Lebensdaten
1862 bis 1917
Geburtsort
Augsburg
Sterbeort
Straßburg
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116392991 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rehm, Hermann
  • Rehm, Gotthold Friedrich Hermann
  • Rehm, H.

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Zitierweise

Rehm, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116392991.html [25.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus mittelfränk. Fam., V Karl (1805–71), Bez.ger.-dir. in A., S d. Johann Simon (1763–1828), Pfarrer in Ansbach, zuletzt Dekan in Weißenburg (Mittelfranken) (s. M. Simon, Ansbach. Pfarrerbuch, 1957), u. d. Christiane Schnizlein (1769–1840);
    M Aurelie (1818–1902), T d. Georg Friedrich Troeltsch (1782–1842), Fabr. in Weißenburg (Mittelfranken), u. d. Katharina Roth (1788–1866);
    Ur-Gvv Johann Georg, Reg.sekr., Karl Wilhelm Schnizlein (Ps. Alexander, 1719–85), Konsistorialpräs.;
    1) Lina Birkner (1874–1908), 2) Emma (1871–1962), T d. August Rr. v. Bechmann (1834–1907, bayer. Adel), Jurist (s. NDB I);
    2 S Max (1896–1992), Dr. rer. pol., Dr. iur., Stadtrechtsrat u. Schulleiter, Walther (s. 2), 1 T Martha (1895–1990), Dr. rer. pol., Dir. e. höheren Fachschule f. Soz.arbeit in München.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Nürnberg studierte R. in München 1880-84 Rechtswissenschaften, v. a. bei Max v. Seydel (1846–1901). Aufgrund eine preisgekrönten, 1885 in den „Annalen des Dt. Reiches“ erschienenen Schrift (Die rechtl. Natur d. Staatsdienstes, hist.-dogmat. dargest.) 1886 zum Dr. iur. promoviert, habilitierte sich R. 1889 in München für öffentliches Recht. 1891 wurde er als Extraordinarius für Staats-, Völker- und Kirchenrecht und dt. Rechtsgeschichte nach Marburg berufen, 1893 ging er als o. Professor dieser Disziplinen nach Zwischenstation in Gießen nach Erlangen. 1903 folgte er einem Ruf nach Straßburg als Nachfolger von Otto Mayer. Hier erweiterte sich seine literarisch-wissenschaftliche Arbeit über das Staatsrecht hinaus auch auf das Handelsrecht. R. war Mitgründer und seit 1914 Vorsitzender der Elsaß-Lothring. Mittelpartei, sowie Vorstandsmitglied des Ev. Preßverbandes für Elsaß-Lothringen.

    R.s Œuvre kann nur mit erheblichen Einschränkungen noch einem juristischen Formalismus in der Art Paul Labands zugerechnet werden. Eher repräsentiert es die schon um 1900 sich ankündigende Abkehr vom staatsrechtlichen Positivismus Gerber-Labandscher Prägung. R. hielt aber immer nach Labands Vorbild an der Notwendigkeit scharfer Unterscheidung von Geschichte, Politik und Rechtsdogmatik fest. Bezeichnend für seine wissenschaftliche Offenheit ist seine energische Bearbeitung junger Rechtsgebiete wie Börsen- oder Versicherungsrecht. In den Debatten aktueller verfassungspolitischer Fragen trat er für die dt. konstitutionelle Monarchie ein, die er ohne Vorbehalte als die den westeurop. parlamentarischen Demokratien überlegene Staatsform betrachtete. Mit „Modernes Fürstenrecht“ (1904) lieferte er die letzte umfassende Darstellung dieser vom Staatsrecht stets unterschiedenen Rechtsmaterie. Bemerkenswerter als seine „Allgemeine Staatslehre“ (1899), Dokument der Hochkonjunktur dieser Disziplin um 1900, ist seine „Geschichte der Staatsrechtswissenschaft“ (Einl.bd. d. Hdb. d. öff. Rechts, 1896; auch selbständig ersch.). Als erste historische Darstellung mit diesem Titel folgt sie in dem forcierten Bemühen, die Wurzeln der modernen, methodisch homogenen Staatsrechtsuntersuchung schon von den griech. Klassikern des europ. Staatsdenkens an aufzudecken, einem ahistorischen teleologischen Ansatz.

  • Werke

    Weitere W u. a. Unitarismus u. Föderalismus in d. Dt. Reichsvfg., 1898;
    Die Bilanzen d. Aktiengesellschaften u. Gesellschaften m. b. H., Kommanditgesellschaften auf Aktien, eingetr. Genossenschaften, nach dt. u. österr. Handels-, Steuer-, Verw- u. Strafrecht, 1903, 21914;
    Prädikat- u. Titelrecht d. dt. Standesherren, Eine rechtl.-kulturgeschichtl. Unters. i. A. d. Ver. d. dt. Standesherren, 1905;
    Reichsges. über d. privaten Vers.unternehmungen v. 12. Mai 1901, Erl. v. H. R., 1901, 21907, 31911;
    Kommentar z. Börsenges., 1909;
    Dtld.s pol. Parteien, 1912. – Hg.: Qu.slg. z. Staats- u. Verw.recht d. Kgr. Bayern, 1903;
    Mithg.:
    Zs. f. Handelswiss. u. Handelspraxis (seit 1908).

  • Literatur

    K. Lehmann, in: Zs. f. d. ges. Handelsrecht u. Konkursrecht 81, 1918, S. 287 f.;
    Max Rehm, in: Zs. f. d. ges. Staatswiss. 119, 1963, S. 130-36.

  • Autor/in

    Manfred Friedrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Friedrich, Manfred, "Rehm, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 282-283 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116392991.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA