Lebensdaten
1892 – 1957
Geburtsort
Uelzen
Sterbeort
Gießen
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13775888X | OGND | VIAF: 81900819
Namensvarianten
  • Krollpfeiffer, Friedrich
  • Krollpfeiffer, F.

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Zitierweise

Krollpfeiffer, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13775888X.html [21.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1849–1926), Weinhändler, S d. Kaufm. Heinrich in Immenhausen u. d. Anna Elisabeth Gerlach;
    M Marie (1852–1916), T d. Gastwirts Gustav Eduard Ferd. Roloff in U. u. d. Marie Cath. Dor. Saevecke;
    Marburg 1916 Mathilde (1892–1973), T d. Studienrats Arnold Reinhard in Marburg u. d. Helene Volkmann;
    2 S, 1 T, u. a. Ilse ( Hans-Günther Keyl, * 1923, Prof. f. Genetik).

  • Biographie

    K. studierte seit 1910 Chemie in Marburg, Göttingen und München und wurde bei Th. Zincke in Marburg 1914 mit der Arbeit „Über die Einwirkung von Pyridin und Isochinolin auf 2.4-Dinitronaphthalin“ zum Dr. phil. promoviert. Nach kurzer Tätigkeit als Privatassistent von K. v. Auwers (Marburg) trat K. in die Abt. Schwefel- und Küpenfarbstoffe der Farbwerke Hoechst ein und blieb dort – während des 1. Weltkriegs zeitweilig zur Prüfungsstelle für Gasmasken in Berlin abkommandiert – bis zur Übernahme eines Lehrauftrags für Technische Chemie in Marburg (1920). Er habilitierte sich nach 2 Jahren mit der Arbeit „Spektrochemische Untersuchungen an mehrkernigen Verbindungen in Lösungen“ (in: Liebigs Ann. d. Chemie 430, 1923, S. 161 f.), wurde Unterrichtsassistent und seit 1923 zugleich wissenschaftlicher Berater bei den Behring-Werken in Marburg, deren Arbeitsprobleme ihn stark anzogen. Zur eigenen Entscheidung über sein künftiges Arbeitsgebiet nicht entschlossen genug, suchte er den Rat der ihm befreundeten Institutskollegen (später „Marburger Kreis“ genannt), hierunter L. Anschütz, K. Ziegler, G. Wittig, die K. wegen seines Temperaments mit dem ihn lebenslang begleitenden Namen „Fritz Sprudelius“ belegt hatten. K. übernahm Ende 1924 die Leitung der noch kleinen Chemischen Abteilung der Behring-Werke (Vorstandsmitglied 1928) und widmete sich erfolgreich der Einführung und Weiterentwicklung von technologischen Prozessen zur Gewinnung natürlicher und synthetischer Wirkstoffe. So gelang es ihm, die bisher nur als unspezifisches Mittel gegen Infektionskrankheiten angewandte 8-Hydroxy-7-jodchinolin-5-sulfonsäure („Yatren“) zum oral wirksamen Mittel gegen Amöbenruhr zu machen, ein Verfahren zur schonenden Vakuumtrocknung empfindlicher Substanzen auszuarbeiten und mit der Einführung eines geeigneten Elektrodialyseverfahrens zur Auftrennung natürlicher Proteingemische eine entscheidende Basis für die künftige Spezialisierung der Behring-Werke zu schaffen. Ebenso widmete er sich der Frage der Mikrobenzüchtung im Fermenter, einem bei der erst viel später einsetzenden Antibiotikatechnologie wesentlichen Teilprozeß. K. kehrte 1930 (1931 ao. Professor) in das Chemische Institut der Univ. Marburg zurück und folgte 1932 als apl. ao. Professor dem Ruf nach Gießen; in dieser Zeit wurden die Behring-Werke in die IG-Farbenindustrie AG eingegliedert. Er betrieb von da an neben der akademischen Lehre Forschungsarbeiten vor allem auf dem ihm vertrauten Gebiete der Farbstoffe und erzielte dabei z. T. grundlegende Ergebnisse, u. a. über die Ursachen des Ausbleichens von Farbstoffen, über Schwefelfarbstoffe und Sulfoniumsalze, Benztriazole und Thionaphthene; bei seinen Untersuchungen über die Besthornschen Chinolinfarbstoffe findet die hierbei gebrachte meso-ionische Formulierung eine sehr frühe, wahrscheinlich primäre Erwähnung (F. K. u. K. Schneider, Über Farbstoffe aus Chinaldin- und Isochinaldinsäure, in: Liebigs Ann. d. Chemie 530, 1937, S. 34 f.). Es wurde immer deutlicher, wie stark K.s durch große Gewissenhaftigkeit gekennzeichnetes Wirken trotz aller Erfolge eingeengt wurde und nach und nach stagnierte. Hierzu trugen die Kriegsereignisse (Zerstörung des Instituts, Vermißtmeldung beider Söhne, die jedoch nach längerer Gefangenschaft wiederkamen) und ebenso die ersten Nachkriegsjahre bei. Nach schleppendem Wiederaufbau des Instituts, zu dessen Direktor K. 1952 ernannt wurde ( 1950 persönl. o. Professor, 1952 o. Professor) schied er in tiefer Depression aus dem Leben.

  • Werke

    48 Veröff., bes. in Chem. Berr. u. Liebigs Ann. d. Chemie;
    5 Patente.

  • Literatur

    F. Kröhnke, in: Chem. Berr. 92, Nr. 10, S. IC-CXX (W, P);
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Fritz Kröhnke
  • Zitierweise

    Kröhnke, Fritz, "Krollpfeiffer, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 73-74 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13775888X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA