Lebensdaten
erwähnt 1436, gestorben 1484 oder 1485
Beruf/Funktion
Meistersinger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100954200 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nachtigall, Konrad
  • Conrad, Nachtigall
  • Conrad, Nachtingall
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Zitierweise

Nachtigall, Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100954200.html [24.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Michel (erw. 1414-27), Bäckermeister u. Meistersinger;
    M N. N.;
    S Sebald (um 1460–1518), Komp. u. Organist an St. Sebald in N. (s. New Grove).

  • Leben

    N. war wie sein Vater von Beruf Bäckermeister (seit 1436) sowie Meisterlieddichter und -komponist. Die Meistersinger des 16. Jh. zählten ihn zu den zwölf besten Meistern der Nürnberger Tradition. Sein Ruhm beruht vor allem auf seinem Erfindungsreichtum als Tonautor: 13 Töne (Liedmelodien) sind mit seinem Namen verbunden; vier davon sind jedoch erst aus nachreformatorischer Überlieferung bekannt. Wie im Meistersang üblich, wurden seine Töne nicht nur von ihm selbst, sondern auch von anderen Textdichtern verwendet; entsprechend bediente sich auch N. für eines seiner Lieder des Unbenannten Tones des Nestler von Speyer. Von den überlieferten Liedern in seinen eigenen Tönen ist nur ein geringer Teil ihm selbst zuzuweisen. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Marienlieder und damit um ein zentrales Thema der Meisterlieddichtung: eines im Abendton, drei im Sanften Ton (sie wurden noch zu Lebzeiten N.s in die „Kolmarer Liederhandschrift“ aufgenommen, allerdings unter dem Namen des Liebe von Giengen) und eines im Schönen Ton (Cramer IV, S. 227 f., 185-94, II, S. 390/92 f.). Sein bekanntestes Lied, das sich mit einem Text des Hans Folz berührt, ist ein literaturhistorisch wichtiger Namenkatalog im Leidton mit der Nennung von 80 verstorbenen Meistern, denen N. am Schluß den eigenen Namen beigesellt (Cramer II, S. 384-90).

  • Werke

    Ausg.: Th. Cramer (Hrsg.), Die kleineren Liederdichter d. 14. u. 15. Jh., 1977-85, II, S. 376-95, IV, S. 182-231.

  • Literatur

    ADB 23;
    Rep. d. Sangsprüche u. Meisterlieder IV, bearb. v. F. Schanze u. B. Wachinger, 1988, S. 437-48;
    H. Brunner, Dichter ohne Werk, in: FS f. K. Ruh, 1989, S. 1-31;
    ders., in: Vf.-Lex. d. MA;
    MGG.

  • Autor/in

    Frieder Schanze
  • Empfohlene Zitierweise

    Schanze, Frieder, "Nachtigall, Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 684 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100954200.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Nachtigall: Konrad N., Meistersänger des 15. Jahrhunderts, seines Handwerks ein Bäcker, der in Nürnberg lebte, ein jüngerer Zeitgenosse von Hans Folz, von dem er ein Gedicht über die alten Meister in seiner „Schulkunst“ umarbeitete (bei Wackernagel, Kirchenlied 2, 1078 f.; vgl. Schnorr v. Carolsfeld, Zur Geschichte des Meistergesanges, S. 37 ff.); das Gedicht ist dadurch anziehend, daß es 80 Dichter aufzählt, unter denen manche sonst unbekannte Namen, von den bekannten viele in sehr entstellter Form. Die Berliner Sammlung von Meistergesängen, welche Hans Sachs sich anlegte, enthält von ihm noch ein Marienlied im unbekannten Ton, ein anderes von der Empfängniß Mariae in seinem sanften Ton, und ein Weihnachtslied im schönen Ton; andere Weisen von ihm sind nicht durch Lieder zu belegen. Ein seinem Gedächtniß gewidmeter „Anruf an Maria“ hat sich ebenfalls in der Berliner Handschrift erhalten (von Wackernagel 2, 1078 fälschlich K. N. selbst beigelegt). In welchem Verhältniß Michel Nachtigall, der gleichfalls Meisterfänger war und in dessen kurzem Ton ein Gedicht von sehr künstlicher Form verfaßt ist, zu K. N. steht, läßt sich nicht ermitteln.

    • Literatur

      Vgl. Ph. Wackernagel, Das deutsche Kirchenlied 2, 1078 f.; Goedeke, Grundriß 1², 316.

  • Autor/in

    K. Bartsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bartsch, Karl, "Nachtigall, Konrad" in: Allgemeine Deutsche Biographie 23 (1886), S. 200 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100954200.html#adbcontent

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