwig Freiherr von
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Zitierweise

Seckendorff, Christoph Ludwig Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122331966.html [18.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp Albrecht (1671–1731), auf Obernzenn u. Unteraltenbernheim, brandenburg-ansbach. Kammerjunker, S d. Christoph Sigmund (1629–1710, s. Gen. 4) u. d. Barbara Dorothea Sibylla v. Eschau (1639–1701);
    M Johanna Dorothea (1670–1750), T d. Heinrich Gottlob Frhr. v. S.-Gutend (1637–75, s. Gen. 3) u. d. Agnes Magdalena v. Teutleben (1655–1719), zu Laucha u. Wenigensömmern;
    Ov|Christoph Friedrich (1679–1759, s. 4);
    Om Friedrich Heinrich Gf. v. S.-Gutend (1673–1763, Reichsgf. 1719, s. 3);
    Empel (Niederrhein) 1742 Charlotte Wilhelmine (1716/18–99, T d. Johann Bertram Arnold Gf. v. Diepenbroick-Gronsfeld (1657–1720) u. d. Maria Wilhelmina Charlotte Gfn. v. Wartensleben (1682/83–1742;
    15 K u. a. Johann Karl Christoph Gf. (1747–1814, württ. Gf. 1810), 1771 württ. Kammerherr, 1772 Kreisdirektorialgesandter, 1792 GR, 1803 RT-Gesandter, 1806 württ. Staatsmin., WGR (s. Hamberger-Meusel; W. Burgdorf, Ein Welbild verliert seine Welt, 22009, S. 100).

  • Leben

    S.s Erziehung war durch seinen Onkel, den Feldmarschall Friedrich Heinrich v. Seckendorff-Gutend, geprägt. Nach Privatunterricht durch Hauslehrer in Obernzenn besuchte S. das Gymnasium in Hildburghausen. 1724 begann er auf der Ritterakademie („Pedagogium“) in Halle ein durch ein reichsritterschaftliches Stipendium gefördertes Studium der alten Sprachen, Theologie, Jura und „teutscher Beredsamkeit“, welches er 1726 in Leipzig fortsetzte. Friedrich Heinrich v. Seckendorff-Gutend nahm S. anschließend als Legationssekretär in Berlin in seine Dienste. Wohl auf dessen Einfluß hin sicherte Ks. Karl VI. ihm 1731 eine (ev.) Reichshofratsstelle zu, welche S. 1735 erhielt. Er arbeitete sich in die diffizilen diplomatischen Probleme zwischen Wien und Berlin ein und führte 1734 bei Abwesenheit des Onkels die Geschäfte alleine. Kg. Friedrich Wilhelm I. übertrug S. 1734 die Komtursstelle des Johanniterhauses Lützen. Allerdings schien es S. nach dem mißglückten Türkenfeldzug und der Arretierung seines Onkels Friedrich Heinrich ratsam, Berlin zu verlassen und v. a. über Christoph Friedrich v. S.-Aberdar nach einer entsprechenden Position am markgräfl. Hof zu sondieren.

    Bei seiner auf eigenen Wunsch erfolgten Entlassung aus kaiserl. Diensten 1737 hatte sich S. bereits als Hofrat in Ansbach etabliert, stand aber bis auf weiteres im Schatten seines Onkels Christoph Friedrich. Trotz beiderseitiger Sympathie, wie sie in S.s „Journal secret“, seiner geheimen politischen „Materialsammlung“, sichtbar wird, verschärfte sich im Laufe der Jahre ein immer stärkerer politischer Dissens: Während S. für einen geschlossenen Territorialstaat nach brandenburg-preuß. Muster eintrat, verkörperte sein Onkel eher den Typus eines sich primär auf den Kaiser stützenden Reichsritters. Für S. ruhte das Selbstverständnis eines „freye[n] Frank“ auf seinem Status als „immediater Reichscavalier“. Hierauf gründet sich sein Engagement bei der Reichsritterschaft (1753 Hauptmann des Kantons Altmühl) wie das erfolgreiche Bemühen um die Erlangung eines eigenen Hochgerichtsbezirks (1753 von beiden Häusern Brandenburg). Gleichzeitig stieg er in markgräfl. wie kaiserl. Diensten auf: 1741 Präsident des neugegründeten Saynschen Administrationsrats-Kollegiums, 1746 Obervogt zu Ansbach, 1750 Premier-Minister zugleich Reichshofrat, 1755 k. k. Geheimer Rat. In diese erfolgreichen Jahre fällt auch der standesgemäße Ausbau des 1741 ererbten Ritterguts Obernzenn, wobei das 1756/57 zur Dreiflügelanlage umgestaltete Schloß mit dem 1756 eingerichteten Bildersaal einen für Süddeutschland einzigartigen Repräsentationsraum erhielt.

    Gesundheitlich angeschlagen, reichte S. 1756 seinen Abschied in Ansbach ein und verfiel immer stärker in Depression. Aus Angst vor markgräfl. bzw. preuß. Zugriff vernichtete er große Teile seines „Journal secret“. Vor dem Reichshofrat führte S. einen Prozeß gegen den Kanton Altmühl um seine Stellung als Ritterhauptmann (Dissidien 1758–63). Trotz fehlender Einnahmen aus seiner Stellung am Ansbacher Hof und aus den Wiener Pensionen (2000 fl. jährl.) konnte seine Ehefrau das Rittergut in Obernzenn ökonomisch behaupten und an die Söhne weitergeben.

  • Literatur

    M. Krieger, Der mgfl.-ansbach. Minister C. L. v. S.-A. u. seine Kinder, Zu e. Gruppenbild d. Ansbacher Hofmalers Johann Leonhard Schneider, in: Ansbach, gestern – heute, 50, 1992, S. 1206–38;
    F. de Peyronnet-Dryden, C. L. v. S.-A. (1709–1781), Jugend u. Studienjahre, Mag.arb. Bamberg [1995];
    G. Rechter, Die S., III: Die Linien A. u. Hörauf, 1997;
    E. Schöneck, Der Bildersaal im Blauen Schloß zu Obernzenn, 1997 (P);
    B. Kuntke, Friedrich Heinrich v. S. (1673–1763), 2007.

  • Autor/in

    Gerhard Rechter
  • Empfohlene Zitierweise

    Rechter, Gerhard, "Seckendorff, Christoph Ludwig Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 120-121 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122331966.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA