Lebensdaten
erwähnt 1310, gestorben 1357
Beruf/Funktion
Bischof von Münster ; Landgraf von Hessen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137957068 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ludwig von Hessen
  • Ludwig von Münster
  • Ludwig
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Zitierweise

Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137957068.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Haus Brabant;
    V Landgf. Heinrich I. v. H. ( 1308, s. NDB VIII);
    M Mechthild Gfn. v. Kleve;
    N Otto (1301–61), EB v. Magdeburg (seit 1327).

  • Leben

    L., 1307 Domherr zu Chartres und providierter Domherr zu Trier, erhielt auf Bitten Kg. Philipps von Frankreich und dessen Bruders Ludwig v. Evreux ein Domkanonikat in Mainz und wurde 1309 durch Preces primariae Kg. Heinrichs VII. Domherr zu Münster. Auf Vorschlag seines Oheims, Gf. Otto von Kleve, verlieh ihm Papst Clemens V. am 18.3.1310 das Bistum Münster. Seine lange Regierungszeit kennzeichnen die 1313 einsetzenden Fehden gegen den landsässigen Adel (Korff zu Harkotten, Lüdinghausen, Steinfurt) und die seit 1317 nicht mehr abreißenden Fehden gegen mächtige Nachbarn. L. geriet in die Gefangenschaft des Grafen v. der Mark und mußte sich 1323 mit 5500 Mark loskaufen. In der geldr. Fehde verlor er das angekaufte Schloß Bredevoort und verpfändete für den Erhalt der Herrschaft Barnsfeld die Kirchspiele Winterswijk, Aalten und Dinxperlo. Mit dem Erzbischof von Köln schloß er Landfriedensbündnisse. Auch im Norden beschäftigten ihn Kriege mit fast allen Nachbarn und der fries. Aufstand (1341). Streit mit den Landständen über die hohe Verschuldung des Stifts Münster führte 1336 zur Einsetzung eines ihn kontrollierenden Stiftsrates. Erzbischof Walram von Köln tadelte die umfangreichen Verpfändungen von Stiftsgut durch L. und drohte mit einer Anzeige beim Papst. Das Domkapitel klagte über L.s rigorose Familienpolitik bei der Vergabe von Präbenden und rief den Papst um Hilfe an. Trotzdem rühmt die Bischofschronik seine klerikerfreundliche Haltung. Der Bischof versuchte, durch regelmäßige Synoden dem kirchlichen Verfall entgegenzuwirken. Er stiftete die Kollegiatkapitel Dülmen (1323) und Horstmar (1325), weihte die Wallfahrtskirche Stromberg (1344) und stiftete in der Stadt Münster die Klöster Hoffringe und Reine. Seine Fürsorge für Arme und Kranke – seine Regierungszeit war durch Hungersnöte und den Schwarzen Tod stark belastet – führt die Chronik auf seine Abstammung von der hl. Elisabeth zurück.

  • Literatur

    H. A. Erhard, Gesch. Münsters, 1837, S. 150-57;
    J. Ficker, Die münster. Chroniken d. MA, 1851, S. 41-50, 126-31;
    H. Friemann, Die Territorialpol. d. münster. Fürstbischofs L. v. H. 1310–57, 1937;
    W. Kohl, Das Domstift St. Paulus zu Münster II, 1982, S. 458 f.

  • Autor/in

    Wilhelm Kohl
  • Empfohlene Zitierweise

    Kohl, Wilhelm, "Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 401-402 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137957068.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA