Lebensdaten
1899 bis 1992
Geburtsort
Leichlingen (Rheinland)
Sterbeort
Schwäbisch Gmünd
Beruf/Funktion
Zahnarzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137765185 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Erich

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Zitierweise

Müller, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137765185.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1864–1947), Konditor;
    M Anna Vergen (1866–1950);
    1930 Marianne Dethlefsen;
    3 S, 1 T, Wilhelm Christian (* 1931), Kieferorthopäde, Klaus (* 1934), Rechtsanwalt, Ursula (* 1936), Kieferorthopädin, Erich (* 1938), Braumeister.

  • Leben

    Nach dem 1917 in Opladen bestandenen Abitur und anschließendem Militärdienst studierte M. nach Kriegsende Zahnheilkunde, zunächst in Marburg und nach dem Physikum an der Univ. Leipzig, wo er 1922 die zahnärztliche Approbation erhielt und 1923 zum Dr. med. dent. promoviert wurde. Im März 1923 gründete er eine Praxis in Hamburg-Altona, die er bis 1976 führte. Bereits zu Beginn seiner zahnärztlichen Tätigkeit zeigte M. besonderes Interesse für standespolitische Fragen, was ihn über verschiedene Funktionen in regionalen Standesorganisationen 1932 in den Vorstand des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands führte. Während der NS-Zeit aus allen Ämtern entfernt, wurde M. nach dem Krieg zunächst 2. und 1949 1. Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Zahnärztlichen Berufsvertretungen (VDZB). Mit der Übernahme auch des Vorstandsvorsitzes der 1954 begründeten Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung erreichte er eine Position, die es ihm erlaubte, eine Reihe berufspolitischer Probleme anzugehen, durch deren Bewältigung er zum maßgeblichen Konstrukteur und Wegbereiter des Kassenzahnarztrechts und der zahnärztlichen Selbstverwaltung nach dem 2. Weltkrieg wurde. So war er beteiligt an der Abschaffung der nichtuniversitären Ausbildung zum Dentisten (1952) und dem Zusammenschluß des Verbands Deutscher Dentisten mit dem VDZB zum Bundesverband der Deutschen Zahnärzte (1953), dessen Präsident er bis 1966 blieb. Ein weiteres Verdienst M.s ist es, aus der Vielzahl von Gebührenordnungen und Einzelvereinbarungen eine Bundesgebührenordnung für zahnärztliche Leistungen geformt zu haben (1962), die die Zersplitterung der Zahnärzteschaft gegenüber den Krankenkassen aufhob. Daneben war er um das internationale Ansehen der deutschen Zahnärzte bemüht. 1952 wurde die Fortsetzung der seit der NS-Herrschaft unterbrochenen Mitgliedschaft Deutschlands in der Fédération Dentaire Internationale beschlossen, deren Präsident M. als erster Deutscher nach dem 2. Weltkrieg 1963-65 war.|

  • Auszeichnungen

    Gr. Bundesverdienstkreuz (1959), Chevalier de l'Ordre de la Santé Publique (1962); Hermann-Euler-Medaille, Hermann-Kümmell-Gedenkmünze; Ehrenmitgl. d. American Dental Association, d. Fédération Dentaire Nationale Française u. d. Schweizer. Zahnärzte-Ges.; Mitgl. d. Royal Society of Medicine.

  • Literatur

    Zahnärztl. Mitt. 47, 1959, S. 941 (P);
    ebd. 54, 1964, S. 1093 (P);
    ebd. 79, 1989, S. 2773 (P);
    Wi. 1970.

  • Autor/in

    Christoph Benz
  • Empfohlene Zitierweise

    Benz, Christoph, "Müller, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 361-362 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137765185.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA