Dates of Life
1679 bis 1758
Place of birth
Mainz
Place of death
Wetzlar
Occupation
Historiker ; Jurist
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 116908912 | OGND | VIAF: 52453713
Alternate Names
  • Gudenus, Valentin Ferdinand Freiherr von
  • Gudenus, Valentin Ferdinand von
  • Guden, Valentin Ferdinand von
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Citation

Gudenus, Valentin Ferdinand Freiherr von, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116908912.html [28.02.2021].

CC0

  • Genealogy

    V Urban Ferdinand (1634–99), Dr. med., kurmainz. Hofrat, Leibmedikus u. Prof. in Mainz, Gutsbes. in Lambsheim/Pfalz, S d. Moritz (s. Einl.);
    M Lotharia Mechtildis Elisabeth (1645–1720), T d. span. Obersten Matthias v. Birkig u. d. Anna v. Laubenberg;
    B Christoph (1676–1712), Dr. med., kurmainz. Hofrat, Leibmedikus u. Prof. d. Med. in Mainz;
    1) 1706 Maria Kath. Theresia ( 1737), T d. Joh. Gottfried v. Wachtendunck (u. d. Eva v. Hudde ?), 2) 1739 Friederike Juliane (1695–1740), T d. Eberhard Frdr. vom Holtz zu Alfdorf, brandenburg-kulmbach. Rat u. Landhptm. zu Neustadt/Aisch, u. d. Luise Isabella v. Wollmershausen, 3) 1740 Auguste Sophie Charl. (1709–67), T d. kaiserl. Gen.-Majors u. Generalfeldquartiermeisters Albrecht Frhr. v. Elster(n) zu Ederheim u. d. Eleonore Polyxene Freiin Leutrum v. Ertingen;
    2 S, 1 T aus 3) (alle früh †); N u. Adoptiv-S Philipp (1710–83), kurmainz. GFM-Leutnant u. GR, Vizegouverneur d. Festung Mainz, Zeichner (s. ThB XV, S. 191), 1739/40 Begleiter d. kaiserl. Botschafters Anton Corfiz Gf. v. Ulfeldt in Konstantinopel, Stammvater d.|Steiermärk. Linie, Valentin Ferdinand Leopold (1712–81), Stiftsherr in Aschaffenburg.

  • Life

    Nach Studien in Mainz, wo er das Lizentiat der Rechte erwarb, Erfurt, Turin und Mailand, Reisen in Italien und Frankreich und praktischer juristischer Tätigkeit am Reichskammergericht in Wetzlar war G. 1706/13 markgräflich-baden-badischer Hof- und Regierungsrat und seit 1718 kurmainzer Hof- und Revisionsrat. 1722 von den katholischen Ständen des fränkischen Kreises als Reichskammergerichtsassessor präsentiert, erhielt er dieses Amt 1724 und verwaltete es bis zu seinem Tode. – Von Jugend auf für die Geschichte seiner Vaterstadt interessiert, unterstützte er seit 1716 die Neuedition der „Res Moguntiacae“ (Mainz 1604) des Nikolaus Serarius und anderer Literatur zur Mainzer Geschichte durch Georg Christian Joannis in Zweibrücken (Vol. I et II Rerum Moguntiacarum …, Frankurt/M. 1722), der ihm besonders auch in seinem „Tabularum litterarumque veterum … Spicilegium“ (ebenda 1724) verpflichtet ist. Da Joannis aber von seinen Publikationen leben mußte und sich daher über Bedenken und Wünsche des skrupulös-gewissenhaften, exakt-kritischen Helfers vielfach hinwegsetzte, rissen die Beziehungen 1724 ab, und Joannis besorgte den 3. Band seiner „Scriptores Historiae Moguntinensi cum maxime inservientes“ (ebenda 1727) allein. Darauf gab G. das von ihm gesammelte Quellenmaterial selbst heraus, zunächst in seiner „Sylloge I variorum diplomatariorum monumentorumque veterum …“ (ebenda 1728), dann vor allem in den fünf voluminösen Quartbänden des „Codex Diplomaticus exhibens Anecdota … Moguntiaca“ (I, Göttingen 1743, II-V Frankfurt/M. und Leipzig 1747/68). Deren letzten publizierte Heinrich Wilhelm Anton Buri, unter Zuhilfenahme der Materialien seines Bruders Friedrich Karl von Buri, der das Werk als Direktorialrat des Wetterauer Reichsgrafenkollegiums, bei dessen Mitgliedern er Gelder flüssig machte, bereits von Band III an gefördert hatte. Es ist nicht nur eine der bedeutendsten diplomatischen Sammlungen des 18. Jahrhunderts, wegen der vielen verlorengegangenen Originalurkunden noch heute unentbehrlich. G. hat darin, zumal in der Vorrede zu Band I, auch Editionsgrundsätze niedergelegt, die über Böhmer die „Monumenta Germaniae historica“ beeinflußt und weit ins 19. Jahrhundert hinein nachgewirkt haben. Auch die gründlichen und sehr umfangreichen Gudenischen Indices, mit ihrer freilich nicht unbedingt zweckmäßigen Aufgliederung der Personen nach Stand und Rang, waren lange Zeit sehr in Mode.

  • Works

    Weitere W Uncialaeum selectum Wetzlariense, Das ist: Genaue Recensir- u. Beschreibung Eines ges. Vorraths außerlesener Cabinets-Thaler …, Wetzlar 1734, 21768;
    Gancelini forte Gaucelmi, Episcopi Albanensis et maioris Poenitentiarii Diploma, quo Canonicos Ecclesiae B. M. V. in campis extra moenia Moguntina ab exeommunicatione quam incurrerant eo quod Ludovico Bavaro adhaeserint committit absolvendos …, ebd. 1738, 2in: Cod. Diplomaticus II, 1747, S. 685-726.

  • Literature

    ADB X;
    Neue Genealog.-Nachrr.…, T. 106, Leipzig 1759, S. 917 ff.;
    J. D. v. Olenschlager in d. Praefatio zu: Cod. Diplomaticus V, 1768;
    L. Wachler, Gesch. d. hist. Forschung u. Kunst … II, 1, 1816, S. 360 f.;
    K. A. Schaab, Gesch. d. Stadt Mainz I, 1841, S. XIII-XVIII;
    Acta Conradi I. Regis, Die Urkk. Kg. Conrads I., 911-18, ed. J. F. Böhmer, 1859, S. 6;
    Th. Sickel, Lehre v. d. Urkk. d. ersten Karolinger (751–840), 1867, S. 44;
    K. Hörner, Georg Christian Joannis, 1960, bes. S. 59-78;
    Meusel, Verstorb. Schriftst. IV, S. 454 ff.;
    Jöcher-Adelung II, Sp. 1651;
    Nouv. Biogr. XXII, Sp. 341 f.;
    P. Fuchs, Palatinatus Illustratus, Die hist. Forschung a. d. kurpfälz. Ak. d. Wiss., 1963.

  • Portraits

    2 unbezeichnete zeitgenöss. Gem. im Bes. v. Ernst Gordian Frhr. v. Gudenus, Schloß Thannhausen, üb. Weiz, Steiermark.

  • Author

    Peter Fuchs
  • Citation

    Fuchs, Peter, "Gudenus, Valentin Ferdinand Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 250 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116908912.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Life

    Gudenus: Valentin Ferdinand v. G., geb. am 19. Juni 1679 zu Mainz, widmete sich dem Studium der Jurisprudenz, ward 1712 von dem Kurfürsten von Mainz zum Reichstaxator und 1724 auf Präsentation der fränkischen Kreise zum Reichskammergerichts-Assessor ernannt, in welcher Stelle er zu Wetzlar bis zu seinem Tode, 9. März 1758, verblieb. Von Jugend an mit dem Studium der Mainzer Geschichte und mit Sammlung hierauf bezüglicher Urkunden beschäftigt, schloß sich G. an Joannis an, als er durch eine Buchhändleranzeige im J. 1716 erfuhr, daß dieser eine neue Ausgabe des Serarius veranstalte. Mit edler Uneigennützigkeit stellte er dem Herausgeber sein gesammeltes Material zur Verfügung, das in den reichhaltigen Noten der zwei ersten Bände der Scriptores rerum mogunt. von Joannis niedergelegt ist. Seit 1724 hörte der Verkehr zwischen G. und Joannis auf, zum Nachtheile des Werkes des Letzteren. Als eigne Arbeiten lieferte G. 1728 „Sylloge varior. dipiomat.“ und seit 1743 den „Codex diplomaticus“, von dem vier Bände zu seinen Lebzeiten erschienen, während der 5. Band erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde. Dies letztere Werk ist für die deutsche Rechtsgeschichte im Allgemeinen wie für die Mainzer Geschichte insbesondere von großem Werthe. Mag auch Bodmann in seinem auf der Mainzer Stadtbibliothek noch befindlichen Exemplare dem G. eine große Menge von Fehlern und Ungenauigkeiten nachgewiesen haben, so verbleibt dem G. immerhin das Verdienst, werthvolles Material gerettet zu haben. Auch heute noch sind seine Sammlungen für den Forscher unentbehrlich.

    • Literature

      Schaab, Gesch. d. Stadt Mainz I, XII—XVI.

  • Author

    Bockenheimer.
  • Citation

    Bockenheimer, "Gudenus, Valentin Ferdinand Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 87 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116908912.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA