Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Kölner Patrizier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138059764 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Overstolz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd138059764.html [24.09.2017].

CC0

  • Leben

    Die Familie ist mit dem Tuchhändler Gottschalk ( 1205/08) im ausgehenden 12. Jh. erstmals nachweisbar. Gottschalk stammte aus der südlich der Altstadt vorgelagerten Vorstadt Airsbach. Seine Vorfahren lassen sich nicht mit Bestimmtheit ermitteln. Der Aufstieg ins Patriziat und der Einstieg in die städtische Politik gelang der zweiten Generation einerseits durch Einsatz ihrer Wirtschaftskraft, andererseits über Eheverbindungen mit Familien der politischen Führungsschicht (von der Lintgasse, Vogt Waldever, Greve Hermann von der Kornpforte). Vor 1230 faßten die O. im Schöffenkolleg Fuß. Mit Hilfe des Patriziergeschlechts Grin errangen sie um 1232 zwei Schöffenämter. Als Anhänger des Greven Hermann gehörten die O. seither zu den Gegnern des einflußreichen Geschlechts von der Mühlengasse. Die O. nahmen früh ritterliche Lebensführung und Wappen an. Ihren Hauptsitz verlegten sie in die Rheingasse im Marktkirchspiel Klein St. Martin. Bei der Entmachtung der Patrizier durch Ebf. Konrad v. Hochstaden 1259 erfuhren die O. zunächst keine Beeinträchtigung ihrer Stellung. Eines ihrer Mitglieder gehörte zu den vom Erzbischof neu ernannten Schöffen; schließlich verloren aber auch sie die Gunst der Stadtherrn. Nach der Wiederherstellung der Geschlechterherrschaft 1262 gewannen sie erheblich an Macht, vor allem durch ihre Vertretung im Stadtrat, der die Schöffen nach und nach aus der führenden Position im Stadtregiment verdrängte. Die O.|standen im erneut ausbrechenden Konflikt mit den von der Mühlengasse in vorderster Front; deren Vertreibung 1268 eröffnete für die O. den Weg zur beherrschenden Stellung im neuformierten Stadtregiment. Im Kanon der 15 Kölner Geschlechter, die Zugang zum engen Rat hatten, waren sie mit zwei ihrer zahlreichen Linien vertreten. Im 14. Jh. gehörten sie dem engen und dem weiten Rat sowie dem Schöffenkolleg an und stellten zahlreiche Bürgermeister. Gegen Ende des 14. Jh. starben mehrere Linien aus. Der Sturz der Geschlechterherrschaft 1396 schloß sie aus der politischen Führungsschicht aus. An den dem Umsturz vorausgehenden Auseinandersetzungen waren die O. schon nicht mehr maßgeblich beteiligt. Bis zur Mitte des 15. Jh. konnten sie sich allerdings noch im Schöffenkolleg halten und blieben als Mitglieder der Marienbruderschaft von St. Maria im Kapitol im gesellschaftlichen Leben Kölns präsent. Die führende städtische Linie von der Rheingasse starb 1493 mit dem Deutschordensritter Werner aus. Die O. von Efferen nahmen nach 1396 landadlige Lebensweise an.

  • Literatur

    F. Lau, Das Kölner Patriziat bis z. J. 1325, I, in: Mitt. aus d. Stadtarchiv v. Köln 24, 1893, S. 65-81; W. Herborn, Die pol. Führungsschicht d. Stadt Köln im SpätMA, 1977; M. Groten, Köln im 13. Jh., 1995.

  • Autor

    Manfred Groten
  • Empfohlene Zitierweise

    Groten, Manfred, "Overstolz" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 728 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd138059764.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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