Lebensdaten
1690 bis 1754
Geburtsort
Bannesdorf (Insel Fehmarn)
Beruf/Funktion
Dichter
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 142483435 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Beccau, Joachim
  • Beccau, Joachimus
  • Beckau, Joachim

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Zitierweise

Beccau, Joachim, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd142483435.html [22.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Hinrich Beccau aus Halberstadt ( 1710 Burg auf Fehmarn), Organist in Bannesdorf, seit 1691 in Burg, dort Stadtsekretär und Ratsherr;
    M M. E. ( nach 1715), T des aus Pommern stammenden Archidiakonus in Neumünster Ernst Hohenholtz ( 1677) und der Margarete Becker;
    1721 Sophia Elisabeth Michaelis aus Berlin; mehrere K, u. a. Joachim Otto Beccau; aus der Familie stammte der Husumer Geschichtsschreiber und Advokat Christian Ulrich Beccau (1809–1867), der auch mit Gedichten (Altona 1836) hervorgetreten ist.

  • Leben

    B. wurde am 28.6.1707 in Kiel als Theologe immatrikuliert. Als Hauslehrer bei dem Mediziner G. Ch. Schelhammer gewann er dessen Gewogenheit; seine lebenszugewandte Art machte ihn weit beliebt, seine versgewandte Feder verschaffte ihm manche Aufträge auf Gelegenheitsgedichte. Nach dem Tode des Vaters hielt sein Gettorfer Oheim, in dessen Hause er seit 1712 eine Zeitlang als Erzieher wirkte, seine Hand über ihm. Seine nächsten Lebensjahre scheint er abwechselnd in Hamburg und Kiel zugebracht zu haben. 1719/20 wurde er Rektor in Neumünster, 1725 Diakon, 1730 Archidiakon.

    B. war ein begabter Versdichter, der sich häufig nach Art der Spätbarocklyriker in polyhistorischen Anspielungen gefiel, die er gern ins Geistreich-Mutwillige, nicht selten ins Gewagte wendete. Die Liebes- und Klagegedichte auf seine Gettorfer Base ( 1712 als Fünfzehnjährige) zeigen ihn auf dem Wege zur Erlebnislyrik. Von seinen wenigen plattdeutschen Gedichten leitet der „Oltfränckische Schnickschnack“ die niederdeutsche realistische Dorfidylle ein. In seiner geistlichen Lyrik (1719) bevorzugt er Zentnermetaphern. Als Operndichter benutzte B. die extrem marinesken Stilmittel der Staatsaktion. Sein Holofernes-Libretto (etwa 1709) wurde von G. C. Schürmann komponiert und in Braunschweig 1716 (?) aufgeführt. Er verdeutschte und erweiterte ferner das italienische Textbuch von Händels „Amadigi“ - in dieser Form wurde das Werk unter dem Titel „Oriana“ (später „Amadis von Gaula“) 1717 in Hamburg gespielt - und dichtete einen zweiteiligen Operntext „Blutiges doch mutiges Pegu oder Banise“ unter streckenweise wörtlicher Anlehnung an den bekannten Zieglerschen Roman. 1723 wird in Hamburg seine Verdeutschung des Händelschen „Floridante“, im gleichen Jahr auch seine zweiteilige Oper „Belsazer“ in der Vertonung von G. Ph. Telemann gegeben.

  • Werke

    u. a. Die Liebes-Druckerey, Hochzeitsgedicht, 1715, bibliophiler Privatdr., Berlin 1924;
    Neudrucke einzelner Gedichte in: M. Sommerfeld, Dt. Barocklyrik, 21933, = Literarhist. Bibl. I;

    4 geistl. Lieder in: A. H. Lackmann, Geistreiche Gedichte z. Erweckung heiliger Regungen, Hamburg 1730, Titelaufl. 1735;
    Neudr. d. Librettos d. Holofernes in: M. Sommerfeld, Judith-Dramen d. 16./17. Jh.s, 1933, = Literarhist. Bibl. VIII, S. 134 bis 183, s. a. Schröder I, 1851, S. 179-81;
    Goedeke III, 1887, S. 337;

    J. Voß, Chronikartige Beschreibung d. Insel Fehmarn, 1889–91, II, S. 19-21;
    C. Borchling u. B. Claussen, Niederdt. Bibliogr., 1931–36, Register.

  • Literatur

    Album d. … Univ. Kiel, hrsg. von F. Gundlach, 1915, Register;
    W. Stammler, Gesch. d. niederdt. Lit., 1920, = Aus Natur u. Geisteswelt 815, S. 75 f.;
    A. Lasch, Die literar. Entwicklung d. Plattdt. in Hamburg, in: Nordelbingen V/1, 1926, S. 437;
    R. Bülck, Die schleswig-holstein. Ztgg., 1928, = Qu. u. F z. Gesch. Schleswig-Holsteins 16, S. 46;
    O. Baltzer, Judith in d. dt. Lit., 1930, in: Stoff- u. Motivgesch. d. dt. Lit. 7, S. 23-26;
    O. F. Arends, Gejstligheden in Slesvig og Holsten I, 1932, S. 36 u. Register;
    G. F. Schmidt, Die frühdt. Oper u. d. musikdramat. Kunst G. C. Schürmanns, 1933/34, Bd. 2, S. 25 f. u. Register;
    W. Pfeiffer-Belli, Die asiat. Banise, 1940, = German. Stud. 220.

  • Autor/in

    Kurt Schreinert
  • Empfohlene Zitierweise

    Schreinert, Kurt, "Beccau, Joachim" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 687 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd142483435.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA