Lebensdaten
1903 bis 1979
Geburtsort
Hagen (Westfalen)
Sterbeort
Wolfenbüttel
Beruf/Funktion
Eisenhüttentechniker ; Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 141527455 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rheinländer, Paul

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Zitierweise

Rheinländer, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd141527455.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Anton (1866–1928), Schulrat in H., 1919-28 MdR f. d. Dt. Zentrumspartei, Vors. d. kath. Lehrerverbandes im Dt. Reich (s. DBJ X, Tl.; Lex. d. Päd.; Schumacher, M. d. R.), S e. Landarbeiters in Geisleden (Kr. Heiligenstadt, Prov. Sachsen);
    M N. N.;
    Bad Oeynhausen 1919 Antonie Hildegard, T d. Ernst Spilker u. d. Olga Charlotte Bosser;
    K.

  • Leben

    R. studierte seit 1922 Eisenhüttenkunde in Berlin, Clausthal und Aachen. Nach seinem Diplom-Examen 1926 wechselte er zur „Überwachungsstelle für Brennstoff- und Energiewirtschaft auf Eisenwerken“ (Wärmestelle) beim Verein Dt. Eisenhüttenleute (VDEh), wo sein Interesse für wärme- und energiewirtschaftliche Fragen sowie für Probleme der industriellen Kostenstruktur geweckt wurde. Im Anschluß an seine Promotion 1929 an der RWTH Aachen (Temperaturmessungen am Hochofen) war er 1930-35 als Geschäftsführer beim „Zweckverband gewerblicher Gasverbraucher“ in Altena bzw. bei der „Brennstoff- und Energieberatungsstelle westfäl. Industrie-, Handels- und Handwerkskammern“ in Hagen tätig. Im April 1935 verpflichtete ihn Paul Pleiger für das „Büro Keppler“ (Sonderaufgabe Dt. Rohstoffe) im Rahmen der Autarkie- und Rüstungsbemühungen des Dt. Reichs. Als Mitarbeiter im Amt für dt. Roh- und Werkstoffe bzw. im Reichsamt für Wirtschaftsausbau in der Berliner Vierjahresplanorganisation Hermann Görings bearbeitete R. 1936-40 Fragen der Rohstoffversorgung der Eisenindustrie und Energiewirtschaft und war maßgeblich an den Planungen zur Erschließung und Verhüttung dt. Eisenerze in Salzgitter beteiligt. Aus dieser Konzeption entstanden 1937 die „Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring“ als Staatsunternehmen, das sich im Kriegsverlauf zum größten europ. Montankonzern entwickelte. Die Berliner Tätigkeit R.s führte 1940 zur Berufung nach Salzgitter, wo ihm als Hüttendirektor und Vorstandsmitglied (1941) die Leitung und der Aufbau des Hüttenwerks übertragen wurde. Die Interessen des Reichswerke-Konzerns – auch im besetzten Ausland – vertrat R. bei zahlreichen Beteiligungen als Aufsichtsratsmitglied, u. a. bei der „Poldihütte AG“ (Prag) und den Škodawerken (Prag). R., der der NSDAP angehörte, wurde nach Kriegsende kurzeitig interniert, eine Anklage gegen ihn wurde nicht erhoben.

    Nach seiner Freilassung eröffnete R. ein Ingenieurbüro in Westfalen. Ende 1949 wurde er erneut in den Vorstand des Hüttenwerks Salzgitter bzw. dessen Holding, die spätere „Salzgitter AG“, berufen (1965 Vorstandsvors., 1968-72 Aufsichtsratsmitgl.). R. hat die Entwicklung des Hüttenwerks Salzgitter entscheidend geprägt. Der Ausbau der früheren Reichswerke in den 50er und 60er Jahren zu einem der umsatzstärksten Technologie-Konzerne der Bundesrepublik fiel in seine Vorstandstätigkeit. Nach Ausscheiden aus dem Salzgitter-Konzern beschäftigte sich R. als geschäftsführender Teilhaber der „Thermo-Industrie GmbH & Co.“ in Braunschweig wieder mit Fragen der Regelungs- und Wärmetechnik. Seine zahlreichen Patente und Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Meß-, Regel- und Wärmetechnik umspannen verfahrenstechnische, anlagen- und energiewirtschaftliche Probleme. Insbesondere seine Arbeiten über wärmetechnische Messungen machten ihn in der Fachwelt bekannt. Als Vorstandsmitglied der „Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie“ und des VDEh hatte er maßgeblichen Anteil beim Aufbau des Betriebsforschungsinstituts des VDEh, das aus der früheren Wärmestelle hervorgegangen war. Er nahm zahlreiche Aufsichtsrats- und Beiratsmandate wahr, u. a. bei der „Alkett Maschinenbau GmbH“, der „Kieler Howaldtswerke AG“ und der Braunschweigischen Staatsbank.|

  • Auszeichnungen

    Senator (1952) u. Honorarprof. (1964) d. TH Braunschweig.

  • Werke

    u. a. Die dt. Eisen- u. Stahlwirtsch. im Vierjahresplan, 1939;
    Kohle u. Eisen im Wandel d. Zeit, 1957;
    Die Brennstoff- u. Energieversorgung d. Eisenschaffenden Ind., in: Stahl u. Eisen 85, 1965, S. 1659–68.

  • Literatur

    M. Riedel, Eisen u. Kohle f. d. Dritte Reich, Paul Pleigers Stellung in d. NS-Wirtsch., 1973;
    Stahl u. Eisen 99, 1979, S. 180 (P);
    W. Benz (Hg.), Salzgitter, Gesch. u. Gegenwart e. dt. Stadt 1942–92, 1992;
    Wi. 1955-1971; |

  • Quellen

    Qu Bibl. d. VDEh, StadtA Hagen; Archiv d. ThyssenKrupp AG, Duisburg.

  • Autor/in

    Andreas Zilt
  • Empfohlene Zitierweise

    Zilt, Andreas, "Rheinländer, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 492-493 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd141527455.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA